Börsenwoche: die Preise steigen – Dell reitet die KI-Welle

Die Räder meherer Einkaufswägen.

An den Börsen ist es weiter nach oben gegangen. Vor allem Tech-Unternehmen profitierten vom anhaltenden KI-Hype. Die Folgen des Iran-Krieges könnten jedoch zum Problem werden: Sie lassen die Preise steigen und das treibt wiederum die Inflation nach oben. Die Notenbanken könnten mit Zinsanhebungen reagieren.

💡 Key Takeaways: Markt-Update & KI-Rallye
  • KI-Explosion bei Dell: Ein phänomenales Gewinnplus von 214 % und 43,8 Mrd. Dollar Quartalsumsatz pulverisieren sämtliche Analystenschätzungen an der Wall Street.
  • CTS Eventim mit starkem Q1: Der Konzernumsatz klettert um 23 %, während das operative EBITDA im Segment Live Entertainment sogar um 151,1 % nach oben schnellat.
  • Zinsdruck im Euroraum: Die im Mai auf 3,0 % gestiegene Inflationsrate schürt vor der EZB-Sitzung neue Spekulationen über eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
  • US-Arbeitsmarkt als Richtungsweiser: Die anstehenden Non-Farm Payrolls für Mai entscheiden darüber, ob Inflations- und Zinssorgen der Fed neu aufflammen.

Der DAX schaffte nach einem kleinen Durchhänger zur Wochenmitte nur ein kleines Wochenplus von 0,87 %. Damit kann sich der deutsche Leitindex aber immerhin über der 25.000-Punkte-Marke behaupten. Der Dow Jones legte 1,49 % auf 51.032 Punkte zu.

Der Nasdaq 100 hingegen machte erneut einen deutlichen Sprung. Der technologielastige Index drehte im Laufe der Handelswoche satte 3,32 % ins Plus. Erneut waren es KI-Wachstumsstorys, die bei den Anlegern für Begeisterung sorgten.

Die Fokus-Themen der Woche

Vom biederen PC-Bauer zum heißesten KI-Giganten: Dell hat die Wall Street mit einem regelrechten Zahlen-Feuerwerk erschüttert . Getrieben von einer explosionsartigen Nachfrage nach KI-Infrastruktur pulverisierte der Konzern mit einem Quartalsumsatz von 43,8 Mrd. Dollar und einem Gewinnplus von 214 % sämtliche Analystenschätzungen. Nach einer drastischen Anhebung der Jahresprognose überbieten sich die Banken nun mit neuen Kurszielen von bis zu 700 Dollar – doch während die Euphorie kocht, fragen sich kritische Stimmen bereits, wie viel KI-Hype hier schon vorab eingepreist ist.

Solider Start ins neue Jahr: Das Ticketing- und Eventunternehmen CTS Eventim knüpft im ersten Quartal 2026 nahtlos an seinen Wachstumskurs an und steigert den Konzernumsatz um 23 % auf 613,5 Mio. Euro. Als wesentlicher Treiber erwies sich dabei das Segment Live Entertainment, dessen operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) um beachtliche 151,1 % nach oben schnellte. Während das margenstarke Ticketing-Geschäft weiterhin eine verlässliche Basis bildet, spiegelt der Aktienkurs den operativen Erfolg bisher kaum wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 30 % an Wert verloren. Die robusten Quartalszahlen werfen nun die Frage auf, ob der Markt die fundamentale Stärke des Event-Riesen bald honoriert und die Aktie zur Erholung ansetzt.

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Was sonst noch wichtig war

Die Inflation bleibt der Partycrasher im Hintergrund, weshalb die Renditen von Staatsanleihen teils auf Mehrjahreshöchsstände kletterten. Im Euro-Raum ist die Inflationsrate im Mai auf 3,0 % gestiegen. Das erhöht den Druck auf die EZB vor ihrer nächsten Sitzung am 11. Juni massiv. Während man lange auf Zinssenkungen hoffte, spekulieren erste Marktteilnehmer sogar über eine Erhöhung um 25 Basispunkte (aktuell liegt der Einlagezins bei 2,0 %). Experten gehen davon aus, dass die Inflation in der Eurozone im Mai aufgrund der Energiepreise auf rund 3,4 % steigen dürfte, die Kerninflation auf 2,3 %.

In den USA warnte Fed-Gouverneurin Michelle Bowman am Freitag explizit vor voreiligen Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung (der viel beachtete PCE-Index stieg im April um 3,8 %). Die US-Notenbank befindet sich in einer Zwickmühle zwischen stabiler Beschäftigung und zäher Teuerung.

Ausblick

Am Freitag wird der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) für den Monat Mai veröffentlicht. Die Logik der Börse aktuell: Ist der Arbeitsmarkt zu stark, flammen die Inflations- und Zinssorgen der Fed wieder auf. Das könnte sich negativ auf die Aktienkurse auswirken. Kühlt er sich moderat ab, rücken Zinssenkungen rücken wieder näher.

Auch in Europa wird es ernst: Am Dienstag werden die vorläufigen Verbraucherpreise für den Mai in der Eurozone werden veröffentlicht. Nachdem die Inflation letzte Woche schon auf 3,0 % geklettert ist, entscheidet dieser Wert maßgeblich darüber, ob die EZB bei ihrer Sitzung am 11. Juni die Zinsen unangetastet lässt oder die Daumenschrauben doch noch einmal anzieht.

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