Börsenwoche: DAX über 25.000 Punkte – hilft Trump Bayer?

Ein Bayer-Logo

Der DAX nähert sich langsam, aber sicher seinem Allzeithoch, auch in den USA legten die großen Indizes in der abgelaufenen Handelswoche zu. Donald Trump könnte im Glyphosat-Streit zu einem wichtigen Unterstützer für Bayer werden. 

💡 Key Takeaways: Börsenwoche & Bayer-Update
  • DAX im Höhenrausch: Mit einem Wochenplus von 1,39 % schließt der Leitindex bei 25.248 Punkten und nimmt das Allzeithoch fest ins Visier.
  • Bayer-Befreiungsschlag?: Trotz 7,25 Mrd. Dollar schwerem Vergleich belasten 12 Mrd. Euro Rückstellungen.
  • US-Bilanzsaison: Während Western Union einen Gewinneinbruch von über 70 % verdauen muss, glänzt Walmart mit einem E-Commerce-Wachstum von 27 %.
  • Wichtige Termine: Am Montag wird ein Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas auf 88,1 Punkte erwartet; am Dienstag folgt die kritische Apple-Hauptversammlung zum Thema KI.

Der DAX setzte in der vergangenen Handelswoche erfolgreich zum erneuten Sprung über die 25.000-Punkte-Marke an. Am Freitag verabschiedete er sich mit einem Wochenplus von 1,39 % bei 25.248 Punkten ins Wochenende. Damit rückt auch das Allzeithoch in greifbare Nähe. 

Der Dow Jones schaffte es nach einem Durchhänger zur Wochenmitte auf 49.628 Punkte. Das entspricht einem Plus von 0,35 % auf Wochensicht. Der technologielastige Nasdaq 100 drehte 1,32 % ins Plus und kam so auf 25.012 Zähler. Der marktbreite S&P 500 legte 1,12 % auf 6.909 Punkte zu. 

Die Fokus-Themen der Woche

Zahlen-Schock oder versteckte Chance?: Der Geldtransfer-Riese Western Union schockt die Anleger mit einem massiven Gewinneinbruch von über 70 % – doch hinter der dramatischen Zahl steckt mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Während die Wall Street skeptisch bleibt und die Aktie ins Minus schickte, bläst das Management für 2026 zur Wachstums-Offensive. Trotzdem bleiben die Experten vorsichtig. Sie sehen bei Western Union strukturelle Probleme, die langfristigem Wachstum im Wege stehen.

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Rekordumsätze, aber die Sorgenfalten wachsen: Der Einzelhandelsgigant Walmart knackt die Billionen-Marke beim Börsenwert und liefert ein glänzendes Weihnachtsgeschäft ab – besonders der E-Commerce boomt mit einem Plus von 27 %. Doch trotz der starken Zahlen schickten die Anleger die Aktie auf Talfahrt. Der Grund: Ein überraschend vorsichtiger Ausblick auf 2027 und wachsender Druck auf einkommensschwache Kunden. Steht der Konsumriese vor einer harten Landung oder ist das neue 30-Milliarden-Dollar-Aktienrückkaufprogramm das Sicherheitsnetz für Anleger?

Risikofaktor USA: „Man wettet niemals gegen die USA“, so eines der bekanntesten Zitate des Star-Investors Warren Buffett. Zuletzt sorgte US-Präsident Donald Trump jedoch immer wieder für Verwerfungen an der Börse. Zölle, Drohungen gegen Verbündete und fragwürdige militärische Maßnahmen im Ausland sind auch für die US-Wirtschaft ein Risikofaktor. Auch wenn Trump Signale von der Börse sehr ernst zu nehmen scheint, suchen viele Investoren nach Wegen, das USA-Risiko zu minimieren. Hier können ETF mit weniger Klumpenrisiko eine Idee sein. Auch ein Blick in ganz andere Weltregionen kann sich lohnen. 

Was sonst wichtig war

Bayer will den jahrelangen Glyphosat-Albtraum beenden: Monsanto hat am 17. Februar 2026 einen massiven Sammelvergleich über bis zu 7,25 Mrd. Dollar angekündigt, um aktuelle und künftige US-Klagen beizulegen. Doch die Euphorie am Markt verflog schnell. Trotz der Hoffnung auf juristische Ruhe stürzte die Aktie nach einem kurzen Hoch wieder ab. Der Grund: Die Rückstellungen explodieren auf fast 12 Milliarden Euro, und für 2026 droht ein „Cashflow-Loch“. Setzt Bayer hier den entscheidenden Schlussstrich oder ist die Summe nur ein Tropfen auf den heißen Stein? 

Hier könnte Donald Trump zum wichtigsten Unterstützer des deutschen Chemiekonzerns werden. In einer überraschenden Wendung hat US-Präsident das Herbizid Glyphosat per Exekutivorder als kritisch für die nationale Verteidigung und Ernährungssicherheit eingestuft. Durch das Inkrafttreten des „Defense Production Act“ wird die Produktion massiv gestärkt. Der Clou für Bayer: Das Dekret enthält Klauseln, die Herstellern rechtliche Immunität gewähren könnten, wenn sie Regierungsanweisungen befolgen. Während die Agrar-Lobby jubelt, kritisieren Teile der Trump-Unterstützer den Schritt heftig.

Ausblick

Am Montag (23.02.) blickt Deutschland auf das Ifo-Geschäftsklima, den wichtigsten Frühindikator der heimischen Wirtschaft. Nachdem der Index im Januar bei 87,6 Punkten stagnierte und die Stimmung als „Nullnummer zum Jahresstart“ betitelt wurde, hoffen Ökonomen für den Februar nun auf ein leichtes Plus in Richtung 88,1 Punkte. Besonders spannend: Während die Industrie zuletzt unter Druck blieb, entspannte sich der Fachkräftemangel durch KI-Integration und schwächere Nachfrage etwas – Anleger achten nun darauf, ob die Unternehmen endlich wieder positivere Erwartungen für das restliche Halbjahr formulieren.

Am Dienstag (24.02.) lädt Apple zur jährlichen Hauptversammlung, und der Druck auf Tim Cook könnte kaum größer sein. Investoren fordern klare Antworten zur „Apple Intelligence“ und deren Rollout in den Massenmarkt, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Während das iPhone 17 (und ein möglicher Neustart für den Voice-Assistenten „Siri“) für 2026 die Schlagzeilen beherrschen, wird die Börse vor allem auf Kommentare zum Wachstum in Indien und die Stabilität der Services-Sparte achten, die zuletzt mit einem Plus von 14 % als wichtigster Fels in der Brandung galt.

Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlusAnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Foto: © Bayer

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