Trumps Zollpolitik belastet die Aktienmärkte, davon profitiert wiederum der Goldpreis. Für die Jenoptik-Aktie ging es wegen eines schwachen Ausblicks in der vergangenen Woche steil bergab.
Die globalen Unsicherheiten und der drohende Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt schlugen sich in der vergangenen Handelswoche auf die Börsen durch. Der DAX beendete die Woche mit einem Minus von 1,88 % und landete so bei 22.461 Punkten.
Für den Dow Jones ging es um 0,96 % auf 41.583 Zähler nach unten. Der Nasdaq 100 verschlechterte sich sogar um 2,39 % und kam so auf 19.281 Punkte. Der marktbreite S&P 500 beendete den Freitag mit einem Wochenminus von 1,53 % bei 5.580 Punkten.

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Flucht in den sicheren Hafen
Der Goldpreis hat jüngst ein neues Rekordhoch von über 3.080 Dollar je Feinunze erreicht. Getrieben wird die Rally von mehreren Faktoren: Geopolitische Spannungen, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten, schüren die Unsicherheit an den Märkten und erhöhen die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold. Auch handelspolitische Risiken – wie die von den USA angekündigten Importzölle – tragen zur Flucht in Edelmetalle bei.
Hinzu kommen kräftige Goldkäufe durch Zentralbanken, allen voran aus China. Sie bauen ihre Reserven weiter aus, um sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Die Investmentbank Goldman Sachs hat angesichts dieser Entwicklungen ihre Prognose für den Goldpreis bis Jahresende auf 3.300 US-Dollar angehoben.
Allerdings gibt es auch warnende Stimmen. Analysten wie Jon Mills von Morningstar rechnen mittelfristig mit einem Rückgang des Goldpreises um bis zu 38 % – vor allem wegen eines steigenden Angebots und abnehmender Nachfrage in einem stabileren wirtschaftlichen Umfeld.
Jenoptik-Aktie verliert nach Zahlen
Der Technologiekonzern Jenoptik hat seine selbstgesteckten Ziele im Geschäftsjahr 2024 erreicht. Der Umsatz stieg um 4,7 % auf 1,12 Milliarden Euro, wobei alle Unternehmensbereiche zum Wachstum beitrugen. Besonders die Division Advanced Photonic Solutions profitierte von einer starken Nachfrage in der Halbleiterausrüstungsbranche. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 5,7 % auf 221,5 Millionen Euro, was einer EBITDA-Marge von 19,9 % entspricht. Der Nachsteuergewinn für die Aktionäre belief sich auf 92,6 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber 72,5 Millionen Euro im Vorjahr.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung deshalb eine Dividendenerhöhung auf 0,38 Euro je Aktie vor, was einer Steigerung von 8,6 % entspricht. Dies würde die Gesamtausschüttung auf 21,8 Millionen Euro erhöhen.
Das ist zwar grundsätzlich positiv, jedoch trübt ein Rückgang beim Auftragseingang um 5,9 % auf 1.027,7 Millionen Euro das Bild. Hierfür ist hauptsächlich eine geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie verantwortlich. Der Auftragsbestand reduzierte sich entsprechend auf 670,1 Millionen Euro. Für das Jahr 2025 erwartet Jenoptik aufgrund hoher Marktunsicherheiten einen Umsatz auf Vorjahresniveau mit einer EBITDA-Marge zwischen 18,0 und 21,0 %. Nach Abschluss des Neubaus der Reinraum-Fabrik in Dresden sollen die Investitionen deutlich unter dem Vorjahresniveau von 114,6 Millionen Euro liegen.
Für die Marktteilnehmer überwog der vorsichtige Ausblick, die Jenoptik-Aktie drehte auf Wochensicht 14,81 % ins Minus. Auf Jahressicht hat der Titel damit bereits mehr als 30 % an Wert verloren.
Ausblick
In der kommenden Handelswoche wird der IT-Dienstleister Cancom die Bücher öffnen. Zudem werden Zahlen von der Norma Group erwartet. Daneben werden vor allem die nächsten Schritte der EU im Zollstreit mit den USA im Fokus stehen.
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Foto: © Jenoptik AG