Börsenwoche: Zoll-Kehrtwende belebt Märkte – Katerstimmung bei Intel

Ein Display, auf dem Charts zu sehen sind.

Turbulente Tage an den Weltmärkten: Während Donald Trumps überraschender Rückzug der Zollandrohungen den DAX vor Schlimmerem bewahrte, feiert Silber eine historische 100-Dollar-Premiere. Doch trotz glänzender Edelmetalle herrscht bei Tech-Giganten wie Intel Katerstimmung. 

💡 Key Takeaways: Marktanalyse & Highlights
  • DAX-Resilienz: Nach Trumps Rückzug der Zollandrohungen stabilisierte sich der Leitindex bei 24.900 Punkten, verzeichnete auf Wochensicht jedoch ein Minus von 1,59 %.
  • Historischer Silber-Rally: Silber überschritt erstmals die Marke von 100 Dollar pro Feinunze – ein massiver Anstieg von rund 40 % seit Jahresbeginn.
  • Krypto-Bullcase: Cathie Wood prognostiziert für Bitcoin ein Kursziel von 760.000 Dollar bis 2030, getrieben durch eine institutionelle Adoptionsrate von aktuell 12 %.
  • Tech & Industrie im Fokus: Während Intel nach enttäuschendem Ausblick zweistellig einbrach, hofft Boeing im kommenden Bericht auf eine Verlustreduzierung von -5,90 Dollar auf ca. -0,40 Dollar je Aktie.

Der DAX ist schwach in die Handelswoche gestartet, am Donnerstag wendete sich das Blatt jedoch. Der Grund für die Kehrtwende war, dass Donald Trump die Zollandrohungen gegen Deutschland und weitere EU-Länder zurückgenommen hatte. Auf Wochensicht verblieb dennoch ein Minus von 1,59 %, der deutsche Leitindex beendete die Handelswoche bei 24.900 Punkten. 

Der Nasdaq 100 verbesserte sich leicht um 0,23 % auf 25.605 Punkte. Der Dow Jones hingegen rutschte 0,70 % ins Minus und landete so bei 49.098 Zählern. Der marktbreite S&P 500 verabschiedete sich mit einem Wochenverlust von 0,42 % bei 6.915 Punkten ins Wochenende. 

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Die Fokus-Themen der Woche

Intel nach Quartalszahlen unter Druck: Der US-Halbleiterhersteller Intel hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen lagen zwar über den Markterwartungen, der Ausblick enttäuschte jedoch. Die Aktie rutschte deshalb zweistellig ins Minus. 

Trump verunsichert deutsche Unternehmer: Die wiederholten Drohungen gegen Deutschland und die EU scheinen deutsche Unternehmen nachhaltig verunsichert zu haben. Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft hat die deutsche Wirtschaft ihr Engagement in den Vereinigten Staaten merklich zurückgefahren. 

Globaler Bergbauriese betritt die Bühne: Das IPO von Zijin Gold an der Börse Hongkong gehörte 2025 mit einem Emissionserlös von 3,2 Mrd. US-Dollar zu den größten Börsengängen des Jahres. Das Unternehmen steht jedoch aus verschiedenen Gründen immer wieder in der Kritik.

Was sonst noch wichtig war

Cathie Wood erwartet, dass der Bitcoin-Preis bis 2030 auf rund 760.000 Dollar steigt. Diese ultrabullishe Erwartung gründet sich primär auf die Annahme einer massiven institutionellen Adoption, wobei Spot-ETFs und börsennotierte Unternehmen, die bereits 12 % aller Bitcoins halten, als wesentliche Treiber fungieren. Sollte dieses Szenario eintreten, würde die Marktkapitalisierung von Bitcoin auf etwa 16 Bio. Dollar steigen, was einem jährlichen Wachstum von 63 % entspräche.

Silber-Futures überschritten am 23. Januar 2026 erstmals die Marke von 100 US-Dollar pro Feinunze. Dieser massive Preisanstieg markiert den Höhepunkt einer außergewöhnlichen Rally, in deren Verlauf sich der Silberpreis allein seit Jahresbeginn um rund 40 % verteuert und seinen Wert innerhalb eines Jahres verdreifacht hat. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen, einer strukturell bedingten Angebotsknappheit sowie einer stark steigenden industriellen Nachfrage, insbesondere in den Bereichen KI, Robotik und Energiewende. Trotz der euphorischen Marktstimmung mahnen Experten jedoch zur Vorsicht, da die extrem überkaufte Situation jederzeit zu abrupten Kurskorrekturen führen könnte.

Ausblick

Kommende Woche wird der Flugzeugbauer Boeing seinen Finanzbericht für das vierte Quartal vorlegen. Es herrscht vorsichtiger Optimismus: Erwartet wird ein Verlust von ca. 0,39 bis 0,44 Dollar je Aktie. Das wäre eine massive Verbesserung zum Vorjahresquartal (-5,90 Dollar). Der Fokus liegt auf den Auslieferungszahlen, Impulse werden von den steigenden Verteidigungsausgaben erwartet. 

Auch E-Auto-Pionier Tesla wird Einblick in die Bücher gewähren. Der Preiswettbewerb und schwache Auslieferungszahlen sorgen hier für angespannte Stimmung. Ein Lichtblick ist das Energiegeschäft. Hier wurde mit 14,2 GWh im Q4 ein Rekord aufgestellt, der die schwächelnde Autosparte teilweise abfedern könnte.

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