- Im Jahr 2025 entfiel auf Sekundärgefahren[1] – darunter Waldbrände, schwere Gewitter und Überschwemmungen – ein Rekordanteil von 92% der weltweiten versicherten Naturkatastrophenschäden in Höhe von 107 Mrd. USD
- Bevölkerungswachstum, steigende Vermögenswerte und höhere Wiederaufbaukosten gehören zu den Faktoren, die langfristig Exponierung und versicherte Schäden erhöhen
- Gemäss der Risikomodelle von Swiss Re könnten versicherte Schäden im Jahr 2026 in einem Spitzenschadenszenario 320 Mrd. USD erreichen, was weitere Massnahmen zur Anpassung und Risikominderung erforderlich macht
Zürich, 19. März 2026 – Sekundärgefahren dominierten 2025 die Schlagzeilen zu Naturkatastrophen. Die Waldbrände in Los Angeles führten mit insgesamt rund 40 Mrd. USD zu versicherten Schäden in Rekordhöhe. Auch die Schäden durch schwere Gewitter blieben mit 51 Mrd. USD auf hohem Niveau. Auffällig war zudem, dass kein schwerer Hurrikan in den USA auf Land traf. Da die weltweit versicherten Schäden aus Naturkatastrophen langfristig weiterhin um 5–7% pro Jahr steigen, sind nachhaltige Massnahmen zur Anpassung und Risikominderung entscheidend, um die langfristige Versicherbarkeit zu erhalten und Deckungslücken zu verringern.
Balz Grollimund, Head Catastrophe Perils: «Die unter dem Trend liegenden Naturkatastrophenschäden sind vorteilhafte Schwankungen und nicht das Ergebnis nachlassender Risiken. Liegt das Schadenniveau wieder im langfristigen Durchschnitt, könnten versicherte Schäden im Jahr 2026 auf 148 Mrd. USD und in unserem modellierten Spitzenschadenszenario sogar auf rund 320 Mrd. USD steigen. Da die Exponierung weiter steigt, ist der Aufwärtstrend bei den versicherten Schäden strukturell. Entscheidend ist deshalb, Risikotreiber frühzeitig zu erkennen, um Risiken zu steuern und zu reduzieren, bevor Schäden entstehen.»
Urs Baertschi, CEO Property & Casualty Reinsurance: «In einem Spitzenschadensjahr könnten die versicherten Naturkatastrophenschäden auf über 300 Mrd. USD steigen – mehr als doppelt so viel wie zuletzt im Jahresdurchschnitt. Ausreichender Erst- und Rückversicherungsschutz stärkt die gesellschaftliche Resilienz. Genauso wichtig sind mehr Risikobewusstsein sowie gezielte Massnahmen zur Anpassung und Minderung. Wir decken Spitzenrisiken ab: seltene, aber extreme Ereignisse, die ein ruhiges Jahr in kurzer Zeit in ein Spitzenschadensjahr verwandeln können.»
Die weltweiten versicherten Schäden beliefen sich im Jahr 2025 auf 107 Mrd. USD. Damit lagen sie unter dem langfristigen Trend für Naturkatastrophenschäden, blieben aber aufgrund der hohen Anzahl von Ereignissen in dicht bebauten Gebieten mit hoher Wertekonzentration erhöht. Mit versicherten Schäden von insgesamt 40 Mrd. USD stellen die Waldbrände in Los Angeles das grösste versicherte Waldbrand-Schadenereignis in der sigma-Statistik dar. Schwere Gewitter mit Hagel und Sturmböen verursachten weltweit versicherte Schäden von 51 Mrd. USD. Damit war 2025 für diese Gefahren das drittteuerste Jahr nach 2023 und 2024 (in Preisen von 2025). Die weltweiten versicherten Schäden durch Überschwemmungen lagen hingegen mit 3,4 Mrd. USD deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 15,4 Mrd. USD.
Schadenpotenzial steigt: Mehr gefährdete Vermögenswerte treffen auf sich verändernde Gefahren
Wie aus den sigma-Daten hervorgeht, sind zwischen 1970 und 2025 mehr als 80% des langfristigen weltweiten Anstiegs wetterbedingter versicherter Schäden auf eine Zunahme der Exponierung zurückzuführen.
In Nordamerika sind vor allem Waldbrände und schwere Gewitter für den Anstieg verantwortlich. Die versicherten Schäden durch Waldbrände steigen jährlich um 14%. In Europa entfällt mehr als die Hälfte des Anstiegs versicherter Schäden auf schwere Gewitter, die mit geschätzt 10% pro Jahr zunehmen. In Asien zeigt sich die Zunahme sekundärer Gefahren vor allem in Überschwemmungen, in Ozeanien/Australien sind es gleichermassen schwere Gewitter und Überschwemmungen. Waldbrände spielen dagegen eine geringere Rolle.
