Der US-Halbleiterkonzern Advanced Micro Devices (AMD) blickt auf ein historisch erfolgreiches Jahr 2025 zurück, sieht sich jedoch mit einer skeptischen Reaktion der Finanzmärkte konfrontiert. Trotz neuer Rekordmarken bei Umsatz und Gewinn gab die AMD-Aktie am Mittwoch deutlich nach. Dieser Kursrutsch verdeutlicht die extrem hohen Erwartungen, die Anleger im Zuge des anhaltenden Booms um künstliche Intelligenz an die wichtigsten Akteure der Branche stellen.
- Rekordjahr 2025: AMD steigert den Jahresumsatz auf 34,6 Mrd. Dollar, getrieben durch eine massive Nachfrage nach Rechenzentrums-Produkten.
- Quartals-Explosion: Im Q4 2025 sprang der Umsatz um 34 % auf 10,27 Mrd. Dollar, womit die Erwartungen (9,67 Mrd. Dollar) deutlich übertroffen wurden.
- Börsenschock: Trotz der Rekorde brach die Aktie um 17,31 % ein, da Anleger den sequenziellen Rückgang der Q1-Prognose 2026 kritisch bewerten.
- Segment-Stärke: Die Sparte Rechenzentren bleibt mit einem Umsatzplus von 39 % (5,4 Mrd. Dollar) der wichtigste Wachstumstreiber im KI-Wettlauf.
- Strategischer Ausblick: Durch den Deal mit OpenAI (6 Gigawatt Rechenleistung) positioniert sich AMD langfristig als stärkster Nvidia-Herausforderer.
Im vierten Quartal des vergangenen Jahres erzielte AMD einen Rekordumsatz von 10,27 Mrd. Dollar, was einer Steigerung von 34 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Marktschätzungen von 9,67 Mrd. Dollar deutlich. Auch der Nettogewinn legte massiv zu und stieg auf 1,51 Mrd. Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 482 Mio. Dollar erzielt worden waren. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025 meldete AMD einen Rekordumsatz von 34,6 Mrd. Dollar. CEO Dr. Lisa Su sprach in diesem Zusammenhang von einem definierenden Jahr für das Unternehmen, das durch eine starke Ausführung und eine breite Nachfrage nach den Rechenzentrums-Produkten geprägt war.
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Ausblick enttäuscht Investoren – AMD-Aktie bricht ein
Trotz dieser auf den ersten Blick positiven Bilanz zeigten sich Investoren enttäuscht. Im Laufe des Handelstages drehte die AMD-Aktie 17,31 % ins Minus. Auf Jahressicht notiert sie damit aber noch immer fast 70 % im Plus.
Analysten führen dies primär auf die Zusammensetzung der Zahlen und den Ausblick auf das laufende erste Quartal 2026 zurück. Ein wesentlicher Teil des Umsatzsprungs resultierte überraschend aus dem Geschäft in China, wo AMD Erlöse mit speziellen KI-Beschleunigern erzielte, die zuvor nicht in den Schätzungen enthalten waren. Bereinigt um diesen Effekt falle die positive Überraschung geringer aus als erhofft, kommentierten Marktbeobachter. Zudem liegt die Umsatzprognose für das laufende Quartal bei etwa 9,8 Mrd. Dollar. Zwar liegt dieser Wert formal über dem bisherigen Marktkonsens, signalisiert jedoch einen sequenziellen Rückgang gegenüber dem Rekordquartal, was viele Anleger angesichts der KI-Euphorie als zu vorsichtig bewerteten.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
Im operativen Geschäft bleibt das Rechenzentrumssegment der wichtigste Wachstumsmotor. Die Sparte steigerte ihren Umsatz um 39 % auf 5,4 Mrd. Dollar, was sowohl auf die Nachfrage nach EPYC-Serverprozessoren als auch auf den Hochlauf der Instinct-KI-Beschleuniger zurückzuführen ist. Auch das kombinierte Geschäft mit Client- und Gaming-Prozessoren entwickelte sich positiv und trug mit 3,9 Mrd. Dollar zum Gesamtergebnis bei, getrieben durch die starke Nachfrage nach Ryzen-Prozessoren. Das Embedded-Segment verzeichnete hingegen ein moderateres Wachstum von 3 %.
Für die Zukunft positioniert sich AMD durch strategische Partnerschaften als zentraler Herausforderer des Marktführers Nvidia. Ein wegweisender Abschluss mit dem KI-Startup OpenAI sieht vor, dass dieses über mehrere Jahre hinweg Rechenleistung im Umfang von sechs Gigawatt auf Basis von AMDs Instinct-Grafikprozessoren nutzen wird.
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