Neue Strategie: Trendwende für die Berentzen-Aktie?

Berentzen-Schaufenster am Firmensitz in Haselünne

Der Berentzen-Gruppe macht derzeit eine spürbare Kaufzurückhaltung bei Spirituosen zu schaffen. Marken- und Produktinnovationen insbesondere im alkoholfreien Segment sollen den Konzern wieder auf Kurs bringen.

💡 Key Takeaways: Berentzen Aktie & Konzernumbau
  • Finanzjahr 2025: Der Umsatz sank um 10,7 % auf 162,9 Mio. Euro, während das Konzernergebnis mit 2,4 Mio. Euro wieder positiv ausfiel.
  • Schwerer Jahresstart 2026: Kaufzurückhaltung und hohe Händlerbestände drückten den Q1-Umsatz um knapp 10 % auf 35,2 Mio. Euro.
  • Strategie Evolve 2030: Durch vier strategische Säulen soll der Umsatz bis 2030 auf über 200 Mio. Euro und die EBIT-Marge auf mindestens 8 % steigen.
  • Wachstumstreiber Alkoholfrei: Die Übernahme der Marke JUMA (funktionale Hydration Drinks) soll neue, dynamische Segmente abseits des klassischen Spirituosengeschäfts erschließen.

Im Geschäftsjahr 2025 gingen die Umsatzerlöse der Berentzen-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 % auf 162,9 Mio. Euro zurück. Der Rohertrag gab gut 11 % auf 71,7 Mio. Euro nach. Trotz deutlicher Einsparungen verringerte sich das EBIT um rund 20 % auf 8,5 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis kehrte die Gesellschaft mit 2,4 Mio. Euro wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Das Vorjahr war allerdings durch einmalige Wertminderungen belastet gewesen. Das Ergebnis je Aktie lag 2025 somit bei 0,25 Euro. Die Dividende blieb unverändert bei 0,11 Euro je Aktie.

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Konsumflaute belastet Ergebnis

Das erste Quartal 2026 war durch eine schwache Konsumnachfrage und einen hohen Restbestand bei den Handelspartnern angesichts schwacher Abverkäufe im Jahresendgeschäft geprägt. Vor allem die Nachfrage nach alkoholischen Getränken blieb schwach, was letztlich zu einem Umsatzrückgang von knapp 10 % auf 35,2 Mio. Euro führte. Der niedrige Umsatz belastete die Ergebniskennzahlen und das EBIT sank von 1,2 auf 0,2 Mio. Euro.

Der Vorstand erwartet jedoch eine Belebung im weiteren Jahresverlauf und bekräftigte die Umsatzprognose von 163 bis 173 Mio. Euro für das Gesamtjahr. Das EBIT soll sich zwischen 7 und 9 Mio. Euro bewegen. Bis 2030 plant das Management den Umsatz auf über 200 Mio. Euro auszuweiten und die EBIT-Marge auf mindestens 8 % zu steigern.

Alkoholfreie Innovationen im Fokus

Grundlage dieser Planungen ist die neue Konzernstrategie Berentzen Evolve 2030, die der Getränkehersteller im November 2025 vorstellte. Der Vorstand geht für die Zukunft von weiteren Veränderungen im Konsumverhalten aus. Gemeinsam mit einem Trendforschungsinstitut analysierte Berentzen die Entwicklung und leitete entsprechende Maßnahmen für das künftige Geschäftsmodell ab.

Die daraus entstandene Konzernstrategie basiert auf vier Säulen: neue Marken und Produkte, neue Märkte, neue Vertriebskanäle sowie neue Kooperationsmodelle. In allen Bereichen wurden bereits erste Initiativen gestartet. Der Vorstand erwartet, dass sich der Anteil nicht alkoholischer Produkte am Konzernumsatz bis 2030 deutlich erhöhen wird.

Mittelfristige Einstiegschance bei der Berentzen-Aktie?

Das Angebot in diesem Segment wurde bereits erweitert. Von der food4morrow GmbH erwarb Berentzen die Marke JUMA und ergänzte deren Produktpalette. JUMA Recharge+ beispielsweise ist ein teebasierter zuckerfreier Hydration Drink, der Elektrolyte mit Vitaminen und Koffein kombiniert. Das Getränk ist seit kurzem zunächst in zwei Geschmacksrichtungen verfügbar. Der Berentzen-Vorstand erhofft sich dadurch neue Impulse, da solche funktionalen Drinks derzeit zu den dynamischsten Kategorien im Bereich alkoholfreier Getränke zählen.

Gelingt dem Management mit JUMA ein ähnlicher Erfolg wie bei Mio Mio, bietet die Berentzen-Aktie mittelfristig deutliches Potenzial, nachdem der Kurs in Folge der in Folge der schwachen Nachfrage deutlich gelitten hatte.

Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlusAnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Foto: © Berentzen-Gruppe AG

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