Dierikon, 10. März 2026
Medienmitteilung
Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR
Jahresabschluss 2025 der Komax Gruppe
Die Komax Gruppe setzte 2025 in einem anspruchsvollen, volatilen Umfeld ein umfangreiches Massnahmenpaket um und passte ihre Strukturen der veränderten Marktsituation an. Dadurch wird sich die Kostenbasis ab 2026 um CHF 25 Millionen reduzieren. Durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen blieb die Investitionsbereitschaft der Kundschaft 2025 verhalten, was sich in der leichten Abnahme des Bestellungseingangs (–2.1%) zeigte. Im zweiten Halbjahr war dieser CHF 10.1 Millionen höher als im ersten Semester. Der Umsatz nahm vor allem aufgrund des schwachen Automobilmarktes um 7.9% auf CHF 580.9 Millionen ab. Die bereits 2025 realisierten Einsparungen ermöglichten trotz Umsatzrückgang, erheblicher negativer Währungseffekte, Restrukturierungskosten und der US-amerikanischen Zollpolitik ein positives betriebliches Ergebnis von CHF 6.8 Millionen bei einer EBIT-Marge von 1.2%. Die Komax Gruppe trieb 2025 ihren Transformationsprozess konsequent voran. Dabei schloss sie die Aktivitäten in Bezug auf den Zusammenschluss mit Schleuniger erfolgreich ab und stärkte ihre Marktposition in China. Dadurch verfügt die Komax Gruppe über beste Voraussetzungen, um die sich bietenden Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen.
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen beeinträchtigten das Marktumfeld der Komax Gruppe, was die Investitionsbereitschaft der Kundschaft spürbar reduzierte. «Insbesondere in der europäischen Automobilindustrie blieb die Investitionstätigkeit weiterhin verhalten. Die US-amerikanische Zollpolitik verstärkte die Unsicherheit bei unserer Kundschaft zusätzlich und führte dazu, dass Investitionsentscheidungen in verschiedenen Märkten und Regionen verzögert wurden», sagt Matijas Meyer, CEO Komax Group. Insgesamt resultierte daraus eine Abnahme des Bestellungseingangs um 2.1% auf CHF 565.0 Millionen (2024: CHF 577.2 Millionen). In der zweiten Jahreshälfte 2025 war der Bestellungseingang CHF 10.1 Millionen höher als im ersten Semester.
Unterschiedliche Umsatzentwicklung
Der Umsatz nahm um 7.9% ab und lag bei CHF 580.9 Millionen (2024: CHF 630.5 Millionen). Akquisitorisch resultierte ein leichtes Wachstum von 1.5%, während es organisch einen Rückgang um 6.0% gab. Der Fremdwährungseinfluss war signifikant negativ und betrug –3.4%, was CHF –21.4 Millionen entsprach. «Die Umsatzabnahme war in erster Linie dem Marktsegment Automotive geschuldet. Das Servicegeschäft konnten wir 2025 ausbauen, und in den Industrie-, Infrastruktur- und Transportmärkten wichtige Fortschritte erzielen. So gelang es uns etwa im Marktsegment Aerospace & Railway, den Umsatz um über 10% zu steigern und diverse Aufträge im Zusammenhang mit dem Aufbau von Rechenzentren zu gewinnen», erläutert Matijas Meyer. «So konnten wir die Abhängigkeit von der Automobilindustrie weiter reduzieren». Deren Anteil am Umsatz sank auf 62.0% (2024: 64.1%).
Regional gab es grosse Unterschiede in der Umsatzentwicklung. Während in Europa die schwache Automobilindustrie für einen Rückgang um 19.4% sorgte, gab es in Afrika wegen der zunehmenden Verlagerung der Kabelbaumproduktion von Osteuropa nach Nordafrika ein deutliches Wachstum von 51.8%. Niedrige Lohnkosten fördern Investitionen der Kundschaft in bewährte Produktionsstandorte in Marokko und Tunesien sowie zunehmend auch in neue Fabriken in Ägypten und Algerien. Die Region Nord- und Südamerika wies einen Umsatzrückgang von 15.2% gegenüber dem Vorjahr aus. In Asien/Pazifik ging der Umsatz nur leicht um 3.7% zurück.
