Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat seinen ersten eigenen Satelliten ins All gebracht. Ziel des Satellitenprogramms ist es, Daten für die Luftverteidigung zu gewinnen. Ein weiterer Start ist für 2028 geplant. Die Rheinmetall-Aktie profitierte davon nicht.
- Erster Satellitenstart geglückt: Am 01.10.2026 brachte Rheinmetall mit SpaceX seinen erstenFrühwarn-Satelliten ins All; der nächste Start folgt 2028.
- Großauftrag gesichert: Das Joint Venture Rheinmetall ICEYE (60 % Rheinmetall-Anteil) holt einen 1,7 Mrd. Euro schweren Bundeswehr-Auftrag zur Aufklärung der NATO-Ostflanke.
- Milliarden-Markt Weltraumverteidigung: Deutschland investiert in den kommenden 5 Jahren insgesamt 35 Mrd. Euro in militärische Weltraumkapazitäten.
- Aktie bleibt unter Druck: Trotz des Wandels zum Infrastruktur-Betreiber sank der Aktienkurs in der Handelswoche um 2,60 % und liegt seit Jahresbeginn 38,70 % im Minus.
Der in Zusammenarbeit mit dem italienischen Raumfahrtunternehmen entwickelte Satellit startete am 1. Oktober 2026 an Bord einer SpaceX-Trägerrakete in die Umlaufbahn.
Bei Rheinmetalls Satellitenprogramm geht es nicht darum, Bodenobjekte zu kartographieren, sondern ein Frühwarnsystem für die Luftverteidigung aufzubauen. Die Sensoren des Satelliten erfassen bodengestützte Indikatoren für aufkommende Bedrohungen aus der Luft. Die erfassten Lage- und Bilddaten werden mit Hilfe von KI verarbeitet, um sie nahtlos in nationale Verteidigungs- und Luftverteidigungssysteme zu integrieren und sie den Kunden direkt zur Verfügung zu stellen.
Mit seinem ersten Satelliten will Rheinmetall beweisen, dass es einen Beitrag zur militärischen Weltraum-Infrastruktur leisten kann. So soll auch die Finanzierung der nächsten Schritte sichergestellt werden. Ein weiterer Satellitenstart ist für 2028 geplant.
Veränderte Kriegsführung
Mit der Investition in den Weltraum reagiert Rheinmetall auch darauf, wie sich die Kriegsführung geändert und welche Fähigkeiten jetzt für die Staaten interessant werden. Laut dem Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit sind Weltraum-Fähigkeiten ein Kernbestandteil des modernen Verteidigungsarsenals.
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Der Ukrainekrieg habe gezeigt, dass Satellitendaten unverzichtbar für Militäroperationen seien. Sie werden für die Kommunikation, Datenerhebung, Navigation und Raketenfrühwarnsysteme benötigt. Doch ausgerechnet die europäischen Staaten verfügen in diesem Bereich über wenige eigene Kapazitäten. Stattdessen sind sie stark abhängig von den Vereinigten Staaten.
Das Problem scheint man in Berlin erkannt zu haben: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat angekündigt, in den nächsten fünf Jahren 35 Mrd. Euro in deutsche Weltraumverteidigung investieren zu wollen.
Vom Zulieferer zum Infrastrukturunternehmen
Einen Teil des Investitionspakets konnte sich Rheinmetall bereits sichern. Ein 1,7 Mrd. Euro schwerer Großauftrag der Bundeswehr ging an das Joint Venture Rheinmetall ICEYE Space Solutions, an dem Rheinmetall 60 % hält.
Ziel ist es, ein weltraumgestütztes Radarsystem zur lückenlosen Aufklärung und zum Schutz der NATO-Ostflanke sowie der Bundeswehr-Infrastruktur aufzubauen. Rheinmetall baut dafür aktuell ein ehemaliges Autozulieferer-Werk in Neuss zu einer hochmodernen Satelliten-Produktionsstätte um.
Mit dem Aufbau eines eigenen Satellitennetzes wagt Rheinmetall den Schritt vom Hardware-Lieferanten zum Betreiber einer eigenen Weltraum-Infrastruktur. Der Konzern stärkt damit seine Position als integriertes Systemhaus für Verteidigungslösungen,
Rheinmetall-Aktie profitiert noch nicht
Bei den Investoren hat Rheinmetall mit seinen Weltraum-Ambitionen bisher noch keine Pluspunkte gesammelt. In der vergangenen Handelswoche ging es für die Rheinmetall-Aktie 2,60 % nach unten. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 38,70 % an Wert verloren.
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