Für Restaurant-Aktien ging es am Dienstag nach unten. Grund war ein Branchenbericht, der einen Besucherrückgang im August feststellte. Doch auch der Preisdruck macht den US-Verbrauchern zu schaffen.
- Rückgang der Besucherzahlen: US-Restaurantketten verzeichneten im August 2,4 % weniger Besuche; Aktien wie Texas Roadhouse (-6,32 %) und Chipotle (-5,94 %) gaben deutlich nach.
- Herber Enttäuschungs-Crash: Dave & Buster’s brach nach einem Umsatzminus von 2,4 % (544,1 Mio. USD) und einem bereinigten EBITDA-Rückgang auf 98,9 Mio. USD um rund 20 % ein.
- Reallohnverlust & Inflation: Bei einer Inflation von 3,4 % und einem Benzinpreisanstieg von 27,4 % sanken die Reallöhne um 0,3 % – Auswärtsessen verteuerte sich im Vergleich zum Supermarkt überdurchschnittlich.
- Verzerrende Sonderfaktoren: Ein verschobenes Labor-Day-Wochenende sowie wetter- und kalenderbedingte Effekte verzerrten die Placer.ai-Messdaten der Standortbesuche zusätzlich.
Die Aktien großer US-Restaurantketten gerieten am Dienstag unter Druck. Chipotle Mexican Grill verlor 5,94 %, Yum! Brands 3,80 %, Domino’s Pizza 3,41 %, Darden Restaurants 4,32 % und Texas Roadhouse 6,32 %.
Den Auslöser lieferte ein neuer Branchenbericht des Analysehauses Placer.ai. Demnach lagen die Besuche bei US-Restaurantketten im August 2,4 % unter dem Vorjahreswert. Im Juni und Juli hatte sich die Entwicklung noch schrittweise verbessert.
Die Schwäche war geografisch breit gestreut. In nahezu allen US-Bundesstaaten gingen die Restaurantbesuche zurück. Selbst Kalifornien, der beste Markt der Erhebung, erreichte nur ein Plus von 0,3 %.
Schwache Zahlen verstärken die Sorgen
Zusätzliche Nahrung erhielten die Befürchtungen durch Dave & Buster’s. Das Restaurant- und Unterhaltungsunternehmen hatte am Vorabend enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt.
Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,4 % auf 544,1 Mio. Dollar. Die vergleichbaren Filialumsätze gingen um 2,9 % zurück. Statt des erwarteten Gewinns meldete das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 0,27 Dollar je Aktie. Das bereinigte EBITDA fiel von 129,8 Mio. auf 98,9 Mio. Dollar. Die Aktie brach daraufhin um rund 20 % ein.
Dave & Buster’s ist zwar nur eingeschränkt mit einer Schnellrestaurantkette vergleichbar. Die Zahlen bestätigten jedoch scheinbar die Botschaft des Placer-Berichts: Die Amerikaner werden bei Restaurant- und Freizeitbesuchen vorsichtiger.
Günstiges Essen schützt nicht automatisch
Das dürfte vor allem am anhaltenden Preisdruck in den Vereinigten Staaten liegen. Im August stiegen die Verbraucherpreise laut US-Arbeitsministerium um 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Stundenlöhne stiegen hingegen nur um 3,1 %. Real verdienten Beschäftigte pro Stunde daher 0,3 % weniger als ein Jahr zuvor.

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Infolge des Irankriegs verteuerte sich Benzin zudem deutlich. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise im August um 27,4 %. Die Energiepreise insgesamt stiegen um 16,3 %.
Fast-Food-Ketten können in einem solchen Umfeld zwar profitieren, wenn Verbraucher günstige Alternativen zu teureren Restaurants suchen. Wenn Verbraucher jedoch gänzlich darauf verzichten, auswärts zu essen, belastet das auch Chipotle und Co.
Dazu passt die Preisentwicklung. Die Preise für Essen außer Haus stiegen im August um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr. Lebensmittel im Einzelhandel verteuerten sich dagegen um 2,2 %. Damit verschob sich das relative Preisverhältnis weiter zugunsten des Essens zu Hause.
Vorsicht vor vorschnellen Schlussfolgerungen
Der Placer-Bericht enthält allerdings eine wichtige Einschränkung. Ein Teil des Rückgangs ist auf Kalendereffekte zurückzuführen.
2025 fiel der Labor Day auf den 1. September. Dadurch lag der Beginn des stark frequentierten Feiertagswochenendes noch im August. 2026 fiel der Feiertag dagegen auf den 7. September, sodass das gesamte Wochenende dem September zugerechnet wurde.
Außerdem hatte der August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat einen Freitag weniger und einen Montag mehr. Für Restaurants ist dieser Unterschied besonders relevant, da Freitage und Wochenenden mehr zum Umsatz beitragen. Schlechtes Wetter im Nordosten und rund um die Großen Seen dürfte die Besucherzahlen zusätzlich belastet haben.
Hinzu kommt, dass Placer.ai Standortbesuche und keine Umsätze misst. Ein Kunde kann seltener kommen und dennoch mehr ausgeben. Der Rückgang um 2,4 % ist daher nicht automatisch mit einem entsprechenden Umsatzminus gleichzusetzen.
Dennoch zeigen die Zahlen einerseits, dass die weiterhin zu hohe Inflation den Verbrauchern zusetzt. Der Krieg im Iran und die damit einhergehenden Ölpreise bleiben damit ein Risikofaktor.
Andererseits wird deutlich, wie empfindlich die Marktteilnehmer derzeit auf Anzeichen von Schwäche reagieren. Anleger müssen in den kommenden Monaten mit stärkeren Schwankungen am Aktienmarkt rechnen.
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