Starker Anker, starke Rendite – Warum Familienunternehmen den Markt schlagen

Alter Anker an der Uferpromenade einer Ostseestadt

Langfristig schlagen Familienunternehmen fast immer den Weltmarkt. Welche strukturellen Faktoren erklären diesen Vorsprung?

💡 Key Takeaways: Renditekraft von Familienunternehmen
  • Signifikante Outperformance: Familiengeführte Unternehmen erzielten zwischen 2006 und 2024 eine jährliche Mehrrendite von 3,7 % gegenüber dem MSCI ACWI.
  • Operative Stärke: Der Erfolg basiert auf 200 Basispunkten höheren EBITDA-Margen und einem stärkeren Umsatzwachstum im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen.
  • Zukunftsprognose 2030: Der globale Umsatzanteil soll auf 20 % steigen, was einem Marktvolumen von beeindruckenden 29 Billionen US-Dollar entspricht.
  • Wachstumsdynamik: Mit einem prognostizierten Umsatzplus von 84 % (2020–2030) wächst das Segment deutlich schneller als der restliche Markt (+59 %).

Das Wort Familie verbinden wir meist mit Beständigkeit und einem starken Fundament. Diese Qualitäten schlagen sich offenbar auch an der Börse in messbaren Leistungsvorteilen nieder. Das legt jedenfalls eine UBS-Studie für den Zeitraum von 2006 bis Ende 2024 nahe: Familiengeführte Unternehmen erzielten demnach gegenüber dem Weltmarkt (MSCI ACWI) eine jährliche Mehrrendite von 3,7 %. In Regionen wie Europa oder den Schwellenländern lag der Vorsprung sogar bei bis zu 4,0 %.

Substanz und Resilienz machen den Unterschied

Dieser Erfolg basiert auf einer überlegenen operativen Substanz, was sich in 200 Basispunkten höheren EBITDA-Margen und einem ebenso stärkeren jährlichen Umsatzwachstum gegenüber Nicht-Familienunternehmen manifestiert. Eine größere Resilienz ergänzt das Bild, da diese Firmen tendenziell eine geringere Verschuldung aufweisen und überproportional in Forschung und Entwicklung investieren.

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Neben den Pluspunkten sollten Anleger aber auch potenzielle Schwachstellen beachten: Kritische Punkte sind eine intransparente Nachfolgeplanung, mögliche Interessenkonflikte zwischen Familie und Minderheitsaktionären sowie eine zu restriktive Kapitalpolitik, die das Wachstum zugunsten des Familieneinflusses begrenzen kann.

Das Wachstumspotenzial von Familienunternehmen

Trotz dieser Risiken, die Anleger bei einer Aktienauswahl prüfen müssen, bleibt das fundamentale Wachstumspotenzial der Gattung Familienunternehmen ungebrochen. Laut dem Deloitte Family Business Report 2025 erzielen familiengeführte Unternehmen aktuell 19 % des globalen Gesamtumsatzes, was 21 Billionen US-Dollar entspricht. Bis 2030 soll dieser Marktanteil auf 20 % bzw. 29 Billionen US-Dollar steigen.

Mit einem prognostizierten Umsatzplus von 84 % zwischen 2020 und 2030 wächst das Segment deutlich schneller als Nicht-Familienunternehmen, für die lediglich 59 % erwartet werden.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns im globalen Anlageuniversum der börsennotierten Familienunternehmen nach attraktiven Investments umgesehen. Das Ergebnis sind ausgewählte Aktien aus aller Welt, die wir in den AnlegerPlus News 2/2026 vorstellen.

Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlusAnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Foto: © Hendrik auf Pixabay

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