Tropische Zyklone tragen nach wie vor am stärksten zum langfristigen Durchschnitt der jährlichen Gesamtschäden bei. Dagegen tragen schwere Gewitter mit 38% am stärksten bei zum historischen Anstieg versicherter Schäden. Bei Waldbränden liegt der Anteil am Wachstum bei etwa 20%, trotz der höchsten Zuwachsraten, da in der Vergangenheit die Schäden durch Waldbrände geringer ausgefallen sind. Auf Überschwemmungen entfallen etwa 10% des weltweiten Anstiegs versicherter Schäden.
Es gibt Fälle, in denen sich das Tempo, in dem Schäden steigen, nicht allein durch Exponierung erklären lässt. Bei bestimmten Naturgefahren und in einzelnen Regionen wird das Wachstumstempo immer stärker auch davon bestimmt, wie sich die Naturgefahren selbst verändern, ebenso wie die Vulnerabilität der Werte in diesen Regionen. In Nordamerika verschärfen länger anhaltende Waldbrandsaisons und sich längerfristig verändernde Temperatur- und Niederschlagsmuster das Schadenspotenzial von Waldbränden. In Europa, wo die versicherten Schäden durch schwere Gewitter am schnellsten zunehmen, ist weniger als die Hälfte des beobachteten Wachstums allein mit Exponierung zu erklären. Dies deutet auf zusätzliche Treiber hin, wie etwa sich verändernde Sturmcharakteristiken und eine zunehmende Vulnerabilität.
Katastrophenschäden von 220 Mrd. USD im Jahr 2025 verstärken Besorgnis über Deckungslücken
Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen beliefen sich 2025 auf 220 Mrd. USD, wovon etwa 49% versichert waren. Dies stellt den höchsten Anteil dar, der in den sigma-Statistiken zu finden ist, und weist darauf hin, dass die Versicherungswirtschaft im Umgang mit globalen Deckungslücken ihre Rolle erfüllt. Besonders gross sind die Deckungslücken jedoch nach wie vor in Schwellenländern, wo in der Regel 80–90% der Katastrophenschäden nicht durch Versicherungen gedeckt sind. Dies zeigt, wie entscheidend es ist, nicht nur die Anpassung und das Risikomanagement zu stärken, sondern auch den Zugang zu Versicherungsschutz zu vereinfachen.
Jérôme Jean Haegeli, Head Swiss Re Institute und Group Chief Economist: «Die Hauptursache für langfristig steigende Schäden liegt in einer simplen Erkenntnis: Immer mehr wertvolles Eigentum steht in Gefahrenzonen, und die Wiederaufbaukosten steigen. Gleichzeitig zeigt die sigma-Analyse, dass sich bei manchen Naturgefahren und in bestimmten Regionen Vulnerabilität und Naturgefahr schneller verändern, als Exponierung allein erklären könnte. Daher werden nachhaltige und durchdachte Massnahmen zur Anpassung und Risikominderung immer wichtiger, damit Versicherungen tragfähig und bezahlbar bleiben und die globale Deckungslücke, also die Unterversicherung, schrumpft.»
Tabelle: Wirtschaftliche und versicherte Gesamtschäden in 2025 und 2024
|
Mrd. USD (in Preisen von 2025) |
2025 |
2024 |
10-Jahres-Durchschnitt |
|
|
Wirtschaftliche Schäden |
235 |
338 |
280 |
|
|
|
Naturkatastrophen |
220 |
327 |
267 |
|
|
Man-Made-Katastrophen |
15 |
11 |
13 |
|
Versicherte Schäden |
120 |
151 |
121 |
|
|
|
Naturkatastrophen |
107 |
141 |
111 |
|
|
Man-Made-Katastrophen |
13 |
9 |
10 |
Hinweis: Aufgrund von Rundungsdifferenzen entsprechen einige der Gesamtbeträge möglicherweise nicht der Summe der einzelnen Beträge
Quelle: Swiss Re Institute
[1] Zu den sekundären Gefahren gehören Waldbrände, schwere Gewitter, Überschwemmungen, Winterstürme (ausserhalb Europas), Dürren und alle anderen nicht primären Naturkatastrophengefahren. Nicht zu den sekundären Gefahren zählen somit Erdbeben, tropische Zyklone und aussertropische Zyklone (europäische Winterstürme). Im Jahr 2025 machten Waldbrände, schwere Gewitter und Überschwemmungen allein 88% der gesamten weltweiten versicherten Naturkatastrophenschäden aus.
So erhalten Sie diese sigma-Studie:
Die englische Ausgabe der sigma-Studie 01/2026 «Natural catastrophes in 2025: the persistent rise of wildfire and storm risk» steht in elektronischer Form zur Verfügung. Sie können diese hier herunterladen.
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