Johnson & Johnson hat am Dienstag solide Quartalszahle vorgelegt und die Prognose ein weiteres Mal angehoben. Die Aktie rutschte dennoch deutlich ins Minus.
- Solides Umsatzplus in Q3: Der Konzernumsatz kletterte im Vorjahresvergleich um 5,9 % auf 25,4 Mrd. US-Dollar.
- Sondereffekt drückt GAAP-Gewinn: Wegen hoher Rückstellungen für den Talkum-Rechtsstreit sank der ausgewiesene Gewinn je Aktie um 95,8 % auf 0,09 US-Dollar.
- Zweite Prognoseanhebung 2026: J&J hebt die Jahreshürde beim Umsatz auf 7,2 % bis 7,6 % Anstieg an und erwartet ein bereinigtes EPS von 11,05 bis 11,15 US-Dollar.
- Aktienkurs verliert 5,7 %: Grund für die Verkäufe ist die Kluft zwischen starkem Pharma-Wachstum (+7,7 %) und schwächelnder Medizintechnik (+2,5 %, internat. nur +0,1 %).
Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson hat Zahlen für dritte Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 % auf 25,4 Mrd. Dollar.
Der Gewinn je Aktie lag im Berichtszeitraum bei 0,09 Dollar und damit 95,8 % unter dem Wert aus dem dritten Quartal 2025. Johnson & Johnson verweist im Quartalsbericht jedoch auf Sondereffekte. Besonders negativ wirkt sich der Rechtsstreit um angeblich krebserregende Talkumprodukte aus. Als bereinigten Wert gibt der Konzern 2,59 Dollar an.
Sie wollen wissen, wer die Erwartungen der Börse erfüllt? Tragen Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter ein.
Zweite Prognoseanhebung in Folge
Wegen der soliden Zahlen hat Johnson & Johnson die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr angehoben. Es ist die zweite Anhebung in Folge, bereits im Juli hatte das Unternehmen seinen Ausblick nach oben korrigiert.
Beim Umsatz erwartet das Unternehmen jetzt ein Wachstum von 7,2 % bis 7,6 %. Das untere Ende der Spanne lag zuvor bei 7,0 %. Auch beim Gewinn je Aktie zeigt man sich optimistischer: Statt 10,96 Dollar bis 11,11 Dollar stellt das Management jetzt einen Wert zwischen 11,05 Dollar und 11,15 Dollar in Aussicht.
Im neuen Ausblick wird eine strategische Kooperation mit Sail Biomedicines und die im Juli erfolgte Übernahme von Firefly Bio bereits berücksichtigt. Auch die Belastung für einen möglichen Vergleich beim Talkum-Rechtsstreit ist bereits enthalten.
Aktie gibt dennoch nach
Auch wenn die Zahlen grundsätzlich stimmen, rutschte die Aktie von Johnson & Johnson im Laufe des Handelstages 5,73 % ins Minus.
Das liegt zum einen daran, dass sich die Kerngeschäftsfelder im vergangenen Quartal unterschiedlich entwickelt haben: Während das Pharmageschäft um 7,7 % wuchs, legte der Medizintechnikbereich nur 2,5 % zu.
Zum anderen wird das Wachstum vor allem von den USA getrieben. Hier wuchs beispielsweise der Medizintechnik-Umsatz um 4,8 %; im Rest der Welt nur um 0,1 %. Vor allem in Europa und der Region „Asia-Pacific, Africa“ schwächelt Johnson & Johnson.
Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlus, AnlegerPlus News und AnlegerLand, ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.
Foto: © Johnson & Johnson







