Deutsche Bank: Neue Milliardenklage belastet Aktie

Das Innere einer Filiale der Deutschen Bank.

Die Deutsche Bank steht erneut vor Problemen. Obwohl sie für das Geschäftsjahr 2025 ein Rekordresultat verkündete, wird die Euphorie durch eine massive Schadenersatzklage ehemaliger Mitarbeiter getrübt. Das drückt auf den Kurs der Deutschen-Bank-Aktie.

💡 Key Takeaways: Deutsche Bank unter Druck
  • Massive Schadenersatzforderung: Vier Ex-Banker fordern rund 700 Mio. Euro (600 Mio. Pfund) wegen angeblicher Sabotage ihrer Verteidigung im „Santorini“-Prozess.
  • Operativer Rekordwert: Trotz der Klage meldet die Bank für 2025 einen Vorsteuergewinn von 9,7 Mrd. Euro – ein sattes Plus von 84 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Negative Kursdynamik: Die Aktie reagierte mit einem Minus von 5 % auf die News; seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste damit bereits auf 22 %.
  • Vertrauensfrage: Während 658 Top-Verdiener über 1 Mio. Euro kassieren, bleibt das Risiko neuer Milliardenstrafen aus Altlasten das größte Hindernis für nachhaltiges Kurswachstum.

Vier ehemalige Investmentbanker der Deutschen Bank fordern von ihrem früheren Arbeitgeber und dem aktuellen Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing Schadenersatz in Höhe von rund 700 Mio. Euro (600 Mio. Pfund). Die Kläger machen das Institut dafür verantwortlich, ihre Karrieren zerstört zu haben.

Der Hintergrund reicht weit zurück: Im Zentrum stehen die sogenannten „Santorini-Deals“ aus dem Jahr 2008 – hochkomplexe Transaktionen mit der italienischen Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena. Im Jahr 2019 wurden die Banker in Mailand in erster Instanz wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung verurteilt. Zwar sprach ein Berufungsgericht alle Beteiligten im Jahr 2022 wieder frei, doch die Kläger werfen der Bank nun vor, sie im Prozess absichtlich schlecht verteidigt zu haben, um regulatorische Konsequenzen für das Institut zu vermeiden. Besonders im Fokus steht dabei Christian Sewing, der zum Zeitpunkt der internen Aufarbeitung Leiter der Revision war.

Die Deutsche Bank weist die Forderungen als „überhöht und unrealistisch“ zurück. Dennoch reagierte der Markt empfindlich: Die Deutsche-Bank-Aktie verlor nach Bekanntwerden der Klage rund 5 % an Wert. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf insgesamt 22 %.

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Rekordjahr 2025: Deutsche-Bank-Aktie verliert dennoch

Die juristischen Querelen fallen in eine Zeit operativer Bestmarken. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht erzielte die Bank 2025 einen Vorsteuergewinn von 9,7 Mrd. Euro – eine Steigerung von 84 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn hat sich auf 7,1 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. 

Vorstandschef Christian Sewing betonte, dass die Bank alle Finanzziele erreicht habe und die Strategie der „Globalen Hausbank“ Früchte trage. Von diesem Erfolg profitiert auch die Belegschaft: Während Sewing selbst eine Vergütung von 10,5 Mio. Euro erhält, verdienten im vergangenen Jahr 658 Mitarbeitende mindestens 1 Mio. Euro.

Vertrauen als fragiles Gut

Trotz der starken Bilanzzahlen bleibt die rechtliche Flanke die Achillesferse des Frankfurter Instituts. Investoren sorgen sich, dass die Altlasten, für die in den vergangenen zehn Jahren bereits Milliarden an Strafen gezahlt wurden, erneut das Vertrauen untergraben könnten. Das könnte den Kurs der Deutsche-Bank-Aktie weiter drücken.

Zwar sanken die zinsunabhängigen Aufwendungen 2025 um 10 %, da teure Rechtsstreitigkeiten aus dem Vorjahr entfielen, doch die neue 700-Mio.-Euro-Klage zeigt, dass das Kapitel der Vergangenheit für die Deutsche Bank noch nicht vollständig geschlossen ist

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Foto: © Deutsche Bank

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