| 24.02.2026 | Union Investment wächst auch 2025 robust
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Jahresergebnis/Fonds
Union Investment wächst auch 2025 robust (News mit Zusatzmaterial)
24.02.2026 / 10:30 CET/CEST
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
- Assets under Management auf Höchststand
- Zweitbestes Neugeschäft mit privaten Kunden in der Unternehmensgeschichte
- Nettoabsatz mit institutionellen Kunden mehr als verdoppelt
- Altersvorsorge bleibt zentrales Zukunftsthema
Frankfurt am Main, 24. Februar 2026 – Union Investment hat das Geschäftsjahr 2025 in einem weiterhin herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen. Der Nettoabsatz belief sich auf 23,3 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert (2024: 17,3 Mrd. Euro). Getragen von einem starken Neugeschäft und einer insgesamt positiven Marktentwicklung, stiegen die Assets under Management bis zum Jahresende auf einen neuen Höchststand von 534,6 Milliarden Euro (2024: 504,7 Mrd. Euro). „Union Investment zählte auch 2025 zu den absatzstärksten Fondsgesellschaften in Deutschland und Europa. Wir wachsen kontinuierlich – und das in einem Umfeld, das von hoher Unsicherheit geprägt ist“, sagte Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke anlässlich der Jahrespressekonferenz des Unternehmens.
Der deutliche Anstieg des verwalteten Vermögens bildete die Grundlage für die stabile wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Das Betriebsergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1.185 Millionen Euro (2024: 1.241 Mio. Euro) und lag damit weiterhin auf einem hohen Niveau. „Wir wachsen sowohl bei den privaten als auch bei den institutionellen Kunden, steigern unsere Bestände und haben dadurch erneut ein robustes Ergebnis erzielt. Das ist das Resultat der engen und sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Partnerbanken, für die ich mich vor allem bei den Beraterinnen und Beratern der 672 genossenschaftlichen Institute herzlich bedanke“, betonte Reinke.
Zweitbestes Absatzjahr mit privaten Kunden in der Unternehmensgeschichte
Das Privatkundengeschäft leistete mit einem Nettoabsatz von 13,5 Milliarden Euro (2024: 12,6 Mrd. Euro) erneut den größten Beitrag zum Gesamtergebnis. Es handelt sich um das zweitbeste Absatzergebnis in der 70-jährigen Unternehmensgeschichte. Das verwaltete Vermögen privater Kunden erhöhte sich damit auf 270,8 Milliarden Euro (2024: 254,0 Mrd. Euro).
Im Fokus der privaten Anleger standen im letzten Jahr erneut Rentenfonds. Diesen flossen 8,5 Milliarden Euro zu (2024 10,5 Mrd. Euro). Favorit war der UniOpti4 mit einem Nettozufluss von 4,0 Milliarden Euro. Aktienfonds wurden deutlich stärker als im Vorjahr nachgefragt: Privatkunden investierten netto 7,4 Milliarden Euro nach 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2024. Besonders großen Zuspruch erfuhren hier die Fonds der UniGlobal-Familie mit einem Nettoabsatz von insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Während Mischfonds bei privaten Kunden leichte Zuflüsse von 0,5 Milliarden Euro (2024: -1,5 Mrd. Euro) verzeichneten, gab es bei den Offenen Immobilienfonds marktbedingt Abflüsse in Höhe von 3,1 Milliarden Euro (2024: -1,3 Mrd. Euro).
Ein wesentlicher Treiber für die Zuflüsse blieb das ratierliche Fondssparen. Die Zahl der klassischen Fondssparpläne überschritt mit netto 169.000 neuen Sparplänen insgesamt erstmals die Marke von vier Millionen und stieg inklusive Riester-Rente und VL-Sparen auf 6,55 Millionen Verträge (2024: 6,4 Mio.). „Besonders erfreulich ist, dass die weit überwiegende Mehrheit der neuen Fondssparpläne, nämlich 155.000, in Aktienfonds angelegt wurde“, ergänzte Reinke.
Neugeschäft mit institutionellen Kunden mehr als verdoppelt
Auch im institutionellen Geschäft konnte Union Investment im Jahr 2025 signifikant zulegen. Der Nettoabsatz belief sich auf 9,8 Milliarden Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Mrd. Euro) mehr als verdoppelt. Der Bestand institutioneller Gelder wuchs auf 263,8 Milliarden Euro (2024: 250,7 Mrd. Euro).
Einmal mehr favorisierten institutionelle Anleger Spezialfonds. Auf sie entfiel ein Neugeschäft von 7,8 Milliarden Euro netto, während institutionelle Publikumsfonds Nettozuflüsse von 1,2 Milliarden Euro verzeichneten. Advisory und Vermögensverwaltungen trugen zudem mit einem Nettoabsatz von 0,8 Milliarden Euro zum Ergebnis bei.
Der Absatz erstreckte sich dabei über alle Anlageklassen und Kundengruppen. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die hohe Kundenzufriedenheit, die uns durch die Auszeichnung als bester Asset Manager für institutionelle Investoren in Deutschland durch Greenwich zum siebten Mal in Folge bestätigt wurde. Dies unterstreicht die hohe Investment- und Servicequalität in der Betreuung institutioneller Kunden“, erklärte Reinke.
Altersvorsorge bleibt ein zentrales Zukunftsthema
Zum Abschluss der Jahrespressekonferenz hob Reinke die Bedeutung der Altersvorsorge hervor. Mit dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf für ein Altersvorsorgereformgesetz und der geplanten Einführung der Frühstart-Rente zeichne sich ein grundlegender Neustart der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ab. „Die Reform kann der bedeutendste Fortschritt für die private Altersvorsorge seit 2002 werden. Sie stärkt die Geldanlage mit Aktien und Fonds und setzt ein wichtiges Signal – insbesondere für die jüngere Generation“, sagte Reinke.
Die gesetzlichen Versorgungssysteme seien zwar weiterhin das Rückgrat der Alterssicherung, könnten jedoch schon heute im Ruhestand im Durchschnitt nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Haushalts abdecken. Dies belegt der kürzlich veröffentlichte „Vorsorgekompass 2026“ von der WHU - Otto Beisheim School of Management und Union Investment. Für zukünftige Generationen werde sich diese Quote deutlich verringern. „Eine ausreichende Altersvorsorge funktioniert heute nur im Zusammenspiel mehrerer Säulen. Daher braucht Deutschland diese Reform für eine starke, zukunftsfähige Altersvorsorge“, resümierte Reinke.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Charts Unternehmensentwicklung
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| 24.02.2026 | Europa zwischen den Stühlen?
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Fonds/Marktbericht
Europa zwischen den Stühlen?
24.02.2026 / 10:30 CET/CEST
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Fünf Leitfragen für das Investieren in einer geopolitischen Umbruchphase
Frankfurt am Main, 24. Februar 2026 – Die geopolitische Großwetterlage hat sich dauerhaft verändert. Wir leben in einer Phase von Disruption und Neuordnung, gepaart mit erhöhter Unsicherheit. Die Kapitalmärkte reflektieren das, und Investoren sollten bei ihrer Geldanlage die nötige Umsicht walten lassen. Dr. Frank Engels, der im Vorstand von Union Investment das Portfoliomanagement verantwortet, beantwortet fünf Fragen, die Anleger sich 2026 stellen sollten.
Lange Schatten oder kurze Beine – ist Geopolitik für Europas Börsen überhaupt relevant?
Spätestens seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Weißen Haus ist klar: Das geopolitische Umfeld hat sich unumkehrbar gewandelt. Der Bruch der Weltordnung, den Kanadas Premierminister Mark Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos korrekt skizziert hat, umfasst nicht nur das politische Miteinander, sondern betrifft auch die Kapitalmärkte – und kaum einen Währungsraum so stark wie Europa. Der alte Kontinent ist viel stärker als in der Vergangenheit auf sich selbst gestellt. In Teilen mäßig vorbereitet, muss er die neue, unfreiwillig erlangte Autonomie jetzt mit Inhalten füllen. Das europäische Modell fußte auf einer von der geopolitischen Realität mittlerweile überholten regelbasierten Ordnung, im Idealfall bestehend aus chinesischen Absatzmärkten, seltenen Erden aus China, russischer Energie und US-Sicherheitsgarantien. Diese Welt gibt es nicht mehr.
Der unausweichlich gewordene Anpassungsprozess wird 2026 und mutmaßlich auch die folgenden Jahre anlagestrategisch Chancen und Risiken mit sich bringen. Die Ungewissheit ist hoch, was das Denken in Szenarien und die Frage „Was passiert, wenn …“ unabdingbar macht. Denn die vielfältigen geopolitischen Glutnester können im Extremfall große Feuer entfachen und über verschiedene Transmissionswege die Portfolios der Anleger in Mitleidenschaft ziehen.
Sind Anlagen in US-Wertpapiere für europäische Anleger noch sinnvoll?
Lange war Internationalisierung für europäische Investoren eine erfolgversprechende Anlagestrategie, mit den USA als bevorzugtem Zielmarkt. Diese Zeiten sind vorbei, Diversifikation aus dem Dollarraum heraus lautet nun die Devise. Ein endgültiger Abschied ausländischer Investoren von der Wall Street steht aufgrund der Einzigartigkeit der US-Märkte zwar sicher nicht an. US-amerikanische Investments bleiben ein fester Bestandteil in jedem gut ausbalancierten Depot. Aber ihre Bedeutung geht zurück. Der Vertrauensverlust in US-Assets war bereits 2025 spürbar, erstmals seit geraumer Zeit hatten europäische Aktienmärkte auf vergleichbarer Basis eine bessere Wertentwicklung. Und bei Staatsanleihen verringern insbesondere staatliche Investoren ihre Allokation in US-Treasuries.
