Klöckner-Aktie schnellt nach Übernahmeangebot in die Höhe

Ein Lager mit Stahlteilen.

Lange wurde spekuliert, nun ist die Katze aus dem Sack. Worthington Steel greift nach dem Duisburger Traditionsunternehmen Klöckner & Co. Die Klöckner-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Einigung auf das Niveau des Angebotspreises.

💡 Key Takeaways: Worthington-Übernahme von Klöckner & Co
  • Attraktives Barangebot: Worthington Steel bietet 11,00 Euro je Aktie, was einer massiven Prämie von 81 % gegenüber dem Schlusskurs vom 5. Dezember 2025 entspricht.
  • Marktreaktion & Kursziel: Die Klöckner-Aktie sprang unmittelbar um 27,36 % nach oben und notiert mit 11,01 Euro bereits leicht über dem offiziellen Gebot.
  • Gesicherte Mehrheit: Durch die Zusage des Großaktionärs SWOCTEM ist ein wichtiger Block für die angestrebte 65 %-Hürde bereits gesichert; der Abschluss wird für das 2. Halbjahr 2026 erwartet.
  • Anlagestrategie: Da das Kurspotenzial durch das Gebot bei 11 Euro gedeckelt ist, empfiehlt sich für investierte Anleger die Gewinnmitnahme; ein Neueinstieg bietet derzeit kein attraktives Chance-Risiko-Profil mehr.

Worthington Steel bietet je Klöckner-Aktie 11 Euro in bar. Dies entspricht einer Prämie von ca. 81 % auf den Schlusskurs der Klöckner & Co zum 5. Dezember 2025, dem letzten Tag, bevor die Verhandlungen öffentlich bekannt gemacht wurden, und von ca. 98 % auf Basis des unbeeinflussten volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurses der Klöckner-Aktie bis zum 5. Dezember 2025. Der implizite Unternehmenswert beläuft sich damit auf 2,1 Mrd. Euro. Dass der Vorstand und der Aufsichtsrat die Annahme empfehlen, überrascht wenig: Das Angebot reflektiere den inneren Wert der Klöckner-Aktie und beinhaltet eine attraktive Prämie, heißt es in der Pressemitteilung. Die Gremien von Klöckner & Co begrüßen zudem den strategischen Nutzen des Zusammenschlusses und den damit zu erzielenden Mehrwert für alle Beteiligten.

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Zusammenschluss setzt Synergien frei

Mit der unwiderruflichen Zusage des Großaktionärs SWOCTEM GmbH (Friedhelm Loh) ist bereits ein massiver Block der benötigten 65 % gesichert. Die Analysten sehen daher kaum regulatorische oder finanzielle Hürden. Die Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Worthington behält sich jedoch vor, bei Erreichen von 95 % der Anteile einen Squeeze-out durchzuführen und das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Auch strategisch ergibt der Deal Sinn. Beide Unternehmen sind Spezialisten in der Metallverarbeitung. Durch den Zusammenschluss entstehen Synergien in der Produktion und beim Einkauf, was die Margen in einem zyklischen Geschäft stabilisieren dürfte. Besonders positiv: Klöckner soll vorerst eigenständig bleiben, und ein Stellenabbau ist laut aktuellen Plänen nicht vorgesehen.

Klöckner-Aktie legt zu

Am Freitag ging es für die Klöckner-Aktie 27,36 % nach oben. Sie notierte zuletzt bei 11,01 Euro. Ein Verkauf zum jetzigen Kursniveau ist der sicherste Weg, um die Gewinne einzutüten. Ein Neueinstieg auf diesem Niveau macht für Privatanleger keinen Sinn mehr – das Kurspotenzial ist durch das Gebot nach oben gedeckelt, während das Risiko eines Scheiterns (so gering es auch sein mag) voll zu Lasten des Neueinsteigers ginge. 

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