Der Industriedienstleister hat seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr gekürzt. Als Grund nannte das Management den Krieg im Nahen Osten. Mit einem Sparprogramm will man das Unternehmen jetzt zukunftssicher aufstellen. Die Bilfinger-Aktie rutschte trotzdem in den Keller.
- Aktienabsturz nach Zielsenkung: Die Bilfinger-Aktie brach nach der Reduzierung der Jahresziele 2026 um 24,82 % ein.
- Deutlich gekürzte Prognose: Das Management erwartet für 2026 nur noch 5,3 bis 5,7 Mrd. € Umsatz sowie eine EBITA-Marge von 3,2 bis 3,6 % (zuvor: 5,8 bis 6,2 %).
- Schwaches H1 & operativer Druck: Der Auftragseingang sank im ersten Halbjahr um 11 % auf 2,7 Mrd. €, während der Free Cashflow um 57 % auf 69,1 Mio. € einbrach.
- Sparprogramm „Agile“: Mit einmalig 75 Mio. € Aufwand sollen ab 2028 jährlich 75 Mio. € eingespart werden – weltweit stehen bis zu 1.500 Stellen vor dem Abbau.
Bilfinger hatte noch im August mit einer Belebung im zweiten Halbjahr gerechnet. Nun bleibt die Geschäftsentwicklung laut Unternehmen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Als wesentlichen Grund nennt Bilfinger die Zurückhaltung seiner Kunden, unter anderem wegen des anhaltenden Konflikts im Mittleren Osten.
Deswegen kürzte das Unternehmen seine Prognose. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management nunmehr einen Umsatz von 5,3 bis 5,7 Mrd. Euro. Zuvor hatte Bilfinger mit einem Umsatz zwischen 5,4 und 5,9 Mrd. gerechnet. Die EBITA-Marge soll 2026 bei 3,2 bis 3,6 % liegen (bisher: 5,8 bis 6,2 %); ohne die einmaligen Kosten für das Programm „Agile“ erwartet Bilfinger 4,6 bis 5,0 %. Für den Free Cashflow geht das Unternehmen von einer Bandbreite von 180 bis 220 Mio. Euro aus. Im Halbjahresbericht war noch von 250 bis 300 Mio. Euro die Rede. ´
Durchwachsener H1-Bericht
Bereits das erste Halbjahr verlief für Bilfinger alles andere als optimal. Zwar gelang es dem Konzern, das EBITA gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 % zu steigern. Auch beim Konzernergebnis übertraf man mit 90,8 Mio. Euro den Wert aus dem ersten Halbjahr 2025 (79,2 Mio. Euro). Als Grund nennt Bilfinger im Zwischenbericht hierfür unter anderem eine geringere Steuerquote.

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Ansonsten findet sich wenig Erfreuliches im Zahlenwerk des Industriedienstleisters. Der Auftragseingang ging um 11 % auf 2,7 Mrd. Euro zurück. Der Free Cashflow brach um 57 % auf 69,1 Mio. Euro ein.
Was „Agile“ leisten soll
In der Pressemeldung zur Prognosesenkung gibt sich Bilfinger dennoch kämpferisch. Mit dem Programm „Agile“ soll die Flexibilität der Organisation erhöht werden, um auf Marktveränderungen – wie den anhaltenden Konflikt im Mittleren Osten – künftig schneller und unabhängiger reagieren zu können.
Das Programm soll Ressourcen bündeln und Kapazitäten flexibler machen. Bilfinger erwartet einmalige Aufwendungen von rund 75 Mio. Euro im Jahr 2026. Ab 2028 sollen jährlich 75 Mio. Euro eingespart werden. Von den Sparmaßnahmen könnten weltweit bis zu 1.500 Stellen betroffen sein.
Mittelfristziele bestätigt
Trotz der Prognosesenkung bestätigt Bilfinger seine Ziele für 2030: durchschnittlich 8 bis 10 % Umsatzwachstum pro Jahr einschließlich Übernahmen, 8 bis 9 % EBITA-Marge und mindestens 90 % Cash Conversion.
Die Bestätigung der Mittelfristziele konnte den Kursrutsch nicht verhindern. Die Bilfinger-Aktie stürzte in der vergangenen Handelswoche 24,82 % ab.
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Foto: © Bilfinger SE