Eine stärkere Streuung von Investments über Regionen und Anlageklassen hinweg wird folglich wichtiger. Das ist alles andere als ein Selbstläufer, denn auch andernorts nehmen die Herausforderungen zu: China leidet unter einer schweren Wachstumsschwäche, Japan fährt einen dauerhaft kaum nachhaltigen Kurs in der Geld- und Fiskalpolitik. Und dann sind da natürlich noch die möglichen Folgen der US-Politik für Bereiche wie zum Beispiel Hartwährungsanleihen (zumeist in Dollar notiert) aus den Schwellenländern. Dennoch: Anleger sollten sich nach Alternativen zu US-Anlagen umschauen, ohne sie komplett aus ihren Portfolios zu verbannen. Hierbei wird es angesichts der resultierenden Schwäche des US-Dollar wichtig, Währungsrisiken aktiv zu managen.
Wo finden europäische Anleger Alternativen?
Nach Jahren der US-Dominanz gibt es wieder verstärkt Chancen in Europa. Getrieben werden die Kurse vor allem vom zwingend notwendigen und erst noch bevorstehenden Umbau der Wirtschaft. Mittlerweile kommen die Fiskalprogramme in der Realwirtschaft an. Der steile Anstieg bei den Auftragseingängen in der deutschen Industrie belegt das. Deutschland kann durch die staatlichen Impulse wieder zum konjunkturellen Taktgeber der Eurozone werden. Die Gewinnsituation der hiesigen Unternehmen sollte das widerspiegeln, der Bewertungsabschlag im Vergleich zu den USA ist in diesem Ausmaß nicht mehr gerechtfertigt. Interessant sind mit Blick auf die Branchen unter anderem das Baugewerbe und Infrastrukturaktien, die Industrie, aber auch die Verteidigung. Die Kursbewegungen an den Aktienmärkten haben das zuletzt schon reflektiert, der Trend sollte aber weiter tragen. Doch dafür ist es unerlässlich, dass der Umbau nicht stecken bleibt und das Reformtempo hoch gehalten wird.
Kann Europa den Umbau finanzieren, und was heißt das für die Rentenmärkte?
Klar ist angesichts der Herausforderungen für Europa auch: Die Grenze der fiskalischen Möglichkeiten rückt unaufhaltsam näher. Der dringend notwendige Umbau ist zwar grundsätzlich bezahlbar, aber auf Dauer wird es nicht reichen, das Wachstum durch neue Schulden zu finanzieren. Daher sind fundamentale Weichenstellungen in der Strukturpolitik bitter nötig, um in einer alternden Gesellschaft wieder mehr Wachstumspotenzial freizusetzen. Das gilt mit Blick auf die Einzelstaaten ebenso wie auf die Europäische Union in Gänze.
Am Rentenmarkt sind daher mehr Vorsicht und ein schärferer Blick angebracht. Die Transmission einer Krise funktioniert stärker über die Anleihe- als über die Aktienseite und hier besonders über die als sichere Häfen wahrgenommenen Staatsanleihen, vor allem US-Treasuries – denn hier besteht angesichts einer hohen Verschuldung und einer erratischen Finanzpolitik die Gefahr steigender Renditen, vor allem bei langen Laufzeiten. Wenn es in den USA rumpelt, merken das auch Investoren in deutschen Bundespapieren. Das bedeutet für europäische Anleger: Auch wenn die Richtung stimmt, kann es mal holpriger werden. Selektion auf der Staatsanleiheseite nimmt an Relevanz zu, auch innerhalb der Eurozone. Die Staaten werden mehr Anleihen ausgeben müssen, um die Investitionen zu finanzieren. Dadurch dürften die langfristigen Renditen weiter ansteigen. Exemplarisch hierfür war die Versteilerung der Zinsstrukturkurven bei Bundesanleihen im Zuge der Aufweichung der Schuldenbremse und angesichts neuer Sondervermögen. Die Zinsstrukturkurven bleiben also steil oder werden noch steiler. Anleger sollten folglich keine zu lange Duration wählen. Hinzu kommen länderspezifische Risiken: In Frankreich und in Italien stehen 2027 wichtige Wahlen an, die in das laufende Jahr hineinwirken. Deutschland bleibt hingegen trotz aller Unsicherheit ein vergleichsweise sicherer Hafen für Investoren in Europa. Die Bundesanleihen bieten allerdings auch geringere Renditen im Vergleich zu den anderen europäischen Staatstiteln.
Daher gilt es für Anleiheinvestoren zu diversifizieren. Oft sind Unternehmensanleihen von Emittenten guter Bonität die bessere Wahl, weil sie ein vergleichbares Risiko wie Staatsanleihen haben, dafür aber einen Renditevorteil bieten. Gerade Investoren aus Europa sollten sich dabei an Papieren in Euro orientieren oder Währungsrisiken absichern: Die anhaltende Dollarschwäche droht andernfalls, die Erträge zunichtezumachen.
Kann Europa beim Thema KI souverän werden?
Kurz- und mittelfristig haben die USA bei diesem Thema die Nase vorn. Das liegt außer an der etablierten und stark ausdifferenzierten IT-Branche in den Vereinigten Staaten auch daran, dass das Silicon Valley nach wie vor die besten Köpfe der Szene anzieht. Doch auch hier herrschen mittlerweile veränderte Bedingungen. Die Zeit, in der ein Geschäftsmodell mit Bezug zur künstlichen Intelligenz (KI) ausgereicht hat, um Investorenaugen leuchten zu lassen, liegt definitiv hinter uns. Angesichts der hohen Bewertungen vieler Aktien mit KI-Bezug, vor allem aber wegen der Frage, ob sich die gigantischen Investitionen der Konzerne in KI-Rechenkapazitäten überhaupt lohnen werden, sind die Anleger skeptischer geworden. Der Markt unterscheidet deutlicher als zuvor: Zuletzt kamen vor allem Softwareaktien unter Druck, während sich beispielsweise Halbleitertitel sehr gut halten konnten. Das liegt daran, dass das Disruptionspotenzial von KI-Anwendungen zugenommen hat. Und auch wenn es in Europa fast keine echten IT-Titel gibt, so können Anleger über Surrogate, etwa bei eher konventionellen Chipherstellern, spezialisierten Industriewerten und Maschinenbauern oder Energietiteln am Boom teilhaben. Und spätestens, wenn die Trendthemen KI und Automatisierung ineinandergreifen, wird der Bedarf an Sensoren und die Nachfrage nach Steuerungssystemen für die Stromzufuhr enorm. Das sollte auch in der europäischen Tech-Branche für eine rege Nachfrage sorgen.
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| 27.01.2026 | Vorsorgekompass 2026: Warum die gesetzliche Rente den Ruhestand vieler Deutscher nicht sichert
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
Vorsorgekompass 2026: Warum die gesetzliche Rente den Ruhestand vieler Deutscher nicht sichert (News mit Zusatzmaterial)
27.01.2026 / 11:41 CET/CEST
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Frankfurt am Main, 27. Januar 2026 – Wie finanzieren die Rentner ihren Lebensstandard? Wofür reicht die gesetzliche Rente und wofür geben die Menschen ihr Geld im Ruhestand aus? Diese Fragen beantwortet erstmals der „Vorsorgekompass 2026“ des Center für Intergenerative Finanzwissenschaft an der WHU in Vallendar. Er analysiert, wie Haushalte ihren Lebensstandard im Ruhestand tatsächlich finanzieren. Dabei wird deutlich, wie sich Ausgabenprofile im Alter verändern und in welchen Lebensphasen und für welche Konsummuster zusätzliche Vorsorge besonders relevant ist – vor allem wenn nicht nur die Existenz, sondern der Lebensstandard im Alter gesichert werden soll.
Die Studie, die im Auftrag von Union Investment erstellt wurde, zeigt: Die gesetzlichen Versorgungssysteme bilden zwar weiterhin das Rückgrat der Alterssicherung, können aber aktuell im Durchschnitt nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Rentnerhaushalts decken. „Für viele bedeutet das, dass sie auf private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung oder Vermögensentnahmen angewiesen sind, um den gewohnten Lebensstandard zu halten“, betont Studienleiter Prof. Dr. Christian Hagist. So weisen aktive und reisefreudige Senioren Ausgaben auf, die ihr Einkommen deutlich überschreiten, während eher häuslich orientierte Ruheständler ihre Ausgaben nahezu durch laufende Einnahmen decken können.
