Der DAX konnte sich trotz starker Zahlen von MTU nicht über der 25.000-Punkte-Marke halten. Die Coinbase-Aktie war bei den Anlegern gefragt, obwohl die Quartalszahlen durchwachsenen ausfielen und der Bitcoin seit Wochen schwächelt.
- Volatile Leitindizes: Der DAX verzeichnet ein leichtes Wochenplus von 0,56 % (Schlussstand 24.860), während der Dow Jones mit 49.528 Punkten wieder unter die 50.000er-Marke rutschte.
- Starkes Coinbase-Signal: Trotz verfehlter Ziele katapultierte ein 2,0 Mrd. Dollar Aktienrückkaufprogramm den Kurs am Freitag um über 16 % nach oben.
- Europas Halbleiter-Schwäche: Der EU-Anteil an globalen Patenten ist auf nur noch 10 % gesunken; ein neuer 250 Mrd. Dollar Pakt zwischen USA und Taiwan verschärft den globalen Wettbewerb.
- Inflations-Lichtblick: Mit einem moderaten CPI-Anstieg von 0,2 % im Vergleich zum Vormonat steigen die Chancen auf eine erste US-Zinssenkung im Juni 2026.
Am Donnerstag gelang dem DAX erneut der Sprung über die 25.000-Punkte-Marke. Bereits am Freitag ging es jedoch wieder nach unten. Der deutsche Leitindex beendete die Handelswoche bei 24.915 Punkten, auf Wochensicht verbleibt ein kleines Plus von 0,56 %. Vor allem die Sorge, dass die Fed die nächste Zinssenkung weiter nach hinten verschieben könnte und die anhaltenden geopolitischen Spannungen sorgen für Unsicherheiten.
Der Dow Jones verschlechterte sich um 1,17 % und landete so bei 49.528 Zählern. Damit notiert er wieder unter 50.000 Punkten, die Rekordmarke hatte er in der Vorwoche erstmals erobert. Der S&P beendete die Handelswoche mit einem Minus von 1,24 % bei 6.846 Punkten.
Die Fokus-Themen der Woche
Coinbase-Aktie trotzt Krypto-Talfahrt: Trotz verfehlter Analystenerwartungen bei Umsatz und Gewinn im vierten Quartal 2025 konnte Coinbase die Anleger mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm über 2,0 Mrd. Dollar und einer stabilen operativen Profitabilität überzeugen. Während Abschreibungen auf Krypto-Bestände das Nettoergebnis belasteten, setzt CEO Brian Armstrong mit der Transformation zur „Everything Exchange“ konsequent auf eine Diversifizierung über den Kryptosektor hinaus. Die Aktie reagierte darauf am Freitag mit einem Kurssprung von über 16 %, bleibt jedoch im bisherigen Jahresverlauf mit knapp 27 % deutlich im Minus.
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Europa fällt im Halbleiterbereich weiter zurück: Eine aktuelle Analyse des Ifo-Instituts und EconPol Europe warnt vor einem massiven Rückstand Europas in der globalen Halbleiterforschung, da der EU-Anteil an weltweiten Patenten seit den 2000er-Jahren auf lediglich 10 % gefallen ist. Während asiatische Staaten wie China und Südkorea ihre Forschungsaktivitäten vervielfacht haben, verliert auch Deutschland mit einem Anteil von nur noch 5,6 % zunehmend den Anschluss an die Weltspitze. Experten kritisieren, dass der EU Chips Act bisher zu wenig in die Forschung investiert hat, und fordern neben höheren Budgets vor allem eine engere internationale Kooperation mit asiatischen Partnern, um die technologische Souveränität zu sichern.
Hoffnungsträger Polen: Der polnische Aktienmarkt, primär repräsentiert durch den MSCI Poland und den WIG20, wird maßgeblich von den Schwergewichten PKO Bank Polski und dem Energiekonzern ORLEN geprägt. Während die PKO Bank von einem starken Gewinnwachstum und ihrer Marktführerschaft profitiert, treibt ORLEN seine Expansion als integrierter Energie- und Chemiekonzern in Europa voran, wobei beide Titel mit Dividendenrenditen um die 6 % locken. Ein Investment via ETF, wie dem iShares MSCI Poland, bietet zwar attraktive Renditechancen (durchschnittlich ca. 15 % p.a. über fünf Jahre), bleibt jedoch aufgrund der starken Konzentration auf den Finanzsektor sowie geopolitischer und währungsspezifischer Risiken sehr volatil.
Was sonst noch wichtig war
CPI überrascht positiv: Am Freitag sorgten die US-Verbraucherpreise (CPI) für Erleichterung. Mit einem Anstieg von lediglich 0,2 % im Vergleich zum Vormonat (2,4 % auf Jahressicht) fiel die Inflation schwächer aus als befürchtet. Das nährt die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed im Juni 2026 doch den Spielraum für eine erste Zinssenkung hat, auch wenn die Dienstleistungspreise weiterhin als „hartnäckig“ gelten.
USA-Taiwan-Pakt: Ein geopolitischer Pakt zwischen Washington und Taipeh sorgte für Aufsehen. Taiwan senkt Zölle und sagt im Gegenzug massive Investitionen von rund 250 Mrd. Dollar in den USA zu – ein Großteil davon entfällt auf TSMC für den Ausbau der Halbleiter- und KI-Infrastruktur. Dies stützte vor allem die Chip-Werte zum Wochenausklang.
Safran-Ausblick sorgt für Rückenwind: MTU Aero Engines glänzte in der vergangenen Handelswoche mit einem Kursplus von rund 5 % und näherte sich der Marke von 400 Euro. Haupttreiber war der positive Ausblick des französischen Partners Safran, der den gesamten europäischen Luftfahrtsektor mitriss und die Zuversicht für MTUs Triebwerksgeschäft stärkte. Zudem signalisierten Analysten wie Jefferies, dass die finanziellen Belastungen durch die Materialmängel am Getriebefan-Triebwerk (GTF) ihren Höhepunkt überschritten haben, was den Weg für eine deutliche Erholung des freien Cashflows ab 2026 ebnet. Zusätzliche Impulse lieferten die Münchner Sicherheitskonferenz sowie die Erwartung dauerhaft hoher Verteidigungsausgaben, die MTUs militärische Sparten langfristig absichern.
Ausblick
Der Montag beginnt ruhig, da die US-Börsen aufgrund des „Presidents‘ Day“ geschlossen bleiben. Auch in China und Südkorea ruht der Handel feiertagsbedingt.
Hierzulande richtet sich der Blick in dieser Woche vor allem auf Infineon. Am Donnerstag lädt der Halbleiterkonzern zur Hauptversammlung. Anleger erhoffen sich dort, über die stabil gehaltene Dividende von 0,35 Euro hinaus, konkrete Aussagen zur Bodenbildung bei den Lagerbeständen sowie Updates zum boomenden Geschäft mit KI-Leistungshalbleitern.
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