Börsenwoche: DAX knackt 25.000 Punkte – zwischen Rekord-Insolvenzen und Öl-Euphorie

Die Frankfurter Skyline.

Die aktuelle Woche war ein Weckruf für alle, die auf ein „Weiter so“ gehofft haben. Während an der Börse über neue Allzeithochs gejubelt wurde, zeigt der Blick in die Realwirtschaft ein anderes Bild. Rekord-Insolvenzen in Deutschland und damit verbundene mögliche Dominoeffekte mahnen zur Vorsicht. Doch genau in dieser Unsicherheit entstehen oft die spannendsten Gelegenheiten – man muss nur wissen, wo man suchen sollte.

💡 Key Takeaways: Börsenwoche
  • DAX-Rally trotz Risiken: Der deutsche Leitindex stieg auf Wochensicht um 2,94 % und übersprang erstmals die historische Marke von 25.000 Punkten.
  • Stresstest für die Realwirtschaft: Laut IWH erreicht die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ein 20-Jahres-Hoch – ein klares Signal für Anleger, die Bilanzqualität im Depot zu prüfen.
  • US-Märkte im Aufwind: Getrieben durch die Hoffnung auf Zinssenkungen legten der S&P 500 um 1,57 % und der Nasdaq 100 um 2,22 % zu.
  • KI-Adoption stockt: Trotz des Hypes nutzen bisher nur 20 % der Beschäftigten KI regelmäßig; Investoren sollten auf die operative Integration in Geschäftsprozesse achten.
  • Geopolitische Öl-Chance: Die politischen Umbrüche in Venezuela rücken Energieriesen wie Chevron in den Fokus, da der Zugriff auf globale Reserven neu verhandelt werden könnte.

Der DAX ist am Mittwoch erstmals über 25.000 Punkte gestiegen. Auf Wochensicht ging es für den deutschen Leitindex um 2,94 % nach oben. Getrieben wurde die Rally von der Aussicht auf eine konjunkturelle Belebung durch Infrastruktur- und Rüstungsinvestitionen. Auch die geopolitischen Risiken konnten die Börsenstimmung kaum trüben; vielmehr stützte die Hoffnung auf sinkende Ölpreise die Entwicklung. Der Inflationsdruck könnte dadurch weiter gedämpft werden, was die Zentralbanken zu weiteren Zinssenkungen veranlassen könnte.

Der S&P 500 legte im Laufe der Handelswoche 1,57 % zu, der Nasdaq 100 stieg um 2,22 %. Für den Dow Jones ging es um 2,32 % nach oben.

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Die Fokus-Themen der Woche

Insolvenzwelle auf 20-Jahres-Hoch: Alarmstufe Rot? Das IWH meldet den höchsten Stand an Firmenpleiten seit zwei Jahrzehnten. Was dramatisch klingt, ist für Anleger vor allem ein Signal zur Qualitätskontrolle. Jetzt zeigt sich, wer eine saubere Bilanz hat und wer nur durch billiges Geld überlebt hat.

Chevron & Venezuela: Geopolitik mischt den Ölmarkt auf. Die Festnahme von Maduro könnte den Zugriff auf die riesigen Ölreserven Venezuelas revolutionieren. Chevron steht hier in der ersten Reihe. Ist das die große Chance für Energie-Anleger oder ein riskanter Zock?

KI-Check: Viel wurde über die Revolution am Arbeitsplatz geschrieben, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Nur 20 % der Beschäftigten nutzen KI regelmäßig. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein wichtiger Hinweis für Investoren: KI entfaltet vor allem dann ihr Potenzial, wenn sie fest in betriebliche Abläufe eingebunden ist.

Was sonst noch wichtig war 

Die von US-Präsident Donald Trump Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe auf Truth Social veröffentlichten Arbeitsmarktdaten brachten gemischte Signale. Während der Stellenzuwachs hinter den Erwartungen zurückblieb, sank die Arbeitslosenquote leicht. Die Fed könnte die Zahlen als Argument für weitere Leitzinssenkungen nutzen.

Trump sorgte zudem mit der Ankündigung, er wolle Rüstungskonzernen die Ausschüttung von Dividenden und Aktienrückkäufe verbieten, für Irritationen. Der Republikaner will so die Investitionstätigkeit der Unternehmen forcieren. Wie er ein derartiges Verbot rechtlich umsetzen will, ist bisher unklar.

Ausblick 

Nächste Woche beginnt die Berichtssaison mit den Quartalszahlen von JPMorgan Chase, Wells Fargo und der Citigroup. Für Anleger sind diese Zahlen weit mehr als nur ein Blick auf den Finanzsektor – sie sind das ultimative Fieberthermometer für die globale Konjunktur.

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Foto: © Leonhard Niederwimmer auf Pixabay

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