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Home Depot Aktie: Q2-Umsatz steigt um 5,7 % auf 47,9 Mrd. $
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Home Depot wächst trotz Wohnungsflaute – Aktie gibt leicht nach 

18.08.2026

3–5 Minuten

Thomas G. Wunder

Das Firmenschild an einem Home-Depot-Baumarkt.

Der US-Baumarktkonzern Home Depot übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen. Kleinere Projekte, größere Warenkörbe und ein starkes Geschäft mit Profikunden gleichen die anhaltende Schwäche bei großen Renovierungen aus. Die Aktie bewegte sich im Handelsverlauf dennoch kaum.

💡 Key Takeaways: Home Depot Q2-Ergebnisse
  • Erwartungen übertroffen: Der Umsatz stieg im Q2 um 5,7 % auf 47,9 Mrd. US-Dollar, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 5,1 % auf 4,92 US-Dollar zulegte.
  • Starker Bon-Effekt: Trotz eines Rückgangs der Transaktionen um 1,0 % stieg der durchschnittliche Einkaufswert um 2,8 %, gestützt durch Preissetzungsmacht und höherwertigen Produktmix.
  • E-Commerce als Wachstumsmotor: Die Online-Umsätze legten um 11 % zu, verstärkt durch den Ausbau der landesweiten Expresszustellung und ein starkes Profikunden-Geschäft.
  • Sondereffekt bei Marge: Die Bruttomarge verbesserte sich auf 33,7 %, profitiert jedoch einmalig von 685 Mio. US-Dollar an Zollrückerstattungen.
  • Prognose & Kursreaktion: Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzplus von 2,5 % bis 4,5 % erwartet; die Aktie reagierte gelassen und schloss knapp mit -0,12 %.

Home Depot hat im zweiten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7 % auf 47,9 Mrd. US-Dollar. Auf vergleichbarer Basis betrug das Wachstum 1,7 %, in den USA waren es 1,3 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 5,1 % auf 4,92 US-Dollar zu. Analysten hatten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis weniger erwartet.

Bemerkenswert ist, dass Home Depot diese Verbesserung weiterhin ohne nennenswerten Rückenwind vom US-Immobilienmarkt erreicht. Hohe Finanzierungskosten und geringe Hausverkäufe belasten insbesondere größere, häufig kreditfinanzierte Renovierungsvorhaben. Dafür investieren die Kunden wieder etwas stärker in kleinere Reparatur- und Instandhaltungsprojekte.

Höhere Bons gleichen weniger Transaktionen aus

Die Zahl der vergleichbaren Transaktionen ging zwar um 1,0 % zurück. Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Bon aber um 2,8 %. Der höhere Einkaufswert beruht nach Unternehmensangaben auf einer Kombination aus Preissteigerungen, höherpreisigen Einzelkäufen und einem günstigeren Produktmix. Kunden griffen unter anderem bei Kühlgeräten, Elektrowerkzeugen und Patio-Produkten zu höherwertigen Angeboten.

Das deutet auf gewisse Preissetzungsspielräume hin und zeigt vor allem die Fähigkeit, auch in einem schwierigen Umfeld höherwertige Produkte zu verkaufen. Positiv ist zudem die Breite der Entwicklung: 13 von 16 Warenbereichen erzielten vergleichbare Umsatzsteigerungen. Auch Transaktionen über 1.000 US-Dollar nahmen um 2,4 % zu. Das darf allerdings nicht mit einer allgemeinen Rückkehr großer Renovierungsprojekte gleichgesetzt werden. Häufig handelt es sich dabei um einzelne hochpreisige Produkte, während umfangreiche, finanzierungsabhängige Vorhaben weiterhin aufgeschoben werden.

Weitere Unterstützung kommt vom Geschäft mit professionellen Kunden, das sich besser entwickelte als das Heimwerkergeschäft. Die Übernahmen von SRS und GMS erweitern das Angebot für Handwerker, Bauunternehmen und gewerbliche Kunden. Gleichzeitig legten die Onlineumsätze um 11 % zu. Schnellere Lieferungen und die inzwischen landesweit angebotene Expresszustellung sollen insbesondere Kunden ansprechen, die kurzfristig Material für laufende Projekte benötigen.

Zollrückzahlung hilft der Marge

Ein kleiner Wermutstropfen findet sich bei der Profitabilität. Die Bruttomarge verbesserte sich zwar um rund 25 Basispunkte auf 33,7 %. Darin enthalten sind jedoch 685 Mio. US-Dollar an Zollrückerstattungen, die im zweiten Quartal die Umsatzkosten reduzierten.

Der Effekt ist nicht dauerhaft. Home Depot erwartet, dass höhere Aufwendungen für Treibstoff, Energie und andere Produktkosten den Vorteil der Rückerstattungen im Gesamtjahr vollständig aufzehren werden. Daraus lässt sich weder ein grundlegendes Margenproblem noch eine besondere Ergebnisdynamik ableiten. Die ausgewiesene Margenverbesserung sollte lediglich nicht ohne diesen Sondereffekt betrachtet werden.

Prognose bestätigt – Home-Depot-Aktie leicht im Minus

Für das Gesamtjahr hält Home Depot an seiner Prognose fest. Der Umsatz soll um 2,5 bis 4,5 % steigen, die vergleichbaren Erlöse sollen stagnieren oder um bis zu 2 % wachsen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet das Unternehmen eine Entwicklung zwischen unverändert und plus 4 %.

Insgesamt zeichnen die Zahlen ein vorsichtig positives Bild. Home Depot wächst, gewinnt nach eigener Einschätzung Marktanteile und kann die schwache Kundenfrequenz durch höhere Bons sowie ein stärkeres Profi- und Onlinegeschäft ausgleichen. Eine Erholung des Immobilienmarkts ist dafür bislang nicht nötig. Wann größere Renovierungsprojekte zurückkehren, bleibt offen – bis dahin beweist der Konzern vor allem Widerstandskraft. Die Zahlen sorgten dennoch kaum für Bewegung, im Laufe des Handelstages ging es für die Home-Depot-Aktie 0,12 % nach unten.  

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Foto: © Julia A. Keirns auf Unsplash

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