Die SAP-Aktie hat am Donnerstag einen massiven Kurssturz an der Börse erlebt. Trotz deutlicher Zuwächse im operativen Geschäft und einer Anhebung der mittelfristigen Ziele brach die Aktie im Tagesverlauf zeitweise um mehr als 17 % ein. Dies markiert den schwersten Intraday-Verlust für das Walldorfer Unternehmen seit über fünf Jahren.
- Marktschock in Walldorf: Die SAP-Aktie verzeichnete mit einem Minus von zeitweise 17 % den schwersten Intraday-Verlust seit über fünf Jahren.
- Wachstumsbremse Cloud-Backlog: Trotz eines Anstiegs um 25 % auf 21,05 Mrd. Euro blieb der Current Cloud Backlog hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück.
- Operative Rekordwerte: Der Free Cashflow stieg massiv um 95 % auf 8,24 Mrd. Euro und übertraf damit die konzerneigenen Prognosen deutlich.
- Vertrauensmaßnahmen: SAP plant für 2026 und 2027 ein massives Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro zur Kursstabilisierung.
- Zukunftsthema KI: Mit einer Business-AI-Quote von 66 % bei neuen Cloud-Verträgen setzt der Vorstand voll auf die Integration künstlicher Intelligenz.
Die Aktie des Softwarekonzerns SAP rutschte nach Bekanntgabe der Quartalszahlen ins Minus. Hauptauslöser für die Nervosität am Markt war der sogenannte Current Cloud Backlog, eine Kennzahl, die die vertraglich gesicherten Cloud-Umsätze für die kommenden zwölf Monate abbildet. Dieser stieg im vierten Quartal zwar währungsbereinigt um 25 % auf 21,05 Mrd. Euro, blieb damit jedoch hinter den hohen Erwartungen einiger Marktteilnehmer zurück. Erschwerend kam hinzu, dass SAP für das Jahr 2026 eine leichte Abschwächung dieses Wachstums in Aussicht stellte. Laut Unternehmensangaben drückten zudem Verschiebungen bei Großprojekten und öffentliche Aufträge das Backlog-Wachstum um etwa einen Prozentpunkt.
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Starke operative Kennzahlen und Rekord-Cashflow
Dem Kurssturz stehen solide Finanzergebnisse für das Gesamtjahr 2025 gegenüber. SAP konnte seine Ziele erreichen oder teilweise sogar übertreffen.
Die Cloud-Erlöse stiegen im Gesamtjahr währungsbereinigt um 26 % auf 21,02 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (Non-IFRS) erhöhte sich währungsbereinigt um 31 % auf 10,42 Mrd. Euro. Mit einem Plus von 95 % auf 8,24 Mrd. Euro übertraf der Konzern seine eigenen Prognosen beim Free Cashflow deutlich. Die Erlöse im Kernbereich Cloud ERP Suite wuchsen währungsbereinigt um 32 % auf 18,12 Mrd. Euro.
Um das Vertrauen der Investoren zu stärken, kündigte der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm an. In den Jahren 2026 und 2027 sollen Aktien im Wert von bis zu 10 Mrd. Euro zurückgekauft werden.
Strategischer Fokus auf Künstliche Intelligenz
Vorstandschef Christian Klein betonte bei der Bilanzvorlage die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz. SAP Business AI sei bereits in zwei Dritteln der Cloud-Vertragsabschlüsse des vierten Quartals enthalten gewesen. Klein zeigte sich überzeugt, dass SAP „einzigartig positioniert“ sei, um im Bereich der Business-KI führend zu sein, und forderte eine Konzentration auf die Strategieumsetzung unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.
Für das Jahr 2026 gibt sich SAP dennoch optimistisch und peilt einen Free Cashflow von rund 10 Mrd. Euro an. Ob dies ausreicht, um die angeschlagene Aktie nachhaltig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.
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