Viele Rentner in Deutschland haben monatlich finanzielle Lücken, die ihren Lebensstandard bedrohen, so ein Ergebnis des Vorsorgekompass 2026. Im Durchschnitt geben Ruheständler monatlich 3.148 Euro aus. Davon entfallen fast 50 Prozent auf Wohnkosten, weitere wichtige Ausgabenbereiche sind Lebensmittel, Mobilität und Alltagskosten. Dem gegenüber stehen laufende Einnahmen von 2.988 Euro pro Monat aus gesetzlichen und anderen Einkommensquellen. „Die Lücke von rund 160 Euro wird aktuell durch Vermögensentnahmen ausgeglichen – eine Strategie, die angesichts sinkender Rentenleistungen und steigender Kosten künftig nicht mehr für alle tragfähig sein wird“, betont Hagist. Die Studie zeigt auch, dass die gesetzlichen Versorgungssysteme im Schnitt nur etwa 60 Prozent der Ausgaben abdecken. Besonders deutlich wird dies bei Haushalten ohne ergänzende Vorsorge, die mit einer monatlichen Finanzierungslücke von mehr als 1.000 Euro rechnen müssen. Die gesetzliche Rente reicht dabei oftmals gerade so zur Deckung der Wohnkosten.
Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben variiert mit zunehmendem Alter und je nach Lebensstil deutlich
Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben variiert jedoch mit zunehmendem Alter und je nach Lebensstil deutlich. Die 60- bis 69-Jährigen geben im Schnitt 2.900 Euro monatlich aus, während ihre laufenden Einnahmen nur etwa 2.600 Euro betragen. Die Differenz von rund 300 Euro wird überwiegend aus angespartem Vermögen gedeckt. Bei den 70- bis 79-Jährigen steigen die Ausgaben auf durchschnittlich 3.300 Euro, die Einnahmen liegen bei etwa 3.200 Euro. Etwas mehr als die Hälfte dieser Haushalte verfügt über Wohneigentum, was neben der gesetzlichen Rente ein wesentlicher Teil des Einkommens ist. In der Gruppe ab 80 Jahren betragen die Ausgaben rund 3.200 Euro, die laufenden Einnahmen 3.100 Euro.
Neben dem verbreiteteren Wohneigentum resultieren die höheren Einkommen in den beiden älteren Gruppen aus der besseren gesetzlichen Versorgung. Während die 60- bis 69-Jährigen eine durchschnittliche Rente von rund 1.600 Euro im Monat erhalten, die 61 Prozent der Einnahmen ausmacht, sind es bei den über 70-Jährigen jeweils knapp 2.400 Euro. Dies entspricht 74 bzw. 77 Prozent des monatlichen Einkommens.
Innerhalb der drei Altersgruppen sind die Ausgabenprofile stark vom Lebensstil geprägt. „Reisefreudige oder kulturell aktive Senioren zwischen 70 und 79 Jahren geben im Monat 1.000 bis 1.500 Euro mehr aus als häuslich orientierte Menschen“, berichtet Hagist. Der Vorsorgekompass 2026 belege somit, dass zusätzliche Vorsorge kein optionaler Komfortfaktor ist, sondern ein zentraler Bestandteil finanzieller Lebensstandardsicherung. „Es reicht nicht, allein auf die gesetzliche Rente zu setzen. Sie ist nur eine Teilkasko-Lösung und kann auch nur das sein. Wer im Alter sorgenfrei leben möchte, muss privat vorsorgen“, ergänzt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. „Die Alterssicherung funktioniert heute nur als Zusammenspiel mehrerer Säulen. Wer nicht frühzeitig vorsorgt, lebt morgen mit weniger – oder nicht mehr so, wie er sich das möglicherweise mal vorgestellt hat.“
„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Belastungen für die umlagefinanzierten Systeme darf die Politik nicht den Fehler machen, Leistungsausweitungen zu versprechen, die langfristig nicht finanzierbar sind“, warnt Hagist. Stattdessen bräuchte es eine realistische, transparente Kommunikation über die Grenzen des Systems und eine stärkere Förderung kosteneffizienter und renditestarker privater und betrieblicher Vorsorge. „Die Förderung renditestarker und kosteneffizienter Angebote gewinnt zunehmend an Bedeutung“, ergänzt Reinke. Deswegen sei die aktuelle Reform der bedeutendste Fortschritt für die private Altersvorsorge seit 2002. „Wie der Vorsorgekompass 2026 zeigt, braucht Deutschland eine starke, zukunftsfähige Altersvorsorge.“
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Infografiken Vorsorgekompass 2026
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| 16.12.2025 | Küchentisch statt TikTok: Eltern sind die Finanz-Coaches der Gen Z
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
Küchentisch statt TikTok: Eltern sind die Finanz-Coaches der Gen Z (News mit Zusatzmaterial)
16.12.2025 / 10:00 CET/CEST
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- Social Media nachrangig für die Informationsbeschaffung
- Nicht immer ist bei den Eltern das nötige Know-how vorhanden
- Trotzdem kopiert die Gen Z das Anlageverhalten der Eltern
Frankfurt am Main, 16. Dezember 2025 – Die Generation Z sucht bei der Geldanlage den Rat hauptsächlich offline – bei den eigenen Eltern. Das ist aber nicht immer die beste Wahl. Denn junge Erwachsene bleiben in der familiären Finanz-DNA verhaftet und kopieren die tradierten Sparmuster. Je nach Finanzwissen der Elterngeneration bleibt der eigenverantwortliche Umgang mit Geld – Voraussetzung für Vermögensbildung und Altersvorsorge – somit bei vielen auf der Strecke. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie von Prof. Dr. Oscar Stolper, Philipps-Universität Marburg im Auftrag von Union Investment.
Social Media nachrangig für die Informationsbeschaffung
Eltern haben bei Finanz- und Geldanlagethemen den größten Einfluss auf die junge Generation. Fast drei Viertel der zwischen 1995 und 2012 geborenen Befragten (71 Prozent) geben an, dass ihren Eltern eine bedeutende Rolle zukommt, wenn es um Finanzwissen und Geldanlagethemen geht. Das Vertrauen in die elterlichen Ratschläge ist hoch: Fast acht von zehn junge Erwachsenen vertrauen bei grundsätzlichen Finanzfragen den Eltern (77 Prozent).
Fragt man die jungen Menschen, wie sie sich dezidiert über die Geldanlage in Aktien, Investmentfonds oder ETFs informieren und wem sie am meisten vertrauen, liegen für diese Anlageklassen ebenfalls die Eltern klar vorne. 18 Prozent der Gen Z nennen das Elternhaus als hauptsächliche Informationsquelle und knapp ein Viertel (24 Prozent) vertraut deren Ratschlägen auch am meisten. Bei einem Bank- oder Finanzberater informieren sich 15 Prozent, ein Fünftel der Befragten vertraut ihnen (20 Prozent). Die sozialen Medien hingegen nutzen nur zwölf Prozent zur Informationsbeschaffung. Hier besteht auch bei den wenigsten (sieben Prozent) Vertrauen in die gefundenen Informationen. Untergeordnete Rollen als Informationsquellen spielen Internetseiten von Finanzdienstleistern, spezielle Foren oder auch Podcasts, TV, Radio und Tageszeitungen.
Nicht immer ist bei den Eltern das nötige Know-how vorhanden
Schaut man auf die Eltern, so sehen sich die meisten tatsächlich auch als Finanz-Coaches ihrer Kinder. Allerdings gibt es beim Know-how deutliche Unterschiede: Nur durchschnittlich 54 Prozent aller befragten Eltern konnten mindestens zwei von insgesamt drei Wissensfragen zur Geldanlage in Aktien und Fonds richtig beantworten. 46 Prozent beantworteten gar keine bzw. nur eine Frage korrekt. Eltern, die selbst aktienbasierte Geldanlagen besitzen, erzielten hingegen bessere Ergebnisse. Von ihnen haben immerhin gut zwei Drittel (69 Prozent) zwei oder drei Fragen richtig beantwortet. Unabhängig vom eigenen Wissensstand zeigen sich die meisten Eltern dennoch selbstbewusst: 89 Prozent aller Befragten aus der Elterngeneration sehen sich selbst als wichtigste Ratgeber, wenn schulische Finanzbildungsangebote fehlen. „Hängt Vermögensbildung vom Finanzwissen der Eltern ab, fehlen vielen Kindern solide Startbedingungen“, kommentiert Professor Dr. Oscar Stolper von der Universität Marburg die Studienergebnisse. „Die Studie zeigt die Relevanz ergänzender Angebote zur Förderung der Finanzbildung, beispielweise in der Schule“, sagt Kerstin Knoefel, Segmentleiterin Privatkunden bei Union Investment.
Die Finanzkompetenz der Eltern prägt nämlich den Wissensstand der nächsten Generation. Verfügen die Eltern über aktienbasierte Geldanlagen, kann fast die Hälfte ihrer Kinder (46 Prozent) mindestens zwei von drei Wissensfragen richtig beantworten. Interessant ist auch, dass die meisten Eltern, die aktienbasiert sparen, mit ihren Kindern viel über Geld- und Finanzthemen sprechen (85 Prozent). Unter den Eltern, die ohne Aktien und Fonds sparen, tun dies nur 61 Prozent. Auch die Gesprächsanlässe unterscheiden sich: Der Durchschnitt aller befragten Eltern spricht mit Kindern am meisten darüber, wie wichtig Sparen ist (23 Prozent) und wie man seine Ausgaben im Blick behält (18 Prozent). Eltern mit gutem Finanzwissen und aktienbasierten Geldanlagen sprechen mit ihren Kindern vor allem über konkrete finanzielle Sachverhalte bzw. Finanzprodukte oder -dienstleistungen (23 Prozent) und auch über Chancen von Geldanlagen (17 Prozent).
