Nach einem starken ersten Halbjahr stellt die Deutsche Bank ihre Aktionäre auf ein verhalteneres drittes Quartal im Investmentbanking ein. Die hohe Vergleichsbasis erklärt zwar einen Teil der Abschwächung die Aktie rutschte dennoch ab.
- Ertragsabkühlung im Q3: Finanzchef Raja Akram warnt vor stagnierenden oder leicht rückläufigen Investmentbanking-Erträgen gegenüber dem starken Vorjahresquartal (3 Mrd. Euro Ertrag im Q3 2025).
- Ende der Wachstumsdynamik: Nach starken +19 % Ertragswachstum und +59 % Vorsteuergewinn im Q2 2026 muss die Sparte wegen Schwächen im Kredithandel kleinere Brötchen backen.
- Kursreaktion am Aktienmarkt: Die Deutsche Bank Aktie gibt in Reaktion auf den verhaltenen Ausblick im Tagesverlauf um 4,50 % nach.
- Fokus auf den 28. Oktober: Bei der anstehenden Zahlenvorlage entscheiden Kosteneffizienz und Risikovorsorge darüber, ob die Jahresziele der Bank intakt bleiben.
Die Deutsche Bank muss im Investmentbanking kleinere Brötchen backen. Finanzvorstand Raja Akram erklärte am 23. September auf einer Investorenkonferenz der Bank of America, die Erträge der Sparte könnten im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr stagnieren oder leicht zurückgehen. Für das endgültige Ergebnis seien auch die verbleibenden Handelstage im September entscheidend.
Starker Vorjahreszeitraum
Die Hürde aus dem Vorjahr liegt hoch. Im dritten Quartal 2025 hatte die Investmentbank ihre Erträge um 18% auf rund 3 Mrd. Euro gesteigert. Besonders stark entwickelte sich damals das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen, kurz FIC: Hier legten die Erträge um 19% auf 2,5 Mrd. Euro zu. Selbst bei einer Seitwärtsbewegung würde die Sparte somit ein beachtliches Geschäftsvolumen halten.

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Dennoch markiert Akrams Ausblick eine deutliche Verlangsamung. Noch im zweiten Quartal 2026 waren die Erträge der Investmentbank um 19% auf 3,2 Mrd. Euro gestiegen. Der Vorsteuergewinn hatte sogar um 59% auf 1,3 Mrd. Euro zugelegt. Diese Wachstumsdynamik lässt sich offenbar vorerst nicht fortschreiben. Für Aktionäre gewinnt damit die Frage an Bedeutung, wie gut die Bank ihre Profitabilität bei einer schwächeren Ertragsentwicklung behaupten kann.
Im Handelsgeschäft verlief das laufende Quartal wechselhaft. Auf einen starken Juli folgte laut Akram ein saisonal schwacher August. Der September zeigte bislang ein uneinheitliches Bild. Gegenwind kommt insbesondere aus dem Handel mit Kreditprodukten. Außerhalb dieses Bereichs zeichnete der Finanzchef ein freundlicheres Bild der Geschäftsentwicklung.
Deutsche Bank: Aktie gibt nach
Für die Aktie der Deutsche Bank ging es wegen dieser Prognose am Mittwoch nach unten. Im Laufe des Handelstages rutschte sie 4,50 % ins Minus. Auf Sechsmonatssicht notiert das Papier 25,99 % im Plus, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie 7,58 % verschlechtert.
Für Anleger wird bei der Zahlenvorlage am 28. Oktober entscheidend sein, ob die Schwäche im Kredithandel begrenzt bleibt und wie sich Kosten sowie Risikovorsorge entwickeln. Kann die Deutsche Bank ihre Jahresziele mit belastbaren Ergebnissen untermauern, ließe sich die aktuelle Wachstumsdelle einordnen. Halten die Belastungen an, steigt dagegen der Druck auf die übrigen Geschäftsbereiche, den Gewinn zu stützen.
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