E.ON hat im ersten Halbjahr 2026 mehr verdient und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Während der Umsatz deutlich zurückging, legten der bereinigte Konzernüberschuss und der operative Cashflow zu. Bei den Investitionen muss der Energiekonzern in der zweiten Jahreshälfte allerdings kräftig aufholen.
- Gewinn-Zuwachs trotz Umsatzminus: Der bereinigte Konzernüberschuss stieg im ersten Halbjahr um 5 % auf 1,9 Mrd. Euro, obwohl der Außenumsatz um 8 % auf 38,1 Mrd. Euro zurückging.
- Starker operativer Cashflow: Der Cashflow vor Zinsen und Steuern kletterte deutlich um 21 % auf 2,7 Mrd. Euro (Cash Conversion Rate stieg von 51 % auf 57 %).
- Hoher Investitionsdruck im H2: Nach nur rund 3 Mrd. Euro Investitionen im H1 (-7 %) müssen in der zweiten Jahreshälfte noch über 5,7 Mrd. Euro investiert werden, um das Jahresziel von 8,7 Mrd. Euro zu erreichen.
- Prognose & Dividende stehen: E.ON bestätigt das Jahresziel (EBITDA 9,4–9,6 Mrd. Euro) bei einer bis 2030 geplanten jährlichen Dividendenerhöhung von bis zu 5 %.
Der Außenumsatz des E.ON-Konzerns ging im ersten Halbjahr um 8 % auf 38,1 Mrd. Euro zurück. Verantwortlich dafür war vor allem das Geschäft mit Energiekunden. Sinkende Umsätze sind bei Energieversorgern allerdings nicht automatisch mit einem schwächeren Ergebnis gleichzusetzen, da sie unter anderem von Energiepreisen und Absatzmengen beeinflusst werden.
Beim operativen Ergebnis ging es leicht nach oben. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 1 % auf 5,4 Mrd. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 5 % auf 1,9 Mrd. Euro. Je Aktie entspricht das einem bereinigten Ergebnis von 0,74 Euro nach 0,70 Euro im Vorjahreszeitraum.
Im zweiten Quartal allein verlor die Ergebnisentwicklung allerdings an Dynamik. Das bereinigte EBITDA stagnierte bei knapp 2,2 Mrd. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss legte lediglich um 2 % auf 582 Mio. Euro zu.
Deutlich besser entwickelte sich der Cashflow. Der operative Cashflow vor Zinsen und Steuern erhöhte sich im ersten Halbjahr um 21 % auf 2,7 Mrd. Euro. Die Cash Conversion Rate stieg von 51 auf 57 %.
Netze bleiben das wichtigste Standbein
Das Geschäftsfeld Energy Networks erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA von 3,8 Mrd. Euro und lag damit 1 % über dem Vorjahreswert. Schwächere Ergebnisse im deutschen Netzgeschäft wurden durch Zuwächse in anderen europäischen Märkten ausgeglichen. Besonders deutlich ging es in Süd-Osteuropa nach oben.
Kräftig zulegen konnte auch das Geschäftsfeld Energy Infrastructure Solutions. Das bereinigte EBITDA stieg um 19 % auf 389 Mio. Euro. Wachstumstreiber waren unter anderem neue Projekte für Industriekunden und höhere weitergereichte Beschaffungskosten.
Bei Energy Retail sank das bereinigte EBITDA dagegen um 4 % auf 1,2 Mrd. Euro. Hier belasteten strukturelle Effekte in Deutschland, darunter die Entkonsolidierung der NEW-Gruppe. Positiv entwickelte sich hingegen das britische Privatkundengeschäft.
In Großbritannien will E.ON seine Position durch die Übernahme von Ovo Energy deutlich ausbauen. E.ON betreut dort derzeit rund 5,6 Mio. Kunden. Ovo würde voraussichtlich weitere vier Millionen Kunden beisteuern. Der Abschluss der Transaktion ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen, steht aber noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

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Hoher Investitionsbedarf im zweiten Halbjahr
E.ON investierte von Januar bis Juni knapp 3 Mrd. Euro und damit 7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem im Netzgeschäft lagen die Investitionen wegen der kalten Witterung zu Jahresbeginn und zeitlicher Verschiebungen einzelner Projekte unter Plan.
Nach Angaben des Unternehmens sollen die ausgefallenen Investitionen im weiteren Jahresverlauf nachgeholt werden. An der Planung, im Gesamtjahr rund 8,7 Mrd. Euro zu investieren, hält E.ON fest. Damit müssten in der zweiten Jahreshälfte noch mehr als 5,7 Mrd. Euro ausgegeben werden – beinahe doppelt so viel wie in den ersten sechs Monaten.
Der hohe Kapitalbedarf schlägt sich bereits in der Bilanz nieder. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung erhöhte sich seit Ende 2025 um 3,5 Mrd. Euro auf 46,7 Mrd. Euro. Neben den Investitionen war dafür auch die Dividendenausschüttung verantwortlich. Die langfristigen Ratings von S&P, Moody’s und Fitch sowie die jeweils stabilen Ausblicke wurden im zweiten Quartal dennoch bestätigt.
Prognose bleibt unverändert
Für das Gesamtjahr erwartet E.ON weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Mrd. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss soll 2,7 bis 2,9 Mrd. Euro erreichen. Daraus ergibt sich ein erwartetes bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,03 bis 1,11 Euro.
Nach sechs Monaten hat E.ON bereits rund 57 % des mittleren EBITDA-Ziels und knapp 69 % des angestrebten Konzernüberschusses erreicht. Auch wenn die Ergebnisse nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt anfallen, erscheint die Prognose damit gut abgesichert.
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte E.ON eine Dividende von 0,57 Euro je Aktie. Es war die elfte Dividendenerhöhung in Folge. Bis 2030 soll die Ausschüttung nach den derzeitigen Planungen jährlich um bis zu 5 % steigen.
E.ON-Aktie nach Zahlen im Minus
Nach den Zahlen ging es für die E.ON-Aktie nach unten, auf Wochensicht notiert sie rund 3 % im Minus. Damit setzte sich der Kurs der vergangenen Monate fort, auf Sechsmonatssicht verlor das Papier rund 3,4 % an Wert. Auf Jahressicht notiert es jedoch weiterhin solide im Plus.
Anleger sollten in der zweiten Jahreshälfte vor allem auf die Umsetzung des umfangreichen Investitionsprogramms und die Entwicklung der Verschuldung achten. Hinzu kommen regulatorische Risiken, insbesondere im deutschen Netzgeschäft. Die bestätigte Prognose, der verbesserte Cashflow und die kontinuierlich steigende Dividende sprechen jedoch weiterhin für das defensive Profil der E.ON-Aktie.
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Foto: © E.ON







