Baufi24 GmbH: Baufi24 Zinskommentar: Der Irankrieg verändert die geldpolitische Lage entscheidend

EQS-Media / 19.03.2026 / 14:23 CET/CEST

Die Europäische Zentralbank hat bei ihrer heutigen Sitzung erwartungsgemäß nichts am Zinsniveau verändert. Der Einlagensatz bleibt bei 2,0 Prozent. Noch vor wenigen Wochen wäre diese Entscheidung kaum der Rede wert gewesen. Die Inflation in Deutschland und im Euroraum war zuletzt weiter zurückgegangen und lag im Februar bei nur noch 1,9 Prozent. Die Geldpolitik bewegte sich damit in einem Umfeld anhaltender Normalisierung.

Dann kam der Kriegsschock. Mit der Eskalation rund um den Iran hat sich die Großwetterlage für die EZB schlagartig verändert. Aus einer Phase zunehmender Berechenbarkeit ist binnen weniger Tage wieder ein Krisenszenario geworden. Die Ölpreise sind seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen deutlich gestiegen und haben zeitweise wieder die Marke von 100 Dollar je Barrel überschritten. Damit kehrt genau jene Dynamik zurück, die Notenbanken besonders fürchten: steigende Preise bei gleichzeitig wachsender konjunktureller Unsicherheit.

Die EZB steht wieder vor einem Dilemma

Genau darin liegt das Problem für die Währungshüter. Ein solch geopolitischer Schock ist nicht nur wachstumsfeindlich – er wirkt zugleich auch inflationär. Höhere Energiepreise verteuern Produktion, Transport und Konsum. Sie wirken wie eine zusätzliche Steuer auf Unternehmen und Verbraucher. Für die Eurozone droht damit ein Szenario, das Notenbanken besonders ungern sehen: schwächeres Wachstum bei gleichzeitig neuem Preisdruck.

Für Christine Lagarde und den EZB-Rat ist das eine undankbare Lage. Einerseits kann die EZB auf einen geopolitischen Schock nicht sofort mit Zinserhöhungen reagieren. Andererseits sitzt die Erinnerung an die Inflationswelle von 2022 noch tief. Entsprechend sensibel reagieren die Märkte inzwischen auf neue Energiepreisschübe, wie zuletzt die nach oben revidierten Inflationserwartungen zeigen. Über einen Zehnjahreshorizont preisen Investoren inzwischen wieder rund 2,17 Prozent Inflation ein – der höchste Wert seit 2024 und damit oberhalb des offiziellen EZB-Ziels.

Bauzinsen steigen bereits Richtung 4-Prozentmarke

An den Kapital- und Anleihemärkten hat sich zuletzt entsprechend eine neue Dynamik eingestellt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe hat sich nach Kurszuwächsen von 10 Prozent seit Kriegsbeginn wieder bis an die 3-Prozent-Marke herangearbeitet. Damit liegt sie so hoch wie zuletzt im Umfeld des Jahres 2011 – also auf einem Niveau, das der Markt seit fast 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Der Mechanismus dahinter ist klar: Steigende Ölpreise treiben die Inflationserwartungen nach oben – und damit auch Kapitalmarktrenditen und Bauzinsen.

Tatsächlich haben viele Banken ihre Baufinanzierungszinsen zuletzt angehoben. Für Kredite mit einer zehnjährigen Laufzeit müssen mitunter schon wieder Bauzinsen über der 4,0-Prozentmarke bezahlt werden. Für Immobilienkäufer ist das erst mal keine gute Nachricht. Mehr denn je gilt daher: Wenn sich auf dem Immobilienmarkt Kaufgelegenheiten bieten, sollten sie genutzt werden. Denn günstiger dürfte es unter den neuen Vorzeichen in absehbarer Zeit kaum werden.
 
Über den Autor
Oliver Kohnen ist seit 2023 bei Baufi24 als Head of Franchise tätig, seit 2024 auch als Geschäftsführer neben Tomas Peeters. Zuvor war er bei verschiedenen Instituten der Finanzbranche beschäftigt. Er bewertet in seinem Zinskommentar regelmäßig die wirtschaftspolitische Lage und deren Auswirkungen auf die Bauzinsen.

Über Baufi24
Die Baufi24 Baufinanzierung GmbH ist mit 200 Mitarbeitenden an über 70 Standorten deutschlandweit einer der marktführenden unabhängigen Vermittler für Immobilienfinanzierungen und steht für smarte, innovative Baufinanzierung. Baufi24 vergleicht für Kundinnen und Kunden die Angebote von mehr als 500 Banken, Versicherungen und Bausparkassen mit dem Ziel, Transparenz auf dem Konditionsmarkt zu schaffen und schnelle Finanzierungszusagen zu ermöglichen. Seit April 2022 gehört Baufi24 zur dann gegründeten Bilthouse-Gruppe. Sie vereint als Holding die erfolgreichen Marken von Baufi24, Hüttig & Rompf und Creditweb. Gemeinsam setzen die Unternehmen auf persönliche, digital gestützte und vor allem transparente Finanzierungsberatung für Menschen, die eine Immobilie suchen. Um einen klaren Mehrwert für Endkunden zu schaffen, gehört auch Kredit24 für Privatkredite dazu. Das B2B-Fintech FinLink komplettiert das Angebot als CRM für die Immobilienfinanzierung. Aktuell beschäftigt die Gruppe rund 700 Mitarbeitende mit einem vermittelten Baufinanzierungsvolumen von rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Baufi24 wurde im Jahr 2025 als zweitbester Baufinanzierungsvermittler vom Wirtschaftsmagazin €uro ausgezeichnet. 

Pressekontakt:
Dirk Ulmer
Kerl & Cie Kommunikationsberatung
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Schlagwort(e): Immobilien

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