Strukturanpassungen senken Kosten um CHF 25 Millionen
«Seit 2024 haben wir ein umfangreiches Massnahmenpaket umgesetzt, um die Strukturen zu verschlanken und die Kosten nachhaltig zu reduzieren. In diesem Zusammenhang haben wir die Anzahl der Engineering- und Produktionsstandorte um 20% von 30 auf 24 reduziert», sagt Christian Mäder, CFO Komax Group. Es entfielen sechs Standorte in Europa und einer in Japan, während durch die Akquisition von Hosver ein zusätzlicher Standort in China hinzukam. Weitere Massnahmen befinden sich in der Umsetzung, sodass im Verlauf des Jahres 2026 an den Standorten in Ungarn und in Mexiko die Produktion ebenfalls eingestellt wird. Auf das Produktportfolio haben die Anpassungen keinen Einfluss, da die bestehenden Standorte die Schliessungen kompensieren werden. «Durch die konsequente Umsetzung der geplanten Massnahmen konnten wir die Kostenbasis deutlich senken. Ab 2026 wird diese um CHF 25 Millionen unter dem Niveau von 2024 liegen», berichtet Christian Mäder. Damit verbunden war 2025 auch ein Abbau von rund 300 bzw. 9% aller Stellen.
Positives EBIT von CHF 6.8 Millionen
Von den geplanten Einsparungen in Höhe von insgesamt CHF 25 Millionen konnten 2025 bereits rund CHF 20 Millionen realisiert werden. Die Kostenreduktionen haben sich damit schneller als erwartet ausgezahlt. Da zudem der Produktmix zu einer hohen Bruttomarge von 64.1% führte, ermöglichte dies ein positives betriebliches Ergebnis (EBIT) von CHF 6.8 Millionen (2024: CHF 16.0 Millionen) bzw. eine EBIT-Marge von 1.2% (2024: 2.5%). Darin enthalten sind Restrukturierungskosten von rund CHF 9 Millionen. Ohne Restrukturierungskosten und den negativen Fremdwährungseinfluss von 2.0 Prozentpunkten hätte eine EBIT-Marge von rund 4.7% resultiert. Das Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) fiel negativ aus und lag bei CHF –7.9 Millionen (2024: CHF –2.9 Millionen).
Hohe Eigenkapitalquote von 52.4%
Die Komax Gruppe verfügt über ein solides finanzielles Fundament. Das Eigenkapital belief sich per 31. Dezember 2025 auf CHF 335.6 Millionen (31. Dezember 2024: CHF 356.6 Millionen), was einer Eigenkapitalquote von 52.4% (2024: 51.7%) entspricht. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit betrug CHF 6.1 Millionen (2024: CHF 59.7 Millionen). Aufgrund von Investitionstätigkeiten resultierte ein negativer Free Cashflow von CHF –12.3 Millionen (2024: CHF 16.1 Millionen). Die Nettoverschuldung nahm von CHF 97.6 Millionen (2024) auf CHF 111.9 Millionen zu. Die Kapitalanforderungen (Covenants) gemäss Konsortialkreditvertrag wurden während des ganzen Jahres eingehalten.
Wichtige Fortschritte im Transformationsprozess
Die Komax Gruppe befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess, der sowohl durch den Zusammenschluss von Komax und Schleuniger als auch durch die verstärkte Ausrichtung der Aktivitäten auf den asiatischen Markt geprägt ist. Im Jahr 2025 konnten dabei deutliche Fortschritte erzielt werden. So wurden die wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Integration von Schleuniger erfolgreich abgeschlossen und bedeutende Synergien realisiert. Dazu zählten die Optimierung des Vertriebs- und Servicenetzwerks, die Verschlankung des Produktportfolios und zahlreiche strukturelle Anpassungen, die zu einer nachhaltigen Senkung der Kosten führten. Im momentanen Transformationsprozess reduzierte die Komax Gruppe nicht nur die Kosten, sondern investierte gleichzeitig auch gezielt in den Ausbau ihrer Marktposition in China, um langfristig am Wachstum dieses Marktes zu partizipieren.
