Globale Schwellenländer-ETFs sind kostengünstige Anlagevehikel, um sich das Wachstumspotenzial dieser Zukunftsmärkte zu erschließen. Börsianer haben dabei die Wahl zwischen zwei Anlagestrategien.
MSCI Emerging Markets Index
Für Schwellenländer-ETFs ist der MSCI Emerging Markets Index das Maß aller Dinge. Der Index enthält 1.197 Unternehmen aus 24 Ländern auf vier Kontinenten. Mit ETF-Produkten auf diesen Index tauchen Anleger in das weite Universum der Schwellenländer-Investments ein: Rund 85 % der inflationsbereinigten Streubesitz-Marktkapitalisierung in allen abgebildeten Ländern sind im Index enthalten.
Die chinesischen Finanzmärkte als Ganzes geben dabei den Ton an. Zum Jahresbeginn waren China mit 27,6 % und Taiwan mit 20,6 % gewichtet, gefolgt von Indien (15,3 %), Südkorea (13,3 %) und Brasilien (4,3 %).
Branchenseitig stellen Technologie (28,3 %) und der Finanzsektor (22,3 %) rund die Hälfte der Index-Gewichtung. Das absolute Schwergewicht unter den Einzelwerten ist der Chipkonzern Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) mit aktuell 11,9 %, gefolgt vom chinesischen Internet-Mischkonzern Tencent mit 4,8 %.
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Insgesamt 21 ETF-Produkte, allesamt sparplanfähig, bilden den Index ab. Die durchschnittliche jährliche Kostenrate liegt bei 0,18 %. Noch etwas günstiger zu haben ist der Amundi Core MSCI Emerging Markets Swap ETF. Mit einem Volumen von 6,6 Mrd. US-Dollar zählt der Indexfonds, der die Erträge regelmäßig ausschüttet, zu den Schwergewichten in seinem Anlagefokus.
MSCI Emerging Markets ex China Index
Ein Index ohne China reduziert gezielt das Klumpenrisiko, das in vielen Schwellenländer-ETFs durch die hohe Gewichtung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entsteht. Der MSCI Emerging Markets Ex-China beinhaltet 644 Aktien aus 23 Staaten.
Mit dem Ausschluss chinesischer Titel können Anleger stärker am Wachstumspotenzial anderer Schwellenländer mitverdienen. Das gilt vor allem für die Regionen Ostasien, Südostasien und Lateinamerika. Dort beflügeln massive Investitionen in die Infrastruktur, eine wachsende Mittelschicht und große Rohstoffvorkommen den wirtschaftlichen Aufschwung. Auf die höchste Ländergewichtung kommen Taiwan (28,5 %), Indien (21,1 %), Südkorea (18,4 %), und Südafrika (5,3 %).
Langfristig können sich ETF-Investments in einen chinafreien Schwellenländerindex auszahlen. Im Kalenderjahr 2025 hat der MSCI Emerging Markets Index Ex-China mit 34,6 % Performance den MSCI Emerging Markets leicht übertroffen (33,6 %). Weitaus größer fiel die Outperformance des Index ohne China in den Jahren 2023 mit 20,0 % (MSCI Emerging Markets: 9,8 %) und 2021 mit 10,0 % (–2,5 %) aus, als der konjunkturelle Abschwung in China negativ auf alle Indizes mit Chinabeteiligung abfärbte.
Neun ETF-Produkte bilden den chinafreien MSCI-Index ab. Unsere Wahl fällt auf den thesaurierenden Xtrackers MSCI Emerging Markets Ex-China mit laufenden jährlichen Kosten von 0,16 %.
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