Der Iran-Krieg macht sich nicht nur an den Tankstellen bemerkbar. Die großen Indizes rutschten wegen der Eskalation im Nahen Osten ins Minus, der Ölpreis schoss in die Höhe. Für die deutschen Rüstungswerte könnte der neue Konfliktherd zum Kurstreiber werden.
- Markt-Korrektur: Die Eskalation im Nahen Osten führt zu einem Wochenminus von 6,70 % im DAX, während sich der Nasdaq 100 mit -1,27 % vergleichsweise resilient zeigt.
- Wachstumsmonster Palantir: Trotz Kurskorrektur überzeugt das Unternehmen mit 70 % Umsatzwachstum und einem extrem starken Rule-of-40-Wert von 127.
- Dividenden-Sprung bei Renk: Der Rüstungskonzern hebt die Ausschüttung um 38 % auf 0,58 Euro an und peilt bis 2030 einen Umsatz von 3,2 Mrd. Euro an.
- Inflations-Check: Der Fokus der Anleger liegt am 11. März auf den US-Verbraucherpreisen, die durch den Ölpreis-Anstieg (Blockade der Straße von Hormuz) unter Druck geraten könnten.
Nach einigem Hin und Her ist die Lage im Nahen Osten nun endgültig eskaltiert. Die Börsen reagierten darauf deutlich. Der DAX rutschte in der vergangenen Woche 6,70 % ins Minus und landete so bei 23.591 Punkten. Für den MDAX ging es auf Wochensicht um 6,58 auf 29.482 Zähler nach unten.
Die US-Indizes hielten sich vergleichsweise stabil: Im Laufe der Woche verschlechterte sich der Dow Jones um 3,01 %; er verabschiedete sich bei 47.501 ins Wochenende. Der Nasdaq 100 rutschte nur 1,27 % ins Minus und kam so auf 24.643 Punkte.
Die Fokus-Themen der Woche
UBS sieht Einstiegschance bei Palantir: Nach einem Kursrücksetzer von rund 30 % hat die Schweizer Großbank UBS die Palantir-Aktie auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 180 Dollar ausgegeben. Untermauert wird dieser Optimismus durch ein explosives Umsatzwachstum von 70 % auf 1,41 Mrd. Dollar im vierten Quartal 2025 sowie einen beeindruckenden Rule-of-40-Wert von 127. Besonders das US-Privatkundengeschäft (+137 %) überzeugt und verringert die Abhängigkeit von volatilen Staatsaufträgen, während die KI-Plattform AIP als zentraler Wachstumstreiber fungiert. Trotz der sportlichen Bewertung und einer gewissen Schwäche im europäischen Markt gilt Palantir als klarer KI-Profiteur, wobei die kommenden Quartalszahlen am 5. Mai 2026 als nächster entscheidender Wegweiser für die Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends fungieren werden.
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Renk – Geiwnnmitnahmen nach Rekordzahlen: Der Augsburger Rüstungsspezialist Renk hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzplus von 19,8 % auf 1,37 Mrd. Euro und einem bereinigten EBIT von 230 Mio. Euro abgeschlossen. Während der historische Auftragsbestand von 6,68 Mrd. Euro die Basis für das ambitionierte Umsatzziel von bis zu 3,2 Mrd. Euro im Jahr 2030 legt, profitieren Aktionäre von einer um 38 % angehobenen Dividende (0,58 Euro). Trotz der starken operativen Dynamik und einer Prognose für 2026 von über 1,5 Mrd. Euro Umsatz rutschte die Aktie ins Minus.
Indexanpassungen: Bei der regulären Überprüfung der deutschen Aktienindizes durch die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx bleibt der Leitindex DAX ohne Wechsel, womit die Lufthansa die erhoffte Rückkehr vorerst verpasst. Deutliche Verschiebungen gibt es hingegen in den hinteren Reihen: Zum 23. März steigen Deutz, Salzgitter und JENOPTIK in den MDAX auf, während TeamViewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec in den SDAX absteigen.
Was sonst noch wichtig war
Der Ölpreis ist wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten schlagartig in die Höhe geschossen. Haupttreiber ist die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, über die knapp 20 % des weltweiten Ölbedarfs abgewickelt werden, sowie vorsorgliche Produktionsstopps in saudi-arabischen Raffinerien nach Drohnenangriffen. Experten warnen, dass ein anhaltender Konflikt energieintensive Branchen wie Chemie und Logistik unter massiven Kostendruck setzen würde. Während die USA und die IEA die Freigabe strategischer Reserven prüfen, bleibt die Marktstimmung aufgrund der unklaren Kriegsdauer und drohender Zweitrundeneffekte auf die Weltwirtschaft hochgradig volatil.
Der Bitcoin hat eine turbulente Handelswoche hinter sich: Zum Monatswechsel ging es noch einmal kräfitg nach unten. Doch am 4. März legte der Bitcoin zu und notierte zeitweise über der Marke von 73.000 Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit fast einem Monat. Danach konnte er sich wenigstens einige Tage über der 70.000-Dollar-Marke halten, bevor es wieder nach unten ging. Vielleicht ist das große Bitcoin-Comeback ein Stückchen näher gerückt.
Ausblick
Die wichtigste Veröffentlichung der Woche erfolgt am Mittwoch (11. März): Die US-Verbraucherpreise (CPI) für Februar werden bekannt gegeben. Da der Ölpreis kriegsbedingt stark gestiegen ist, blicken Anleger nervös auf die Kerninflation, um die nächsten Zinsschritte der Fed im März einzuschätzen. Zeitgleich veröffentlicht das Statistische Bundesamt die finalen Inflationsdaten für Deutschland, die zuletzt bei rund 2,5 % verharrten.
In der Berichtssaison stehen zwei deutsche Autoriesen im Fokus: Volkswagen präsentiert am Dienstag (10. März) detaillierte Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 und gibt einen Ausblick auf die herausfordernde Transformation 2026. Auch beim Zulieferer Continental sowie im US-Tech-Sektor bei Hewlett Packard werden frische Quartalszahlen erwartet, die Aufschluss über die globale Industrienachfrage geben.
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