Gen Z kopiert das Anlageverhalten der Eltern
Stellt man die Anlagestrukturen der Gen Z und ihrer Eltern gegenüber, zeigt sich, dass Sparmuster zwischen den Generationen weitergeben werden: Die Vermögensstruktur junger Erwachsener, die nicht aktienbasiert sparen, ist ähnlich konzentriert und auf zinsbasierte Produkte fokussiert wie die der nicht-investierten Eltern. Sie nutzen hauptsächlich Sparkonto (46 Prozent), Tagesgeld (25 Prozent) und Bausparvertrag (21 Prozent). Kinder von Eltern ohne Anlageerfahrung haben aufgrund der familiären Prägung oftmals nur einen eingeschränkten Zugang zu renditestärkeren Anlagen: Nur 36 Prozent von ihnen sparen aktienbasiert. „Viele nicht investierte Eltern setzen auf Sparen als vermeintlichen Stabilitätsanker. Das schränkt die Chancen auf Vermögensbildung ein. Denn die dafür wichtigen Kapitalerträge fehlen“, so Professor Stolper.
Wie es anders geht, sieht man bei den Kindern, deren Eltern aktienbasiert sparen. 74 Prozent von ihnen investieren ebenfalls in aktienbasierte Produkte. Die Eltern verfügen überwiegend über ein breit aufgestelltes Anlagespektrum. Sie halten neben Tages- und Festgeld (69 Prozent), ETFs (60 Prozent) und Aktienfonds (56 Prozent) auch festverzinsliche Wertpapiere (20 Prozent) und Rentenfonds (18 Prozent). Gen Z Anleger investieren hauptsächlich in ETFs (69 Prozent), Tages- und Festgeld (54 Prozent) sowie Aktienfonds (50 Prozent). Auffällig ist, dass gut ein Drittel dieser jungen Kohorte ihr Geld in Kryptowährungen anlegt (36 Prozent).
Es gibt dennoch junge Erwachsene, die aus dem Anlageverhalten in der Familie ausbrechen: Gut ein Drittel der Befragten (36 Prozent) investieren aktienbasiert, obwohl ihre Eltern das nicht tun. In dieser Gruppe spielen Bank- und Finanzberater (12 Prozent), soziale Medien (11 Prozent) und Freunde (10 Prozent) je eine etwa gleichwertige Rolle. Die Bedeutung der eigenen Eltern als zentrale Informationsquelle nimmt hingegen deutlich ab (7 Prozent). Zudem zeigen sich diese Jungaktionäre mit 50 Prozent besonders chancenorientiert. Die Risikobereitschaft beruht jedoch vielfach nicht auf einer guten Wissensbasis: 55 Prozent der jungen Befragten, die aktienbasiert investieren, ohne dass ihre Eltern in diesem Bereich Erfahrung haben, beantworten nur eine oder sogar keine einzige der drei Wissensfragen richtig. „Finanzbildung muss über Gespräche am Küchentisch hinausgehen. Für die junge Anlegergeneration sind daher qualifizierte Beratung und geprüfte Inhalte entscheidend. Das ist gerade mit Blick auf das wichtige Thema Altersvorsorge relevant“, kommentiert Kerstin Knoefel, Segmentleiterin Privatkunden bei Union Investment.
Angaben zur Studie:
Befragt wurden 1.006 Angehörige der „Generation Z“, die zwischen 1995 und 2012 geboren sind sowie 1.021 Personen der Jahrgänge 1960 bis 1990 mit einem oder mehreren Kindern, die der GenZ angehören. Die Befragung erfolgte online im April und Mai 2025 in Deutschland.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Infografiken Studie GenZ
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| 25.11.2025 | Kapitalmarktausblick: Neun Thesen für 2026
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Fonds/Marktbericht
Kapitalmarktausblick: Neun Thesen für 2026
25.11.2025 / 10:00 CET/CEST
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Frankfurt am Main, 25. November 2025 – Das Kapitalmarktjahr 2026 steht unter gemischten Vorzeichen. Die Welt bleibt im Umbruch und Unsicherheit ein potenzieller Belastungsfaktor, doch weniger ausgeprägt. Die Kapitalmärkte zeigen klare Gewöhnungseffekte, wie sie mit der erhöhten Ungewissheit umgehen. Gleichzeitig deuten Wachstum und Inflation auf ein verbessertes Kapitalmarktumfeld hin. Was machen wir aus dieser Gemengelage? Neun Thesen von Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement bei Union Investment, für das Jahr 2026:
- Überwinden: Politische Risiken prägen das Kapitalmarktjahr
Die politischen Risiken sind zahlreich und werden im kommenden Jahr im On-Off-Modus immer wieder zum Tragen kommen. Für Investoren gilt es, diese zu berücksichtigen und die daraus resultierenden Hürden bestmöglich zu überwinden. Der Großmachtwettbewerb zwischen den Machtblöcken China und USA setzt sich weiter fort. Ausmaß, Intensität und Zeitpunkte des Konflikts sind kaum zu antizipieren, weil ungeachtet des generellen Trends zur Entkopplung mit Blick auf den Konflikt um KI-Chips und Seltene Erden noch punktuell Anreize zur Kooperation bestehen. Beim Thema Zölle hingegen dürfte sich die US-Regierung den meisten Handelspartnern gegenüber kaum kompromissbereit zeigen – das macht die Kosten kalkulierbarer, die Unsicherheit ist also teilweise überwunden.
- Überlagern: Robustes Wachstum überlagert erhöhte Inflation
In den USA bleibt eine erhöhte Inflation 2026 ein Thema. Wir rechnen mit einer Teuerungsrate von 2,9 Prozent – zu hoch aus der Sicht der Notenbank. Allerdings erwarten wir eine leicht rückläufige Tendenz in der zweiten Jahreshälfte. Das bringt dann Entlastung für den für die US-Wirtschaft so wichtigen Konsum. Zudem überlagert das robuste Wachstum in den USA die Inflation. Wir erwarten eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik um 2,1 Prozent. In Europa hingegen hat sich die Inflation im von der Europäischen Zentralbank (EZB) anvisierten Bereich von zwei Prozent eingependelt und dürfte dort auch 2026 verharren. Das Wachstum im Euroraum sollte bei 1,2 Prozent liegen, Deutschland dürfte von den Fiskalstimuli besonders profitieren und ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent erreichen. Damit steht ein Ende der jahrelangen wirtschaftlichen Stagnation bevor.
- Übersteuern: Notenbank Fed gibt dem Druck nach
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) steht unter einem immensen politischen Druck. Die fundamentale Datenlage spricht nicht für eine Änderung des geldpolitischen Kurses. Doch die US-Regierung unter Trump arbeitet an der graduellen Aushöhlung der Notenbank, und das wird Spuren hinterlassen. Wir gehen daher davon aus, dass die Fed unter dem Dauerdruck übersteuern wird und die Leitzinsen senkt. Das Zielniveau sehen wir zum Jahresende 2026 bei 3,25 bis 3,5 Prozent. Die EZB dürfte sich hingegen im kommenden Jahr an die Seitenlinie stellen und abwarten. Mit einer Zinserhöhung rechnen wir im Euroraum nicht vor 2027.
- Übertragen: Zinsstrukturkurve und Schuldenpolitik sprechen gegen US-Treasuries
Der Rentenmarkt wird von zwei Gegenpolen bestimmt, die zu einer steileren Zinsstrukturkurve führen: zum einen Bedenken über die langfristige Tragfähigkeit der staatlichen Schuldenpolitik und zum anderen die lockere Geldpolitik der Fed. Beides dürfte Anlagen in US-Staatspapieren weiterhin unattraktiv machen. Eine weitere Herausforderung besteht durch die divergierende Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks, denn anders als in den USA steht in der Eurozone im Jahr 2026 keine Zinssenkung an. Bei europäischen Staatspapieren sollten Anleger die Länderrisiken – Stichwort Frankreich – im Blick behalten.
- Übernehmen: Anleihen mit Risikoaufschlag sind attraktive Alternativen
Anleihen mit Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen wie Covered Bonds und Schwellenländeranleihen sind als Beimischung interessant. Gerade Schwellenländerpapiere erhalten von der Aussicht auf sinkende US-Zinsen Aufwind. Auch auf Euro lautende Rentenpapiere, insbesondere Peripherieanleihen, sind einen Blick wert. Wir empfehlen keine zu lange Zinsbindungsdauer und halten Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität für eine vergleichsweise risikoarme Möglichkeit der Geldanlage. Denn in einer sich stark verändernden Welt können Unternehmen schneller als Staaten reagieren. Daher werden Unternehmenspapiere zu Recht von vielen Anlegern als eine Art sicherer Hafen wahrgenommen.
- Überstrahlen: Gold profitiert vom angeschlagenen Ruf des Dollars
Der Dollar wird aufgrund der Risiken im Zusammenhang mit der schrittweisen Aushöhlung der Fed, der unberechenbaren Politik aus dem Weißen Haus und der hohen Staatsverschuldung der USA auch 2026 weiter unter Druck stehen. Internationale Investoren hinterfragen zunehmend die Unabhängigkeit der staatlichen Institutionen in den USA. Unterdessen suchen Notenbanken und institutionelle Anleger nach alternativen sicheren Häfen, um den US-Dollar zu meiden. Die dürften sie beispielsweise in Gold und in ausgewählten Kryptoassets finden, auch wenn beim Gold die Bewertung fundamental aktuell nicht gerechtfertigt ist.
