Ein Gerichtsurteil in den USA sorgt für Turbulenzen an den Finanzmärkten. Nachdem Geschworene in Los Angeles den Tech-Giganten Meta und Google eine Mitschuld an der Social-Media-Abhängigkeit einer jungen Frau zugesprochen haben, brachen die Kurse spürbar ein. Die Meta-Aktie fiel auf das Niveau vom September 2024 zurück.
- Millionen-Urteil: Meta und Google wurden zur Zahlung von insgesamt 6 Mio. Dollar Entschädigung verurteilt; Meta trägt mit 70 % den Hauptanteil der Last.
- Kurssturz an der Börse: Die Meta-Aktie quittierte das Urteil mit einem Minus von 7,96 %, womit das Papier auf das Kursniveau von September 2024 zurückfiel.
- Langfristiges Risiko 2026: Experten erwarten für das Jahr 2026 ein anhaltendes Schlagzeilenrisiko durch Folgeklagen, taxieren mögliche Vergleiche jedoch auf den beherrschbaren Milliardenbereich.
Im Zentrum des Prozesses stand die Klage einer 20-jährigen US-Amerikanerin, die unter den Initialen KGM auftrat. Sie warf den Betreibern von Instagram und YouTube vor, ihre Dienste bewusst so gestaltet zu haben, dass sie süchtig machen. Insbesondere Funktionen wie das endlose Scrollen („Infinite Scroll“) wurden als gesundheitsgefährdend kritisiert. Die Klägerin gab an, die Plattformen bereits als Kind genutzt zu haben, was in der Folge zu Depressionen und Angstzuständen geführt habe.
Die Geschworenen in Los Angeles folgten dieser Argumentation und sprachen der Frau eine Die Geschworenen sprachen der Frau eine Entschädigung in Höhe von 3 Mio. Dollar zu – zuzüglich weiterer 3 Mio. Dollar an Strafschadenersatz, womit sich die Gesamtsumme auf 6 Mio. Dollar beläuft. Meta soll 70 % dieser Summe tragen, Google übernimmt die restlichen 30 %.
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Die Jury sah es als erwiesen an, dass die Unternehmen fahrlässig handelten und ihre Nutzer unzureichend über die Risiken informierten. Während Meta mitteilte, man prüfe rechtliche Optionen, kündigte Google bereits Berufung an und betonte, YouTube gehöre nicht zur Kategorie der sozialen Medien.
Analysten sehen keine existenzielle Gefahr
Trotz des Kurssturzes bewerten viele Experten die finanzielle Lage der Konzerne weiterhin als stabil. Bloomberg Intelligence geht davon aus, dass die Verfahren das Jahr 2026 über als „dauerhaftes Schlagzeilenrisiko“ begleiten werden. Die finanziellen Folgen seien jedoch beherrschbar. Mögliche Vergleiche könnten sich im niedrigen Milliardenbereich bewegen – Summen, die für Konzerne wie Meta oder Alphabet verkraftbar seien.
Ähnlich äußert sich Rosenblatt Securities: Zwar dürfe man die Bedeutung der Urteile nicht unterschätzen, doch sei es für eine Anpassung der grundlegenden Investmentthesen noch zu früh. Besonders die künftigen Innovationen durch künstliche Intelligenz könnten die Struktur sozialer Medien so stark verändern, dass heutige Klagemuster langfristig an Relevanz verlieren könnten.
Meta-Aktie unter Druck
Die Papiere des Facebook-Mutterkonzerns gerieten am Donnerstag unter Druck. Im Laufe des Handelstages ging es für die Meta-Aktie 7,96 % nach unten. Damit fiel sie auf das Kursniveau von September 2024 zurück. Die Alphabet-Aktie verschlechterte sich um 3,06 %.
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