Unser Nachbarland Polen gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Europas. Dies spiegelte sich 2025 in einer starken Performance an der Börse in Warschau wider. Zu den wichtigsten Branchen zählen Finanzwerte und Energieunternehmen.
- Starke Performance: Ein breites Investment in den polnischen Markt lieferte über die letzten fünf Jahre eine durchschnittliche Rendite von rund 15 % p.a.
- Banken-Power: Branchenprimus PKO Bank Polski überzeugt mit einem Gewinnplus von 18 % auf 1,88 Mrd. Euro und einer Dividendenrendite von über 6 %.
- Energie-Riese ORLEN: Mit 3.500 Tankstellen und einer Dividendenrendite von knapp 6 % ist der Konzern der Ankerwert im osteuropäischen Energiesektor.
- Effizienter Marktzugang: Der iShares MSCI Poland ETF bündelt die 16 wichtigsten Werte bei einer Gesamtkostenquote von 0,74 % pro Jahr.
Die zwei wichtigsten Indizes auf polnische Aktien sind der MSCI Poland und der WIG20. Der WIG 20 bildet die 20 größten und liquidesten Unternehmen der Warschauer Börse ab. Der MSCI Poland enthält 16 polnische Unternehmen. Diese sind fokussiert auf die Branchen Finanzen und Energie.
Polens größte Bank
Größter Einzelwert im MSCI-Index ist die PKO Bank Polski. Die Bank betreut mehr als zwölf Millionen Kunden, der polnische Staat hält rund 29,4 % der Anteile.
Die Aktie der größten polnischen Bank hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Seit Februar 2023 hat sich der Kurs ungefähr verdreifacht und notiert derzeit nahe am Allzeithoch. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 25,8 Mrd. Euro. Rückenwind bekommt die Aktie neben dem anhaltenden Wirtschaftswachstum auch von der Hoffnung auf einen Frieden in der Ukraine. Die PKO Bank Polski ist dort nämlich über ihre hundertprozentige Tochter KredoBank präsent.
Operativ läuft es rund. In den ersten neun Monaten 2025 stieg der Nettogewinn um 18 % auf 1,88 Mrd. Euro, was einem Gewinn je Aktie von 1,50 Euro entspricht. Im vergangenen Jahr schüttete die Bank eine Dividende von 5,48 Zloty aus, umgerechnet sind das rund 1,30 Euro. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von über 6 %.
Top-Analysen, exklusive Tipps & Markttrends – unabhängig und praxisnah.
24-mal im Jahr fundierte Börsenanalysen
Selbstbewusster Energiekonzern
Mit rund 14 % Gewicht ist der integrierte Öl- und Chemiekonzern ORLEN der zweitgrößte Einzelwert im MSCI Poland. Die ORLEN S.A. ist das größte Unternehmen Mittelosteuropas. Der Name setzt sich aus den polnischen Wörtern für Adler (Orzeł), dem polnischen Wappentier“, und Energie (Energia) zusammen. Entstanden ist der Konzern 1999 aus der Fusion der Staatsunternehmen Petrochemia Płock und CPN. Der polnische Staat hält heute noch knapp 50 % der Anteile.
ORLEN betreibt rund 3.500 Tankstellen in Polen, Tschechien, der Slowakei, Deutschland, Österreich und Litauen. Allein in Deutschland ist der Konzern mit mehr als 600 Stationen vertreten und zählt damit zu den zehn größten Tankstellenbetreibern. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als das am schnellsten wachsende Energieunternehmen Europas.
In den ersten drei Quartalen 2025 erzielte ORLEN einen Umsatz von 46,1 Mrd. Euro nach 51,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg dagegen deutlich auf 1,9 Mrd. Euro nach 700 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2024. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2025 will ORLEN am 19. Februar vorlegen. Die Dividendenpolitik sieht eine jährlich um 0,15 Zloty steigende garantierte Dividende vor. Angestrebt wird aber eine Ausschüttung von insgesamt bis zu maximal 25 % des operativen Cashflows, wenn diese darüber liegt. Im vergangenen Jahr betrug die Dividendenauszahlung 6 Zloty je Aktie, umgerechnet rund 1,42 Euro. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von knapp 6 %.
Anleger sollten bei einem Engagement in beide Titel neben den operativen Kennzahlen auch die Risiken im Blick behalten. Dazu zählen geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Ukraine, ebenso wie Währungsschwankungen und innenpolitische Entwicklungen.
Ein Indexinvestment
Der iShares MSCI Poland ETF bildet den MSCI Poland Index nach. Das Branchenbild ist stark konzentriert. Finanzwerte stellen mit 48 % den mit Abstand größten Anteil. Zyklische und defensive Konsumgüter kommen zusammen auf rund 20 %, Energieunternehmen auf 14 %. Die Grundstoffbranche ist mit etwa 10 % vertreten.
Das Fondsvolumen beläuft sich auf rund 500 Mio. Euro, die Gesamtkostenquote liegt bei 0,74 % pro Jahr. Die Dividendenerträge werden thesauriert und damit automatisch wieder angelegt.
Die Wertentwicklung fällt ausgesprochen volatil aus. Im vergangenen Jahr erzielte der ETF eine Gesamtrendite von 54 %. 2024 lag die Rendite dagegen nahe bei 0 %, im Jahr zuvor konnten Anleger rund 44 % verbuchen. 2022 endete mit einem Minus von 22 %. Über die vergangenen fünf Jahre ergibt sich daraus im Durchschnitt eine jährliche Gesamtrendite von rund 15 %.
Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlus, AnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.
Foto: © Piotr Zakrzewski auf Pixabay