- Überholen: KI bleibt ein starker Faktor an den globalen Aktienmärkten
Für die Aktienmärkte bietet die Aussicht auf weiteres Gewinnwachstum beidseits des Atlantiks eine wichtige Unterstützung. Aufgrund des hohen Gewichts von KI-bezogenen Aktien bleibt das Thema – und die damit verbundenen Investitions- und Gewinnerwartungen – ein wichtiger Treiber. Bislang ist – entgegen vielen Befürchtungen – kein Abbruch der Investitionen in mit KI-Rechenleistung verbundene Infrastruktur und in KI-Kapazitäten sichtbar geworden. Allerdings werden die Investoren künftig genauer hinschauen, welche Finanzierungen sich auszahlen und welche nicht, daher ist die Titelselektion entscheidend. Teile der Softwarebranche werden etwa durch KI aufgemischt, während andererseits KI-Anwendungen in der Breite auch für Sektoren, die bisher nicht im Fokus der Investoren standen, neue Chancen bieten, etwa im Bereich Automatisierung. Auch der durch KI steigende Energiebedarf bleibt ein interessantes Anlagethema.
- Überzeugen: Aktienmarktdynamik gewinnt an Breite
Die Gewinner am Aktienmarkt werden 2026 nicht mehr allein im Segment KI zu finden sein. Da sich durch die Konjunkturbelebung die Schere zwischen dem hohen Gewinnwachstum von KI-nahen Unternehmen und der breiten Wirtschaft langsam schließt, ist eine Diversifikation in zyklische Unternehmen wie etwa ausgesuchte Industrie-, Logistik- und Dienstleistungstitel sinnvoll. In Europa stehen zudem aufgrund der Fiskalpakete IT-Dienstleister und Bau- und Infrastrukturanbieter hoch im Kurs.
- Überprüfen: Szenarienanalyse als Instrument des Risikomanagements
Auch wenn die Wachstums- und Inflationsaussichten für ein robusten Umfeld sprechen: Die Rahmenbedingungen am wichtigsten Finanzplatz der Welt, den USA, werden durch die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump geprägt. Die fragile geopolitische Lage setzt das Denken in Szenarien voraus: Was wäre, wenn sich mehr Anleger von den USA abwenden, oder wenn es zu einer Zuspitzung geopolitischer Spannungen kommt? Einen absoluten Schutz dagegen gibt es nicht, aber es hilft, diese Szenarien im Investmentprozess mit zu berücksichtigen. Anleger sollten deshalb risikobewusst agieren und zugleich die Chancen nicht aus den Augen verlieren, die sich auch in einem unsicheren Umfeld bieten.
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| 10.11.2025 | DAX-Unternehmen halten beim Klima Kurs
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
DAX-Unternehmen halten beim Klima Kurs (News mit Zusatzmaterial)
10.11.2025 / 10:00 CET/CEST
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DAX-Unternehmen halten beim Klima Kurs
- 16 DAX-Unternehmen erreichen in Klimastudie von Union Investment gute bis sehr gute Ergebnisse
- Dekarbonisierungsziele, Klimaanreize in der Vorstandsvergütung, konkrete CO2-Reduktion und Transparenz als Beurteilungskriterien
- DAX-Neuling GEA ist Spitzenreiter, MTU und Scout24 stehen hinten
- Viele Unternehmen bestätigen den Vorjahrestrend und trotzen dem ESG-Gegenwind – doch einige lassen deutlich nach
Frankfurt am Main, 10. November 2025 – 16 Unternehmen sind Klima-Vorreiter im DAX. Das ist das Ergebnis der Neuauflage der Klimastudie von Union Investment. Die Analyse zeigt zwar Fortschritte bei wichtigen Klimafragestellungen, gerade beim Thema CO2-Reduktion müssen viele Unternehmen aber noch nachbessern. „Viele DAX-Unternehmen trotzen dem Gegenwind beim Thema Klima“, sagt Dr. Henrik Pontzen, Chief Sustainability Officer bei Union Investment. Er konstatiert aber auch: „Bei einigen DAX-Unternehmen fehlt es in puncto Klimastrategie deutlich an Anspruch und Umsetzungsbereitschaft. Hier werden wir verstärkt mit unserem Klima-Engagement ansetzen.“
Analysiert wurden die Unternehmen, die im Oktober 2025 im DAX notiert waren. Mit Blick auf die Ambitionen bei der CO2-Reduktion standen die langfristigen Ziele für die gesamte Wertschöpfungskette der Unternehmen im Fokus (Scope 1 bis 3). Denn nur die Einbeziehung der Emissionen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette und der Endnutzung der Produkte (Scope 3) ermöglicht eine ganzheitliche Perspektive auf die Klimastrategien. Daneben wurden Klimaanreize in der Vorstandsvergütung im Verhältnis zur Klima-Intensität des Geschäfts, die CO2-Reduktion im Vergleich zum Vorjahr sowie die Transparenz in der Klima-Berichterstattung untersucht.
Große Spreizung zwischen Vorreitern und Nachzüglern
Die Untersuchung zeigt, dass die Transformation der deutschen Wirtschaft weiter voranschreitet – und das in einer Zeit, in der ESG-Themen in der öffentlichen Debatte Gegenwind erfahren. 16 DAX-Unternehmen sind laut der Studie Klima-Vorreiter. Im Vorjahr waren es – mit anderem Studien-Design – noch zwölf. GEA erzielt als DAX-Neuling die maximale Punktzahl und erobert damit die Spitze. Dem Anlagenbauer im Industriebereich gelang es, seine vollständigen CO2-Emissionen im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel zu senken – vorbildlich unter Klimagesichtspunkten. Konzerne wie die Deutsche Telekom, Bayer, RWE, Volkswagen und Beiersdorf verteidigten zudem ihre vorderen Ränge. Das spricht für eine stimmige Klimastrategie, die in der Praxis zu nachhaltigen Änderungen im Geschäft führt. Einen Sprung nach vorne machen neben der Deutschen Börse auch Qiagen, Merck KGaA und Zalando. Die vier Unternehmen erzielen über alle Kategorien hinweg gute bis sehr gute Ergebnisse.
Wie 2024 bilden auch dieses Jahr 13 Unternehmen die Nachzügler in Sachen Dekarbonisierung. Die rote Laterne tragen MTU und Scout24 gemeinsam. Speziell Scout24 muss in den kommenden Jahren bei den Kriterien Anreiz und Reduktion deutlich aufholen. Immerhin erzielt der DAX-Neuling beim Kriterium Ambition die volle Punktzahl. Im hinteren Bereich finden sich mit Brenntag, Hannover Rück und Daimler Truck einige „alte Bekannte“ wieder. „Einige Unternehmen halten am Status quo fest – im Bereich Klimaschutz sind keine nennenswerten Fortschritte zu erkennen. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf“, fordert Dr. Johannes Kreim, ESG-Analyst bei Union Investment und Co-Autor der Studie.
Reduktionsziele werden ambitionierter
Immerhin geht es beim Thema CO2-Reduktionsziele weiter voran: Elf Unternehmen haben sich über die gesamte Wertschöpfungskette ein so ambitioniertes Ziel inklusive Meilensteinen gesetzt, dass der Pfad schon heute dem deutschen Klimaschutzgesetz (Klimaneutralität bis 2045) entspricht. Vorreiter sind, wie schon im Vorjahr, Mercedes-Benz, die Deutsche Telekom, Merck KGaA, RWE, Symrise, Beiersdorf, Henkel und die Deutsche Börse. „Die Unternehmen beweisen Überzeugung und Ausdauer auf dem langen Pfad zur Klimaneutralität“, sagt Jakob Haerle, ESG-Analyst und Co-Autor der Studie. Neu in diese Spitzengruppe stoßen außerdem GEA, Vonovia und Scout24. Weitere 22 Unternehmen erfüllen die EU-Vorgaben der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 – im Vorjahr waren es nur 17. Fresenius Medical Care, Infineon und Rheinmetall vernachlässigen hingegen ihre Klima-Herausforderungen, vor allem im Hinblick auf Scope 3-Reduktionsziele. Schlusslicht in dieser Kategorie ist MTU – das Unternehmen hat sogar seine Klimaziele abgeschwächt. „MTU stellt sich nicht den Klima-Herausforderungen, sondern knickt vor dem Gegenwind ein. Hier erwarten wir eine deutliche Kurskorrektur“, fordert Haerle.
Fast alle DAX-CEOs werden auch nach Klima-Erfolgen bezahlt
Eine entsprechende Anreizstruktur in der Vorstandsvergütung kann Unternehmen dabei helfen, ambitionierte Klimaziele zu erreichen. Bis auf DAX-Neuling Scout24 haben alle DAX-Mitglieder Klimaaspekte in den Vergütungssystemen ihrer Vorstandsvorsitzenden verankert. Allerdings bestehen durchaus Unterschiede zwischen den Unternehmen. Erfreulich: 25 DAX-Konzerne erhalten von uns in dieser Kategorie die volle Punktzahl. Die Vergütungsanreize stehen dabei auch im passenden Verhältnis zur jeweiligen Emissionsintensität. Das gilt etwa auch für die Industrie-Schwergewichte RWE und Heidelberg Materials. Die beiden Unternehmen emittieren mit Abstand am meisten CO2 im DAX (Scope 1 und 2). Allerdings ist auch der Anreiz zur Reduktion für ihre CEOs entsprechend hoch gesetzt. Negativ stechen Brenntag, Airbus, die Deutsche Bank und Siemens Energy heraus. Für alle gilt: Sie müssen entweder die Vergütungsanreize mit Klimabezug erhöhen, oder ihre Emissionsintensität verringern.
