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Adobe-Aktie: Rekordumsatz (+13 %), aber Kurs sackt ab
Warren Wise Podcast
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Adobe steigert Umsatz und Prognose – Aktie gibt dennoch nach

12.09.2026

4–5 Minuten

Thomas G. Wunder

Ein Laptop, auf dem die Icons verschiedener Adobe-Programme zu sehen sind.

Adobe wächst zweistellig und hebt seine Jahresziele an. Für die Aktie ging es in der vergangenen Woche dennoch nach unten. Neben einem konservativen Ausblick macht dem Unternehmen die KI-Konkurrenz zu schaffen. 

💡 Key Takeaways: Adobe Q3-Zahlen & Aktie
  • Rekordumsatz & Prognose-Plus: Der Q3-Umsatz stieg um 13 % auf 6,76 Mrd. US-Dollar; Adobe schraubt die Jahresziele für Umsatz und Gewinn nach oben.
  • Margendruck durch F&E: Hohe Ausgaben für KI-Entwicklung (+18 % F&E-Kosten) drückten die operative Marge von 36,3 % auf 34,8 %.
  • Starkes KI-Wachstum: Der wiederkehrende Umsatz (ARR) mit AI-First-Produkten überschritt 650 Mio. US-Dollar (+150 % im Vergleich zum Vorjahr).
  • Kurseinbruch trotz Cashflow: Trotz 2,52 Mrd. US-Dollar operativem Cashflow verlor die Aktie 11,73 % in einer Woche wegen eines verhaltenen Q4-Ausblicks.

Adobe hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz erzielt. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 % auf 6,76 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug das Wachstum 12 %. Für das Gesamtjahr schraubt der Softwarekonzern seine Umsatz- und Gewinnprognose nach oben.

Beim Ergebnis zeigt sich ein differenziertes Bild. Der operative Gewinn erhöhte sich im Ende August abgeschlossenen Quartal um rund 8 % auf 2,35 Mrd. US-Dollar. Weil die Kosten schneller wuchsen als die Erlöse, sank die operative Marge von 36,3 % im dritten Quartal 2025 auf 34,8 %. 

Insbesondere die Ausgaben für Forschung und Entwicklung legten deutlich zu: Sie stiegen um rund 18 % auf 1,29 Mrd. US-Dollar. Die bereinigte operative Marge ging im bisherigen Jahresverlauf zurück und lag im dritten Quartal bei weiterhin hohen 44,0 %, nach 44,5 % im Vorquartal.

Aktienrückkauf wirkt sich positiv aus

Unter dem Strich verdiente Adobe 1,83 Mrd. US-Dollar und damit rund 3 % mehr als ein Jahr zuvor. Eine höhere Steuerbelastung bremste den Zuwachs. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg dennoch um knapp 11 % auf 4,62 US-Dollar.

Dabei half die geringere Aktienzahl: Die durchschnittliche verwässerte Zahl der Anteile sank von 424 Mio. auf 395 Mio. Allein im dritten Quartal kaufte Adobe rund 9,5 Mio. eigene Aktien zurück. Das um verschiedene Aufwendungen und Erträge bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um rund 15 % auf 6,13 US-Dollar.

KI treibt Wachstum

Das Wachstum ruht auf beiden großen Kundengruppen. Im Geschäft mit Geschäftsanwendern und Verbrauchern, zu dem Acrobat und Express zählen, stiegen die Abonnementerlöse um 16 % auf 1,91 Mrd. US-Dollar. Währungsbereinigt lag das Plus bei 15 %. Mit Kreativ- und Marketingprofis erzielte Adobe Abonnementumsätze von 4,65 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 13 % beziehungsweise 12 % zu konstanten Wechselkursen.

Bei seinen KI-Angeboten meldet Adobe besonders hohe Wachstumsraten. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz der vom Unternehmen als „AI-first“ bezeichneten Produkte überschritt 650 Mio. US-Dollar und lag damit mehr als 150 % über dem Vorjahreswert.

Diese Kennzahl bildet den auf ein Jahr hochgerechneten wiederkehrenden Umsatz ab und ist kein im Quartal verbuchter Erlös. Konzernweit erreichte der annualisierte wiederkehrende Umsatz 27,50 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 11,2 %.

Adobe-Aktie rutscht nach Zahlen ab

Trotz grundsätzlich solider Zahlen rutschte die Adobe-Aktie nach der Bekanntgabe ins Minus. In der vergangenen Handelswoche ging es insgesamt um 11,73 % nach unten, wobei am Freitag eine leichte Gegenbewegung dem Papier ein Plus von 1,37 % bescherte.

Für schlechte Stimmung bei den Marktteilnehmern sorgt der Ausblick auf das Schlussquartal. Das Unternehmen stellt hierfür Erlöse zwischen 6,80 und 6,85 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Die Konsensschätzung lag mit 6,85 Mrd. US-Dollar am oberen Ende dieser Spanne. 

Zudem macht die rasante KI-Entwicklung Adobe zu schaffen. Immer mehr Aufgaben, für die früher Grafiker und spezielle Programme (z. B. Photoshop) benötigt wurden, übernehmen heute KI-Tools. Viele Investoren stellen sich deshalb die Frage, ob Nutzer künftig noch bereit sind, für die teuren Adobe-Abos zu bezahlen. 

Dieser Effekt lässt sich anhand der Zahlen aktuell aber noch nicht belegen: Adobe zählt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer. Die kostenlosen Einstiegsangebote im Kreativbereich überschritten im dritten Quartal die Marke von 100 Mio. Nutzern, mehr als 70 % mehr als ein Jahr zuvor. 

Diese Nutzer müssen zwar erst noch zu zahlenden Kunden werden. Die Entwicklung beweist jedoch, dass es nach wie vor einen Markt für Adobe-Programme gibt.

Zudem hat der Konzern den nötigen finanziellen Spielraum, um sein eigenes KI-Angebot weiterzuentwickeln. Im Berichtszeitraum stieg der operative Cashflow um knapp 15 % auf 2,52 Mrd. US-Dollar. 

Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlus, AnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Foto: © Unsplash

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