EU vs. Trump – nur nicht nachgeben

Eine EU-Flagge.

Donald Trumps Handelspolitik folgt keiner ökonomischen Logik, sondern einem Muster politischer Erpressung. Zölle werden nicht als wirtschaftspolitisches Instrument eingesetzt, sondern als Druckmittel für geopolitische, innenpolitische und persönliche Interessen. Auch im Grönland-Konflikt drohte Trump mit dem Zollhammer. Dieses Vorgehen ist besonders unter Freunden irrational und gefährlich. Vor allem für Europa, wenn es nicht geschlossen reagiert.

💡 Key Takeaways: Marktanalyse Februar 2026
  • Historischer Meilenstein: Der Dow Jones überspringt erstmals die 50.000-Punkte-Marke und geht mit einem Wochenplus von 2,50 % bei 50.116 Zählern aus dem Handel.
  • Zinspolitik stabil: Die EZB hält den Leitzins konstant bei 2,0 %, während Experten wie Marcel Fratzscher vor konjunkturellen Risiken im Euroraum warnen.
  • Sektoren-Rotation: Defensive Werte rücken in den Fokus, da Tech-Giganten wie AMD trotz 39 % Wachstum im Rechenzentrums-Segment aufgrund vorsichtiger Ausblicke abgestraft werden.
  • Rheinmetall unter Druck: Trotz einer Umsatzprognose von bis zu 14,1 Mrd. Euro für 2026 sorgten Friedenshoffnungen und hohe Erwartungen für einen Tagesverlust von 9,5 %.
  • Krypto-Korrektur: Der Bitcoin verliert massiv an Boden und rutscht unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar.

Bereits der sogenannte Kompromiss zur Beilegung der Handelsstreitigkeiten aus dem Sommer 2025 mit Zöllen von 15 % auf EU-Waren ist hochproblematisch. Das verhandelte Ergebnis ist eher eine Kapitulation vor der Drohpolitik Trumps. Wenn diese Zölle nun noch steigen sollten, ist eine klare rote Linie überschritten. Handelsbeziehungen dürfen nicht zum Spielball politischer Launen werden.

In Trumps Wahrnehmung sind wir Europäer schwach, zu zerstritten, zu ängstlich und zu abhängig von den USA. Da hat er einen Punkt. Europa ist angewiesen auf die digitalen Dienste der US-Techs und in Teilen auf die Verteidigungsgüter aus den USA. Doch die USA braucht auch Europa. Die amerikanische Industrie läuft nicht ohne europäische Maschinen, Elektrotechnik, chemische Produkte und pharmazeutische Erzeugnisse. Dieses Machtpotenzial nutzt Europa bislang nicht.  

Hinzu kommt, dass europäische Konsumenten viele US-Produkte grundsätzlich substituieren könnten. Amazon, Facebook, Uber, Airbnb oder Apple sind bequem, aber nicht alternativlos. Ohne den europäischen Binnenmarkt wären diese Konzerne an der Börse nicht einmal die Hälfte wert. Europa ist einer der zentralen Werttreiber amerikanischer Konzerne. Ohne Europa droht diesen statt Wachstum Schrumpfung. 

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Genau hier liegt Europas Hebel und seine Verantwortung. Wer aus Angst vor Eskalation nachgibt, lädt zu weiterer Erpressung ein. Der wirtschaftliche Schaden wäre verheerend. Ein anhaltender industrieller Niedergang, ausgelöst durch US-Zölle, Unsicherheit und Investitionsflucht, würde die EU wirtschaftlich und politisch pulverisieren.

Europa muss sich wehren. Mit gemeinsamen Gegenmaßnahmen, mit dem Einsatz seiner Marktmacht und mit der unmissverständlichen Botschaft, dass es nicht erpressbar ist. Geschlossenheit ist keine Option, sondern eine Existenzfrage. Eine Frage, die sich Anlegern stellt, ist gleich zu Beginn des Jahres beantwortet: Auch 2026 wird Trump die Märkte bewegen!

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Foto: © NoName_13 auf Pixabay

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