Fortschritte bei Emissionsreduktion
Die Bewertung der Emissionsreduktion liefert Licht und Schatten: Siemens, Infineon und GEA konnten die Emissionen in ihrer gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1 bis 3) im Vorjahresvergleich um mehr als sieben Prozent senken. Die Spitzengruppe befindet sich damit auf einem Pfad, um das 1,5°C-Klimaziel zu erreichen. Immerhin 14 weitere Unternehmen konnten ebenfalls sowohl ihre Scope 1 und 2- als auch ihre Scope 3-Emissionen senken, wenn auch in geringerem Umfang. Besonders kritisch hingegen: Scout24, Heidelberg Materials, BASF, Vonovia, Symrise, Siemens Energy, Commerzbank, Hannover Rück und MTU fallen bei diesem Kriterium durch – entweder weil die CO2-Emissionen stiegen oder CO2-Daten nur unvollständig berichtet wurden. „Das sind keine guten Nachrichten für das Klima. Die beiden großen CO2-Emittenten BASF und Heidelberg Materials verfolgen aber zumindest ehrgeizige Klimaziele. Daran werden wir sie in den kommenden Jahren messen“, fasst Dr. Henrik Pontzen zusammen.
Solide Basis bei Klimatransparenz
Erstmals wurde in diesem Jahr die Frage untersucht, wie offen und glaubhaft DAX-Unternehmen über ihre Klima-Maßnahmen berichten. Auf dem Treppchen landen dabei GEA, RWE und die Deutsche Telekom. Auf den hinteren Plätzen finden sich Daimler Truck und Hannover Rück. Damit zeigt sich: Klima-Transparenz ist in allen Wirtschaftssektoren nötig und möglich – unabhängig davon, ob ein Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe (mit tendenziell höheren CO2-Emissionen) oder Dienstleistungsbereich (eher geringere CO2-Emissionen) kommt.
Als Ergebnis der Klimastudie 2025 von Union Investment lässt sich festhalten: Ein Großteil der DAX-Unternehmen bleibt beim Thema Klima auf Kurs – trotz einiger Widerstände. Die Unternehmen der Spitzengruppe unseres Rankings können den vielfältigen Herausforderungen des Klimawandels frühzeitig begegnen. Ein Ergebnis, das auch für die Aktienselektion wichtig ist. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mehr als die Hälfte der DAX-Unternehmen erfüllt notwendige Reduktionsziele in der kurzen Frist nicht. Dabei nehmen auch die potenziellen Kosten des Klimawandels – etwa über die umfassendere CO2-Bepreisung – weiter zu. Schon im eigenen betriebswirtschaftlichen Interesse müssen sich die Nachzügler deshalb dringender denn je um eine erfolgreiche Transformation bemühen.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Ergebnis DAX-Klimastudie 2025
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| 06.10.2025 | Studie zum Mental Health Day: Beschäftigte fordern mehr Einsatz für psychische Gesundheit im Job
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
Studie zum Mental Health Day: Beschäftigte fordern mehr Einsatz für psychische Gesundheit im Job
06.10.2025 / 10:00 CET/CEST
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Studie zum Mental Health Day: Beschäftigte fordern mehr Einsatz für psychische Gesundheit im Job
- Jeder Zweite empfindet hohe Arbeitsbelastung
- Psychisches Wohlbefinden: Frauen liegen deutlich hinter Männern
- Flexible Arbeitsplatzwahl verbessert mentale Fürsorge spürbar
- Nur wenige Mitarbeitende profitieren bislang von KI im Arbeitsalltag
- Drei Viertel der Beschäftigten sehen klaren Handlungsauftrag für Arbeitgeber
Frankfurt am Main, 6. Oktober 2025 – Mentale Gesundheit ist für Erwerbstätige in Deutschland längst kein Randthema mehr – sondern ein zentrales Anliegen: 90 Prozent halten es für wichtig, dass sich Unternehmen um die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern. Doch in vielen Betrieben wird das Thema noch unzureichend beachtet. Nur 44 Prozent haben den Eindruck, dass ihre Arbeitgeber das Thema ernst nehmen und fordern angesichts hoher Arbeitsbelastung konkrete Maßnahmen. Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten hier Entlastung bringen, werden bislang jedoch nur selten eingesetzt. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung von Union Investment unter mehr als 1.000 Berufstätigen in Deutschland.
Sieben von zehn Berufstätigen in Deutschland identifizieren sich stark mit ihrer Arbeit (70 Prozent). Fast zwei Drittel fühlen sich entsprechend allgemein (64 Prozent) und psychisch wohl (60 Prozent). Frauen fühlen sich psychisch deutlich weniger wohl als Männer (56 vs. 64 Prozent), kommen ihren Angaben zufolge seltener in den Genuss von Arbeitgeberangeboten zum Thema Gesundheitsförderung (28 vs. 35 Prozent) und identifizieren sich weniger stark mit ihrer Tätigkeit (66 vs. 73 Prozent). Dabei zeigt sich ein klarer Zusammenhang: Je wichtiger mentale Gesundheit im Unternehmen ist, desto besser geht es den Arbeitnehmenden. Dort wo Arbeitgeber das Thema aktiv fördern, steigt das allgemeine Wohlbefinden auf 85 Prozent, das psychische auf 83 Prozent und die Identifikation mit der Arbeit auf 84 Prozent.
Flexible Arbeitsplatzwahl verbessert mentale Fürsorge spürbar
Neben geschlechtsspezifischen Merkmalen beeinflussen auch strukturelle Faktoren das mentale Wohlbefinden der Mitarbeitenden: So wird die Bedeutung mentaler Gesundheit in kleineren Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitenden höher eingestuft als in großen Unternehmen (51 vs. 40 Prozent). Auch mobiles Arbeiten wirkt sich positiv aus – Beschäftigte, die flexibel zwischen Büro und Homeoffice wählen können, sehen seltener Defizite bei der mentalen Fürsorge ihres Arbeitgebers als Beschäftigte mit fester Arbeitsplatzvorgabe (16 vs. 27 Prozent). „Mentale Gesundheit wird nicht nur durch persönliche Faktoren bestimmt, sondern ebenso durch unternehmensbezogene Rahmenbedingungen. Das bewusste Gestalten der Arbeitswelt ermöglicht es, die Mitarbeiterzufriedenheit positiv zu beeinflussen und damit langfristig auch die Bindung an das Unternehmen zu fördern“, so Sonja Albers, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin von Union Investment.
Nur wenige Mitarbeitende profitieren bislang von KI im Arbeitsalltag
Zwar berichten viele Befragte von positiven Erfahrungen – etwa einem guten Arbeitsklima (64 Prozent) oder einem respektvollen Verhältnis zur Führungskraft (58 Prozent) – doch jeder Zweite leidet unter hoher Arbeitsbelastung (49 Prozent) mit Folgen für das psychische Wohlbefinden: Rund ein Viertel klagt über eine Verschlechterung ihrer mentalen Gesundheit in den letzten 12 Monaten (26 Prozent). Technologien wie Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten beim Thema Arbeitsbelastung möglicherweise Entlastung schaffen, werden bislang jedoch selten eingesetzt: Nur 15 Prozent der Beschäftigten berichten von einer spürbaren Entlastung durch Automatisierung und KI, während für 59 Prozent die Themen kaum oder gar nicht vorhanden sind. Beim Einfluss von KI auf die mentale Gesundheit zeigt sich ein geteiltes Bild: Ein Viertel sieht positive Effekte (25 Prozent), 17 Prozent dagegen negative. Besonders auffällig ist dabei der Altersunterschied: Jüngere Beschäftigte von 18 bis 29 Jahren nehmen die Auswirkungen technologischer Entwicklungen deutlich häufiger wahr als ältere von 50 bis 70 Jahren (27 vs. 8 Prozent). Sie bewerten deren Einfluss auf die mentale Gesundheit zugleich positiver (34 vs. 19 Prozent). „Automatisierung und Künstliche Intelligenz können helfen, Entlastung und Freiräume zu schaffen – vorausgesetzt, ihr Einsatz ist gut durchdacht und wird von den Mitarbeitenden aktiv unterstützt. Ohne eine offene Grundhaltung und eine sorgfältige Einführung mit entsprechenden Trainingsangeboten und Begleitung droht sie jedoch, zum zusätzlichen Stressfaktor zu werden“, betont Albers.
