Der Geldtransfer-Riese Western Union hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht und präsentiert dabei eine gemischte Bilanz. Während das Unternehmen die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlte und einen deutlichen Rückgang beim Nettogewinn hinnehmen musste, gibt sich das Management für das laufende Geschäftsjahr 2026 überraschend zuversichtlich.
- Gewinnrückgang durch Sondereffekte: Der GAAP-Nettogewinn brach in Q4 2025 um über 70 % auf 114,4 Mio. Dollar ein, was primär am Wegfall hoher Steuervorteile aus dem Vorjahr lag.
- Operative Stärke: Bereinigt (Non-GAAP) stieg der Gewinn je Aktie auf 0,45 Dollar, womit Western Union die Analystenschätzungen von 0,43 Dollar schlagen konnte.
- Wachstumsziele 2026: Das Management prognostiziert für das kommende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 5 % bis 8 % und setzt auf die Synergien der Intermex-Übernahme im Q2.
Im vierten Quartal 2025 sank der Umsatz von Western Union um 5 % auf 1,008 Mrd. Dollar (Vorjahr: 1,058 Mrd. Dollar). Damit lag das Ergebnis unter der Konsensprognose der Analysten von 1,04 Mrd. Dollar. Besonders markant war der Rückgang beim ausgewiesenen Nettogewinn (GAAP), der von 385,7 Mio. Dollar im Vorjahresquartal auf 114,4 Mio. Dollar einbrach – ein Minus von über 70 %. Das Ergebnis je Aktie sank entsprechend von 1,13 Dollar auf 0,36 Dollar.
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Ambitionierter Ausblick für 2026
Dieser massive Einbruch ist jedoch primär auf Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen. Im vierten Quartal 2024 hatte Western Union von einem erheblichen Steuervorteil in Höhe von 0,75 Dollar pro Aktie profitiert, der im Zuge einer internationalen Reorganisation der Unternehmensstruktur entstand. Ein Blick auf die bereinigten Zahlen (Non-GAAP) zeigt eine stabilere Entwicklung: Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im vierten Quartal 2025 von 0,40 Dollar auf 0,45 Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 0,43 Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Western Union ein deutliches Wachstum. Das Management rechnet mit einem Umsatzplus zwischen 5 % und 8 % (bereinigt 6 % bis 9 %). Der bereinigte Gewinn je Aktie soll in einer Spanne von 1,75 Dollar bis 1,85 Dollar liegen. Diese Prognose basiert maßgeblich auf der Annahme, dass die geplante Übernahme von International Money Express (Intermex) wie erwartet im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen wird.
Skepsis an der Wall Street – Western-Union-Aktie verliert
Trotz der Wachstumsversprechen blieben die Experten vorsichtig. Die Mehrheit der Analysten empfiehlt die Aktie weiterhin zum Verkauf. Kritiker sehen in dem umfangreichen Filialnetz einen strukturellen Nachteil gegenüber agileren Fintech-Konkurrenten und Krypto-basierten Alternativen. Am Freitag ging es für die Western-Union-Aktie 1,80 % nach unten.
Für die Aktionäre bleibt zumindest die Dividendenpolitik verlässlich: Die Geschäftsführung beschloss für das erste Quartal 2026 eine stabile Dividende von 0,235 Dollar pro Aktie, zahlbar am 31. März 2026.
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Foto: © Western Union