Weitere Stärkung der Marktposition in China
Per August 2025 hat die Komax Gruppe ihren Aktienanteil an Hosver, dem führenden Hersteller von Maschinen für die Verarbeitung von Hochvoltkabeln in China, von 56% auf 67% erhöht. Seit Ende 2024 ist sie ausserdem mit 5% am chinesischen Unternehmen E-Plus beteiligt, welches das in China am häufigsten eingesetzte Manufacturing Execution System (MES) für die Produktion von Kabelbäumen vertreibt. Mit E-Plus wurde im Berichtsjahr ein Distributionsvertrag abgeschlossen, der den exklusiven Vertrieb des Produktportfolios von E-Plus ausserhalb Chinas erlaubt.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Komax Gruppe in Asien ist der Ausbau der Maschinenproduktion nach dem Prinzip «local for local». Im Jahr 2025 wurden mit der Markteinführung der am Standort in Tianjin gefertigten Verdrillmaschine sowie der in Suzhou produzierten Maschine zur Verarbeitung von Datenleitungen wichtige Meilensteine erreicht. Diese Maschinen wurden zuvor in der Schweiz bzw. in Deutschland produziert. «Wir werden unsere Lokalisierungsstrategie weiter vorantreiben und voraussichtlich bis Ende 2026 in der Lage sein, die bisher noch fehlenden Elemente unsere Produktportfolios ebenfalls in Asien zu produzieren», sagt Matijas Meyer.
Da der Aufbau des asiatischen Produktportfolios viel Know-how aus den europäischen Produktionsstandorten erfordert, führt die Lokalisierung in einem ersten Schritt zu zusätzlichen Kosten in Forschung und Entwicklung (F&E). Zudem führte die im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss mit Schleuniger erforderliche Portfoliobereinigung zu weiterem Mehraufwand. Entsprechend liegen die Aufwendungen in diesem Bereich, die überwiegend aus Personalkosten bestehen, derzeit noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zwar sanken sie um CHF 3.4 Millionen auf CHF 70.9 Millionen. Die angestrebte F&E-Quote von jährlich 8–9% des Umsatzes wurde jedoch noch nicht erreicht. Der Umsatzrückgang im Jahr 2025 führte zu einer F&E-Quote von 12.2%.
Veränderung im Verwaltungsrat
«Aufgrund der Amtszeitbeschränkung wird David Dean nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl an der Generalversammlung 2026 antreten», sagt Verwaltungsratspräsident Andreas Häberli. «Für seinen langjährigen grossen Einsatz für die Komax Gruppe danken ihm der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung herzlich.» Der Verwaltungsrat verzichtet auf den Vorschlag eines neuen Mitglieds. Die sechs verbliebenen bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats werden zur Wiederwahl vorgeschlagen.
Der Verwaltungsrat pflegt eine resultatorientierte Dividendenpolitik. Aufgrund des negativen Gruppenergebnisses nach Steuern beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 9. April 2026, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Mit diesem Antrag bewahrt sich die Komax Gruppe den unternehmerischen Handlungsspielraum, um konsequent an der Erreichung ihrer finanziellen Ziele zu arbeiten.
Andreas Weibel übernimmt interimistisch die CFO-Funktion
CFO Christian Mäder wird, wie im Januar 2026 kommuniziert, die Komax Gruppe verlassen. Die Suche nach einer Nachfolge läuft. Bis diese gefunden ist, übernimmt Andreas Weibel im Laufe des Juni 2026 die CFO-Funktion interimistisch. Andreas Weibel arbeitet seit 2018 für die Komax Gruppe und ist seit 2020 Head Group Controlling. Zuvor war er als Group Controller und Treasurer bei der Belimed Group sowie als Buchhalter in Beratungs- und Treuhandunternehmen tätig. Er ist diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling.
