US-Spezialeinheiten haben am vergangenen Wochenende den venezolanischen Präsidenten festgenommen. Während die USA offiziell den Kampf gegen den Narco-Terrorismus anführen, rücken zunehmend die enormen Ölreserven des Landes in den Fokus. Die Chevron-Aktie legte trotz politischer Unsicherheiten deutlich zu.
- Kursreaktion: Die Chevron-Aktie reagiert unmittelbar auf die geopolitische Wende und notiert auf Wochensicht rund 9 % im Plus.
- Marktmacht: Venezuela verfügt über 17 % der globalen Ölreserven; Chevron kontrolliert vor Ort bereits über 25 % der aktuellen Förderung.
- Strategischer Vorteil: Mit ca. 3.000 Angestellten in der Region ist Chevron bestens positioniert, um die marode Infrastruktur nach dem US-Eingriff schnell hochzufahren.
- Risikofaktor: Trotz der „Drill, baby, drill“-Rhetorik mahnen Analysten zur Vorsicht, da die politische Lage hochexplosiv bleibt und US-Fracking-Interessen kollidieren könnten.
In den frühen Morgenstunden des 3. Januars 2026 nahmen US-Spezialeinheiten mit Unterstützung der DEA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fest. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau, Cilia Flores, auf ein US-Kriegsschiff verbracht und anschließend für den Prozess nach New York geflogen.
Die USA werfen Maduro Narco-Terrorismus vor. Donald Trump hatte Venezuela bereits zuvor wiederholt beschuldigt, die USA gezielt mit Drogen zu „überfluten“. Seit August 2025 drohte die US-Regierung mit einem militärischen Vorgehen auf venezolanischem Staatsgebiet. In seiner auf die Festnahme folgenden Ansprache in Mar-a-Lago rechtfertigte Trump den Militärschlag als notwendigen Akt der Selbstverteidigung. Kritiker werfen der Regierung jedoch vor, völkerrechtswidrig gehandelt zu haben, da Maduro zum Zeitpunkt der Festnahme ein amtierendes Staatsoberhaupt war.
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Wirtschaftliche Interessen und das „schwarze Gold“
Hinter der Militäroperation stehen jedoch auch massive wirtschaftliche Interessen. Venezuela verfügt mit rund 17 % der globalen Bestände über die größten Ölreserven weltweit. Aufgrund jahrelanger staatlicher Misswirtschaft wurde zuletzt jedoch nur noch ein Bruchteil des Potenzials gefördert. Diesen Umstand will die US-Administration nun ändern.
US-Konzerne bohren bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Venezuela nach Öl, wurden jedoch 2007 unter dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez faktisch enteignet. Lediglich Chevron blieb durch Sonderlizenzen weiterhin im Land aktiv. Diesen „größten Diebstahl amerikanischen Eigentums“, wie Trump es nennt, will der Präsident nun korrigieren. Getreu seinem Motto „Drill, baby, drill“ soll das venezolanische Öl zur Stabilisierung des Marktes und zur Stärkung der US-Wirtschaft genutzt werden.
Chevron als Hauptprofiteur
An der Börse wurde diese Entwicklung positiv aufgenommen. Da Chevron bereits rund 3.000 Angestellte vor Ort hat und mehr als 25 % der aktuellen Förderung kontrolliert, gilt der Konzern als bestens positioniert für einen raschen Ausbau der Infrastruktur. Die Chevron-Aktie notierte auf Wochensicht gut 9 % im Plus.
Experten bleiben skeptisch
In seiner Pressekonferenz betonte Trump: „Wir werden unsere großen US-Ölkonzerne nach Venezuela schicken, damit sie Milliarden investieren, die marode Infrastruktur reparieren und damit beginnen, Geld zu verdienen.“
Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht. Es ist unklar, wie schnell die Strategie Früchte tragen wird, da die politische Lage in Venezuela nach dem Zugriff hochexplosiv ist. Mit Blick auf Rohstoffinvestments weisen Experten darauf hin, dass ein durch venezolanisches Öl ausgelöster Preisverfall nicht unbedingt im Interesse der USA läge, da dies die heimische Fracking-Industrie unter Druck setzen könnte.
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