Handlungsauftrag an Arbeitgeber
Unter dem Strich sehen drei von vier Befragten einen klaren Handlungsbedarf in Sachen mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz (75 Prozent). Neben Präventions- und Unterstützungsangeboten wünschen sich viele auch strukturelle Veränderungen – von mehr Flexibilität über bessere Führungskultur bis hin zu realistischeren Arbeitsbelastungen. „Das ist ein klarer Auftrag, den es ernst zunehmen gilt“, sagt Albers. „Um als Unternehmen im digitalen Zeitalter erfolgreich zu sein, ist es entscheidend, Mitarbeitende in allen Lebensphasen wirksam zu unterstützen und entsprechende Angebote bereitzustellen. Bei Union Investment setzen wir auf passgenaue Weiterentwicklungsmaßnahmen, flexible Arbeitszeiten und -orte und ein breites Spektrum an lebensphasenorientierten Angeboten inkl. Mental Health Programmen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei ist uns wichtig, ein breites und ganzheitliches Angebot für alle Mitarbeitenden zu gestalten. Wer als Arbeitgeber aktiv Verantwortung übernimmt, schafft nicht nur gesündere Arbeitsbedingungen, sondern profitiert auch wirtschaftlich – durch motivierte, loyale und leistungsfähige Mitarbeitende.”
Zur Studie
Das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt hat im Juni und Juli 2025 im Auftrag von Union Investment 1.006 Erwerbstätige in Deutschland befragt. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.
Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch EQS Group. Medienarchiv unter https://www.eqs-news.com.
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| 27.08.2025 | Sparerinnen und Sparer glauben an Investitionsprogramm der Bundesregierung
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
Sparerinnen und Sparer glauben an Investitionsprogramm der Bundesregierung (News mit Zusatzmaterial)
27.08.2025 / 10:00 CET/CEST
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
Sparerinnen und Sparer glauben an Investitionsprogramm der Bundesregierung
- Keine positiven Effekte hingegen für den eigenen Geldbeutel, für Aktien und Investmentfonds schon
- Stabilität bei den eigenen Finanzen und dem Sparverhalten
- Aktien so attraktiv wie nie, 20- bis 29-Jährige treiben Aktienkultur
Frankfurt am Main, 27. August 2025 – Die Mehrheit der Sparerinnen und Sparer in Deutschland verspricht sich vom milliardenschweren Investitionsprogramm der Bundesregierung eine etwas verbesserte wirtschaftliche Lage. Für den eigenen Geldbeutel erwarten die meisten keine positiven Effekte, für Aktien und Investmentfonds hingegen schon. Deren Attraktivität erreicht Höchstwerte, gerade junge Menschen geben dieser neuen Aktienkultur Aufwind. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers, einer repräsentativen forsa-Online-Befragung im Auftrag von Union Investment und Bundesbankanalysen von Professor Oscar A. Stolper von der Universität Marburg.
Das von der aktuellen Regierung beschlossene Investitionsprogramm könnte die wirtschaftliche Situation in Deutschland nach Meinung der meisten Befragten etwas verbessern (61 Prozent). Gut ein Viertel (27 Prozent) erwartet hingegen keine Verbesserung, acht Prozent rechnen mit deutlichen Fortschritten.
Keine positiven Effekte hingegen für den eigenen Geldbeutel, für Aktien und Investmentfonds schon
Für die eigene Finanzlage erwartet die deutliche Mehrheit (80 Prozent) jedoch keine direkten positiven Effekte durch das Investitionsprogramm. Auf den Wert von Aktien und Investmentfonds hingegen durchaus: 43 Prozent der Befragten rechnen mit positiven Auswirkungen auf den Wert der eigenen Aktien oder Fonds. Gut ein Drittel ist gegenteiliger Meinung und sieht keine Effekte (37 Prozent). 20 Prozent haben hierzu keine Meinung. „Das noch vom letzten Bundestag verabschiedete Sondervermögen setzt wichtige Impulse für Infrastruktur- und Transformationsprojekte – davon profitieren die Auftragsbücher der Unternehmen und bieten Anlegerinnen und Anlegern langfristige Chancen, wenn sie entsprechend investiert sind“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin des Privatkundensegments von Union Investment.
Stabilität bei den eigenen Finanzen und dem Sparverhalten
Auch wenn Sparerinnen und Sparer wenig direkte Effekte durch die wirtschaftlichen Impulse der Bundesregierung erwarten, bleibt der Blick auf die eigenen Finanzen stabil: 61 Prozent erwarten im kommenden Halbjahr keine Veränderung der persönlichen finanziellen Situation (4. Quartal 2024: 53 Prozent), 24 Prozent eine Verbesserung (4. Quartal 2024: 30 Prozent), 14 Prozent eine Verschlechterung (4. Quartal 2024: 16 Prozent). Stabil bleibt trotz allem auch das Sparverhalten der Befragten. 59 Prozent wollen ihr Sparverhalten derzeit nicht ändern (4. Quartal 2024: 53 Prozent), ein Drittel will auf jeden Fall oder wahrscheinlich mehr sparen (31 Prozent). Am Jahresende 2024 waren es mit 37 Prozent etwas mehr Befragte, die sich entsprechend äußerten.
Aktien so attraktiv wie nie
Bei ihren Sparbemühungen setzen immer mehr Menschen in Deutschland auf Aktien und Investmentfonds. So sagen mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent), dass sie das Sparen mit Aktien attraktiv finden, so viele wie noch nie zuvor in der regelmäßigen Befragung im Rahmen des Anlegerbarometers. Investmentfonds landen mit 51 Prozent knapp dahinter. Lediglich das Sparen mit Immobilien ist nach Meinung der Befragten attraktiver (67 Prozent). Das Tagesgeld landet auf Platz vier (47 Prozent).
Die starke Kapitalmarktorientierung der Sparerinnen und Sparer bestätigen auch die Bundesbankdaten, ausgewertet von Professor Oscar A. Stolper, Universität Marburg: Zum Jahresende 2024 stiegen die Investmentfondsbestände privater Haushalte um 205 Milliarden Euro auf 1.167 Milliarden Euro – und damit stärker als der Bestandszuwachs in Bargeld, Einlagen und Anleihen zusammen (plus 198 Milliarden). Auf Basis der von Professor Stolper bereinigten Sonderauswertung erhöhte sich das Gesamtfinanzvermögen 2024 um 606 Mrd. Euro; rund 45 Prozent (270 Mrd. Euro) davon entfielen auf Investmentfonds und börsennotierte Aktien. Bestände in börsennotierten Aktien privater Haushalte erreichten einen Rekordwert von 590 Milliarden Euro (plus 11,9 Prozent).
20- bis 29-Jährige treiben Aktienkultur
Die Zuwächse sind einerseits der starken Aktienmarktentwicklung geschuldet, andererseits aber auch der gestiegenen Beliebtheit von Aktien und Fonds. Insbesondere Sparerinnen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren besitzen diese beiden Anlageformen. So sind laut Anlegerbarometer insgesamt 68 Prozent aller Befragten im Besitz von Investmentfonds. 65 Prozent der jungen Erwachsenen finden Aktien attraktiv, 58 Prozent Investmentfonds. „Junge Erwachsene geben der Aktienkultur spürbar Rückenwind: Viele blicken nicht nur auf ihre Sparleistung, sondern auch darauf, welcher Ertrag sich daraus ergibt – ein wichtiger Schritt zur langfristigen Vermögensbildung“, so Knoefel.
Allerdings ist bei der Nutzung von Chancen am Kapitalmarkt ein Gender-Gap zu verzeichnen. Denn fast doppelt so viele Männer wie Frauen nennen dies als Sparziel (41 Prozent vs. 22 Prozent). Frauen wiederum priorisieren das Thema Rücklagen als Sparziel höher als Männer. 75 Prozent der weiblichen Befragten nennen das Sparziel „Rücklagen für größere Ausgaben“, bei den männlichen sind es nur 62 Prozent. Für den Notfall sparen 86 Prozent der Frauen, unter Männern nennen 77 Prozent dieses Sparziel. Entsprechend investieren signifikant mehr Männer in Aktien (48 Prozent) und Fonds (71 Prozent) als Frauen (26 Prozent bzw. 64 Prozent).
Studien
Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2025 im Auftrag von Union Investment 1.006 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. Ergänzende Daten stammen aus einer Auswertung der Zahlen der Deutschen Bundesbank (Stichtag 31.12.2024) durch Prof. Oscar A. Stolper im Auftrag von Union Investment.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Aktienanlagen attraktiv wie nie
Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch EQS Group. Medienarchiv unter https://www.eqs-news.com.
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| 09.07.2025 | Generation Altersarmut? Junge Menschen sorgen sich um Lebensstandard im Alter
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse
Generation Altersarmut? Junge Menschen sorgen sich um Lebensstandard im Alter (News mit Zusatzmaterial)
09.07.2025 / 10:00 CET/CEST
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Generation Altersarmut? Junge Menschen sorgen sich um Lebensstandard im Alter
- Jüngere wissen: gesetzliche Rente wird nicht reichen
- Für junge Menschen gehören Aktien und Investmentfonds zur Altersvorsorge
- Private Altersvorsorge beschäftigt aber auch ältere Generationen
Frankfurt am Main, 9. Juli 2025 – Eine aktuelle Umfrage im Rahmen des Anlegerbarometers von Union Investment zeigt alarmierende Trends in der Altersvorsorge vor allem unter jungen Menschen: Insbesondere 20- bis 29-Jährige fürchten sich verstärkt vor Altersarmut und glauben nicht, dass sie finanziell gut für das Alter vorgesorgt haben. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.006 Personen in Deutschland, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden.
Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) zwischen 20 und 29 Jahren haben Angst davor, einmal Opfer von Altersarmut zu werden (Vorjahr: 46 Prozent). Das sind knapp doppelt so viele wie bei den Befragten, die über 50 Jahre alt sind (27 Prozent) und auch deutlich mehr als in den Altersgruppen dazwischen (jeweils 37 Prozent). Nur ein Viertel der Jüngeren (25 Prozent) glaubt, finanziell gut für das Alter vorgesorgt zu haben (Vorjahr: 29 Prozent). In den anderen Altersgruppen schwankt der Wert zwischen 45 und 56 Prozent.
Jüngere wissen: gesetzliche Rente wird nicht reichen
Die meisten jungen Menschen machen sich außerdem Sorgen über ihren Lebensstandard im Alter. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) sind davon überzeugt, dass ihre gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um den aktuellen Lebensstandard auch später zu halten (Vorjahr: 83 Prozent). Diese Besorgnis wird durch die Erkenntnis verstärkt, dass 81 Prozent und damit mehr als in jeder anderen Altersgruppe damit rechnen, einen erheblichen Teil der Lebenshaltungskosten im Rentenalter aus Ersparnissen bestreiten zu müssen (Vorjahr: 83 Prozent).
Aber bei allem Pessimismus mit Blick auf die eigene finanzielle Situation im Alter: Junge Menschen lassen sich bei diesem Thema auf keinen Fall entmutigen. Vielmehr zeigen sie sich bereit, die Herausforderungen anzugehen und aktiv für ihre finanzielle Zukunft vorzusorgen. Zwei von drei jungen Befragten (69 Prozent) gehen davon aus, dass sie sich mit privater Altersvorsorge vor finanziellen Engpässen im Alter schützen können (Vorjahr: 75 Prozent). Dabei sind die Jüngeren mit 61 Prozent mehr als in jeder anderen Altersgruppe zum Konsumverzicht bereit und damit dafür, heute weniger Geld auszugeben, um die private Vorsorge zu stärken (Vorjahr: 56 Prozent). Und auch wenn es in allen anderen Altersgruppen mindestens doppelt so viele sind, haben unter den 20- bis 29-Jährigen immerhin 35 Prozent bereits eine private Altersvorsorge abgeschlossen. „Diese Bereitschaft, sich den finanziellen Herausforderungen im Alter bereits heute zu stellen und private Vorsorge dabei als zielführendes Instrument zu betrachten, zeigt, dass junge Menschen proaktiv an ihrer finanziellen Sicherheit arbeiten und sich der Bedeutung einer soliden Altersvorsorge bewusst sind“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.
Für junge Menschen gehören Aktien und Investmentfonds zur Altersvorsorge
Die jüngere Generation ist zudem der Meinung, dass sich Aktienfonds am besten zur finanziellen Vorsorge für das Alter eignen. Diese Präferenz haben 39 Prozent der Befragten zwischen 20 und 29 Jahren und damit mehr als doppelt so viele als die Altersgruppen ab 40, unter denen nur 17 Prozent Aktienfonds für die Altersvorsorge präferieren. Hier steht vor allem das selbst genutzte Eigenheim im Fokus: 61 Prozent der 50- bis 59-Jährigen sind der Meinung, dass die eigenen vier Wände die beste finanzielle Vorsorge für das Alter sind.
Private Altersvorsorge beschäftigt aber auch ältere Generationen
Die Ergebnisse des Anlegerbarometers zeigen aber auch, dass das Thema Altersvorsorge nicht nur von jungen Menschen als Herausforderungen gesehen wird. Schaut man auf den Durchschnitt aller Befragten wird dies und die Beständigkeit der Sorgen deutlich: 79 Prozent rechnen nicht damit, dass die gesetzliche Rente zur Wohlstandssicherung reichen wird (Vorjahr ebenfalls 79 Prozent). Annähernd drei Viertel der Befragten (72 Prozent) gehen davon aus, dass sie für einen Teil ihrer Lebenshaltungskosten auf Ersparnisse zurückgreifen müssen (Vorjahr: 73 Prozent). Diese Daten verdeutlichen, dass die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, nicht nur die jüngeren Generationen betrifft, sondern alle Altersgruppen. Zwei Drittel (68 Prozent) sehen in privater Vorsorge einen Schutz vor finanziellen Engpässen im Alter (Vorjahr ebenfalls 68 Prozent). „Die Ergebnisse der Umfrage sind ein klarer Aufruf zur Handlung. Gerade die junge Generation hat Lösungen verdient, die ihnen dabei hilft eine der größten Herausforderungen für ihren Wohlstand zu bewältigen. Dabei gilt die Regel, je früher man startet, umso kleiner sind die finanziellen Engpässe im Alter. Daher ist die von der neuen Bundesregierung geplante Frühstartrente ein so wichtiger Baustein, um die Altersvorsorge in Deutschland verlässlicher zu machen“, betont Knoefel.
Zur Studie
Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2025 im Auftrag von Union Investment 1.006 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Junge Menschen haben Angst vor Altersarmut
Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch EQS Group. Medienarchiv unter https://www.eqs-news.com.
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| 08.05.2025 | Union Investment nimmt Corporate Governance im DAX und MDAX unter die Lupe
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Emittent / Herausgeber: Union Investment
/ Schlagwort(e): Studie/ESG
Union Investment nimmt Corporate Governance im DAX und MDAX unter die Lupe (News mit Zusatzmaterial)
08.05.2025 / 10:00 CET/CEST
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- Unternehmen sollen Ranking nicht als Kritik, sondern als Ansporn verstehen
- Union Investment will nachhaltige Transformation aktiv begleiten
- Notenschnitt von 2,8 im DAX und 3,6 im MDAX
- Verbesserungsbedarf bei Ämterhäufung, Unabhängigkeit und Diversität
Frankfurt am Main, 8. Mai 2025 – Gute Unternehmensführung (Corporate Governance) ist entscheidend für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Deshalb hat Union Investment mit dem Stimmrechtsberater IVOX Glass Lewis ein Corporate-Governance-Ranking entwickelt, das jetzt zum siebten Mal für den DAX und zum fünften Mal für den MDAX vorliegt. „Das Ranking möchte für die Wichtigkeit des Themas sensibilisieren und Defizite offenlegen“, sagt Carola Schroeder, die das Portfoliomanagement von Union Investment leitet. „Die Unternehmen sollen das Ranking nicht als Kritik, sondern als Ansporn verstehen. Dann wird der Kapitalmarkt zum Motor für gute Unternehmensführung, wovon Unternehmen und Aktionäre gleichermaßen profitieren“, erläutert Schroeder. Sie plädiert dafür, das Thema Corporate Governance nicht isoliert zu betrachten, sondern in einem breiteren ESG-Kontext zu sehen: „Nachhaltigkeit ist fundamental geworden. Wir wollen als Treuhänder die Transformation der Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit aktiv begleiten.“
Der Notenschnitt liegt im DAX bei 2,8 (Vorjahr: 2,7) und im MDAX bei 3,6 (Vorjahr: 3,3) und hat sich damit im Vergleich zur letzten Erhebung des Rankings verschlechtert. „Wir haben das Ranking überarbeitet und die Latte bei den Anforderungen höher gelegt“, ordnet Vanda Rothacker, Senior ESG-Strategin mit Schwerpunkt Corporate Governance bei Union Investment, die Ergebnisse ein. „Wir konzentrieren uns auf Kriterien, bei denen wir noch Verbesserungspotenzial sehen. Bei Aufsichtsratszusammensetzung, Vorstandsvergütung und dem Frauenanteil im Topmanagement schauen wir noch genauer hin“, sagt Rothacker. „Dauerbrenner im Blick auf Governance-Defizite bleiben leider die Themen Unabhängigkeit und Ämterhäufung.“
Spitzenreiter im DAX mit Note 2 ist Infineon, Schlusslichter sind die Porsche AG mit Note 5+ sowie die Porsche Automobil Holding SE mit Note 5. Im MDAX führt TAG Immobilien das Feld mit Note 2- an, während hier gleich acht Unternehmen die für eine ausreichende Leistung nötige Mindestpunktzahl von 50 Punkten nicht erreichen: Bechtle, Rational, United Internet, Auto1 Group, Hypoport, Nemetschek, CTS Eventim und Traton. Mit Blick auf die großen Notenunterschiede im MDAX bemängelt Rothacker: „Wenn man im Ranking weiter nach unten schaut, wird es düster. Hier haben die Unternehmen noch sehr viele Hausaufgaben zu machen.“
Das Ranking basiert auf 80 bewerteten Fragen zu sieben Themenfeldern, die für Union Investment bei der Bewertung der Corporate Governance von Unternehmen relevant sind: 1. Kapital, 2. Vorstand, 3. Aufsichtsrat, 4. Vorstandsvergütung, 5. Aufsichtsratsvergütung, 6. Abschlussprüfung und 7. Transparenz und Aktionärsrechte.
Die erhobenen Datenpunkte werden auf einer Bewertungsskala von 0 bis 3 gewichtet. Maximal können 100 Punkte erreicht werden. Die Gesamtpunktzahl wird in ein Schulnotensystem übersetzt: Für eine ausreichende Leistung (Note 4) müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Das Ranking ist im Sinne bestmöglicher Objektivität und Vergleichbarkeit rein quantitativ angelegt und beruht auf breiter Datengrundlage. Bewertungsbasis bei allen Unternehmen sind die öffentlich verfügbaren Daten per Januar 2025.
Zusatzmaterial zur Meldung:
Datei: Studie Corporate Governance 2025
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