Ausblick
Globale Megatrends wie die fortschreitende Automatisierung, die zunehmende Elektrifizierung und die steigenden Mobilitätsanforderungen bilden kurz-, mittel- und langfristig eine solide Grundlage für das Wachstum der Komax Gruppe. Durch die erfolgreiche Integration von Schleuniger, die stetige Stärkung der Marktposition in China, die Straffung der Organisationsstruktur und die signifikante Reduktion der Kostenbasis verfügt sie über beste Voraussetzungen, um die sich bietenden Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Die Komax Gruppe wird 2026 weiter investieren, um den Umsatz insbesondere im Servicegeschäft, in Asien sowie in den Infrastruktur-, Industrie- und Transportmärkten zu erhöhen. Dies mit dem Ziel, ab 2027 eine zweistellige EBIT-Marge zu erreichen. Der Bestellungseingang ist seit Monaten stabil, doch die geopolitischen Unsicherheiten und die damit verbundene volatile Marktsituation bleiben eine Herausforderung.
Der Geschäftsbericht 2025 ist abrufbar unter www.komaxgroup.com/publications.
Kennzahlen der Komax Gruppe
|
in TCHF |
2025 |
2024 |
+/– in % |
Bestellungseingang |
564’950 |
577’207 |
–2.1 |
Umsatz |
580’945 |
630’452 |
–7.9 |
EBITDA |
26’650 |
36’500 |
–27.0 |
in % des Umsatzes |
4.6 |
5.8 |
|
Betriebliches Ergebnis (EBIT) |
6’784 |
16’036 |
–57.7 |
in % des Umsatzes |
1.2 |
2.5 |
|
Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) |
–7’888 |
–2’863 |
k. A. |
in % des Umsatzes |
–1.4 |
–0.5 |
|
Free Cashflow |
–12’297 |
16’124 |
k. A. |
Forschung und Entwicklung |
70’931 |
74’288 |
–4.5 |
in % des Umsatzes |
12.2 |
11.8 |
|
|
|
|
|
|
Bilanzsumme |
640’849 |
689’408 |
–7.0 |
Eigenkapital1 |
335’638 |
356’611 |
–5.9 |
in % der Bilanzsumme |
52.4 |
51.7 |
|
Nettoverschuldung |
111’857 |
97’592 |
14.6 |
|
|
|
|
|
Personalbestand per 31. Dezember (Anzahl) |
3’167 |
3’496 |
–9.4 |
1 Total Eigenkapital.
Kennzahlen Komax-Namenaktie
|
|
2025 |
2024 |
Anzahl Aktien per 31.12. |
5’133’333 |
5’133’333 |
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in CHF |
–1.77 |
–0.63 |
Ausschüttung je Aktie in CHF |
0.001 |
0.00 |
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) per 31.12. |
k. A. |
k. A. |
Marktkapitalisierung per 31.12. in CHF Mio. |
329.0 |
590.3 |
1 Antrag des Verwaltungsrats der Komax Holding AG an die Generalversammlung: Verzicht auf eine Ausschüttung.
|
Finanzkalender |
|
|
Generalversammlung |
9. April 2026 |
|
Halbjahresresultate 2026 |
13. August 2026 |
|
Erste Informationen zum Geschäftsjahr 2026 |
19. Januar 2027 |
Kontakt
Roger Müller
Vice President Group Communications / Investor Relations / ESG
Tel. +41 41 455 06 16
roger.mueller@komaxgroup.com
Komax ist eine global tätige Technologiegruppe, die sich auf Märkte im Bereich der Automatisierung konzentriert. Als führende Herstellerin innovativer und qualitativ hochstehender Lösungen für die Kabelverarbeitung unterstützt die Komax Gruppe wirtschaftliche und sichere Fertigungsabläufe insbesondere bei Automobilzulieferern. Die Komax Gruppe beschäftigt weltweit über 3’100 Mitarbeitende und bietet über Tochtergesellschaften und unabhängige Vertretungen Verkaufs- und Serviceunterstützung in über 60 Ländern.
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Phone +41 41 455 04 55, komaxgroup.com
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