Die Nike-Aktie hat sich inzwischen weit von einstigen Höchstständen entfernt. Und UBS geht nicht von einer schnellen Erholung aus. Die Großbank hat ihr Kursziel weiter gesenkt.
- Massiver Kursverfall: Die Nike-Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von gut 42 % und notiert rund 79 % unter dem Allzeithoch (Verlust von ~230 Mrd. USD Börsenwert).
- Regionale EBIT-Einbrüche: Während Nordamerika ein Plus von 14 % erzielte, brach das operative Ergebnis (EBIT) im wichtigen Wachstumsmarkt China um 20 % und in EMEA um 6 % ein.
- UBS senkt Kursziel: UBS-Analyst Jay Sole reduziert das Ziel auf 42 USD (Neutral) und erwartet für Q2 einen Gewinn je Aktie von nur 31–43 Cent (Konsens: 53 Cent).
- Strategiewechsel & Stichtag: CEO Elliott Hill fokussiert wieder den Großhandel und Kernsportarten; am 1. Oktober folgen die richtungsweisenden Q1-Zahlen für 2027.
Nike steckt in einer tiefen Krise. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut 42 % an Wert verloren. Inzwischen notiert es rund 79 % unter dem Allzeithoch aus dem November 2021. So haben sich rund 230 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst.
Der September begann für Nike mit einem weiteren Tiefschlag: S&P Dow Jones Indices an, das Unternehmen nach 18 Jahren Indexzugehörigkeit aus dem S&P 100 zu streichen. Auch wenn der Sportartikelhersteller weiterhin im Dow Jones Industrial Average gelistet ist, hat diese Degradierung doch Symbolcharakter.
Hausgemachte Probleme
Die Probleme, in denen Nike steckt, kommen nicht von ungefähr – und sind zum Teil selbstverschuldet.
Der Swoosh ist zwar weltbekannt und noch immer auf den Trikots und Schuhen zahlreicher weltbekannter Athleten aus den unterschiedlichsten Sportarten zu sehen. Aber das macht Nike nicht automatisch zur begehrtesten Marke bei den Konsumenten.

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Der Markt für Sportbekleidung, insbesondere für Athleisure Wear – Sportbekleidung, die im Alltag getragen wird –, ist hochkompetitiv. Neben Konkurrenten wie Adidas und Puma tummeln sich hier auch zahlreiche neue Herausforderer, die mit modernen Silhouetten, höherem Tragekomfort und besonderen Nachhaltigkeitsversprechen um die Gunst der Kundschaft werben.
Gerade im wichtigen Wachstumsmarkt China tut sich Nike schwer. Das in der Region Greater China erzielte EBIT sank im Geschäftsjahr 2026 um 20 %. In EMEA war ein Rückgang von 6 % zu verzeichnen, in Nordamerika jedoch ein Plus von 14 %.
Nike verfolgte unter dem früheren CEO John Donahoe zudem die Strategie, Kunden aus dem Großhandel in eigene digitale Kanäle und Stores zu ziehen. Kurzfristig schien das wegen höherer Bruttomargen, besserer Kundendaten und mehr Kontrolle über die Marke attraktiv.
Die stärkere Konzentration auf den Direktvertrieb erwies sich jedoch als problematisch. Viele Kunden wollten Schuhe weiterhin im stationären Handel anprobieren. Zugleich belastete Nikes Rückzug aus dem Großhandel die Beziehungen zu wichtigen Vertriebspartnern. Die freigewordenen Regalplätze wurden von Konkurrenten übernommen.
Elliott Hill versucht seit seiner Rückkehr 2024, diese Scharte auszumerzen. Ein stärkerer Fokus auf den Sport, schnellere Produktentwicklung und bessere Beziehungen zum Großhandel sollen Nike zu altem Glanz verhelfen.
UBS sieht neue Probleme für die Nike-Aktie
UBS-Analyst Jay Sole ist vom Erfolg dieser Strategie nicht überzeugt. Er erwartet, dass der Aktienkurs nach den Q1-Zahlen wegen einer schwachen Prognose fallen wird. Der Gewinn je Aktie wird nach seiner Prognose im ersten Quartal die Erwartungen um 5 Cent verfehlen, der implizite Ausblick für das zweite Quartal wird bei 31 bis 43 Cent liegen. Das liegt unter der Konsensschätzung von 53 Cent.
Angesichts der schwächeren Umsatzentwicklung und der erwarteten Gewinnverfehlung senkte UBS das Kursziel für die Nike-Aktie auf 42 Dollar.
Deutlich optimistischer ist hier Bernstein Research. Das US-Analysehaus senkte das Kursziel im Juli zwar von 72 auf 68 Dollar, bewertet das Papier aber weiterhin mit „Outperform“.
Die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 will Nike am 1. Oktober vorstellen. Anleger sollten vor allem auf den Ausblick für das zweite Quartal und das Gesamtjahr achten. Operativ ist entscheidend, ob sich die Umsätze in China stabilisiert haben und Nike seine Marge verbessern konnte.
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