
Nach einer langen Phase des steilen Aufstiegs ist die Rheinmetall-Aktie am Donnerstag unter erheblichen Verkaufsdruck geraten. In der Spitze büßte das Papier des Düsseldorfer DAX-Konzerns bis zu 9,5 % an Wert ein – der herbste Tagesverlust seit Monaten. Auslöser für die plötzliche Skepsis am Parkett war ein vorsichtiger Ausblick des Managements auf das Geschäftsjahr 2026.
- Kursreaktion auf Prognose: Ein vorsichtiger Ausblick auf 2026 (Umsatz 13,2–14,1 Mrd. Euro) führte zu einem Verlust von bis zu 9,5 %.
- Analysten-Votum: Trotz Kursziel-Anpassungen halten Top-Häuser wie Jefferies und JPMorgan an Kaufempfehlungen fest; Barclays sieht Potenzial bis 2.175 Euro.
- Geopolitischer Einfluss: Fortschritte bei Ukraine-Verhandlungen in den VAE dämpfen kurzfristig die Sonderkonjunktur im gesamten Verteidigungssektor.
- Langfristige Performance: Trotz des aktuellen Rücksetzers von ca. 9 % auf Wochensicht glänzt die Aktie mit einem 5-Jahres-Plus von rund 1.750 %.
- Wichtiger Termin: Am 11. März erfolgt die offizielle Bilanzvorlage für 2025 inklusive der finalen Guidance für die Folgejahre.
Hintergrund des Kurssturzes bei der Rheinmetall-Aktie war ein sogenannter „Pre-Close-Call“, ein Gespräch zwischen Unternehmensvertretern und Analysten im Vorfeld der offiziellen Bilanzvorlage. Dabei skizzierte Rheinmetall eine vorläufige Umsatzspanne für 2026 zwischen 13,2 und 14,1 Mrd. Euro. Diese Zahlen liegen deutlich unter den bisherigen Erwartungen vieler Marktbeobachter, die mit optimistischeren Werten kalkuliert hatten.
Flankiert wurde die negative Stimmung durch Nachrichten von der diplomatischen Bühne. In den Vereinigten Arabischen Emiraten findet derzeit die zweite Runde der von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine statt. Berichte über Fortschritte in diesen Gesprächen belasteten den gesamten Rüstungssektor, da Anleger auf ein mögliches Ende der Kampfhandlungen spekulieren, was die kurzfristige Sonderkonjunktur dämpfen könnte.
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Rheinmetall-Aktie: Analysten sehen dennoch Potenzial
Analystenhäuser wie mwb research, JPMorgan und Jefferies reagierten umgehend und passten ihre Kursziele nach unten an. David Perry, Experte bei JPMorgan, betonte zwar, dass man weiterhin von einem „außergewöhnlich starken Wachstum“ in den kommenden fünf Jahren ausgehe, der Hochlauf der Produktion gestalte sich jedoch schwieriger als ursprünglich angenommen. Dennoch hielten die Analysehäuser an ihren Kaufempfehlungen fest, die Kursziele liegen weiterhin über 2.000 Euro.
Die Analysten von Barclays bezeichneten den Kursrutsch sogar als „übertriebene Reaktion“ und sehen im aktuellen Niveau eine Kaufgelegenheit. Sie bestätigten ihr Kursziel von 2.175 Euro.
Quartalszahlen im Blick
Klarheit über die tatsächliche finanzielle Verfassung und die detaillierten Pläne für 2026 wird es erst im Frühjahr geben. Rheinmetall wird seinen vollständigen Geschäftsbericht für 2025 am 11. März veröffentlichen. Erst dann dürfte das Management die offizielle Guidance für die kommenden Jahre präzisieren.
Tatsächlich zeigten die Anleger bereits am Freitag erste Anzeichen von Beruhigung: Die Aktie konnte sich stabilisieren und ging mit einem Plus von 2,12 % bei 1.604,50 Euro ins Wochenende. Auf Wochensicht hat die Rheinmetall-Aktie damit 8,96 % an Wert verloren. Dennoch bleibt das langfristige Wachstum beeindruckend. Auf Jahressicht notiert das Papier rund 127 % im Plus, in den letzten fünf Jahren hat es gut 1.750 % zugelegt.
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