Die Nike-Aktie steht weiterhin unter Druck. Die anhaltende Schwäche auf dem chinesischen Markt und ein verhaltener Ausblick für das laufende Geschäftsjahr sorgten am Donnerstag nachbörslich für Kursverluste.
- Rückgang im Q1: Der Umsatz sank im ersten Quartal um 4,3 % auf 11,2 Mrd. Dollar, während der Gewinn je Aktie bei 0,48 Dollar lag.
- Krise in China: Ein heftiger Umsatzeinbruch von 22,0 % in China belastet das Geschäft – maßgeschneiderte Kollektionen ab Oktober sollen gegensteuern.
- Sparprogramm „Pace“: Bis 2031 will Nike durch Stellenabbau, modernisierte Lieferketten und Campus-Ausbau in Bengaluru 2,5 Mrd. Dollar einsparen.
- Kurssturz hält an: Nach Veröffentlichung des verhaltenen Ausblicks verlor die Nike-Aktie nachbörslich 8,3 % und steht seit Jahresbeginn mit 44,8 % im Minus.
Nike hat ein weiteres Mal für enttäuschte Investoren gesorgt. Der angeschlagene Sportartikel-Gigant berichtete am Donnerstag nach Börsenschluss Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027.
Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 % auf 11,2 Mrd. Dollar zurück. Besonders heftig fiel der Rückgang in der Region „Greater China“ aus. Hier gaben die Umsätze um 22,0 % nach. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sanken die Umsätze um 4,7 %, im „Asia Pacific & Latin America“ um 1,8 %. Lediglich in Nordamerika gab es ein Plus von 2,1 %.
Der Gewinn je verwässerter Aktie lag bei 0,48 Dollar nach 0,49 Dollar im Vorjahreszeitraum. Immerhin gelang es Nike hier, die Markterwartung von 0,44 Dollar zu übertreffen.
Neue Produkte für China
Die größte Schwachstelle des Konzerns bleiben die anhaltenden Probleme auf dem chinesischen Markt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 lag der Umsatz hier noch bei 1,7 Mrd. Dollar, inzwischen ist er auf 1,2 Mrd. Dollar zurückgegangen.
CEO Elliott kündigte an, die Distributionskanäle in China radikal verschlanken zu wollen. Der Fokus soll künftig auf den stationären Flagship-Stores liegen. Zudem sollen mehr Produkte erscheinen, die speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten sind. Die erste in China entwickelte Kollektion soll im Oktober in die Läden kommen. Die chinesische Kundschaft soll mit regionalisierten Angeboten und einem Premium-Erlebnis geködert werden.
Es werde jedoch einige Saisonen dauern, bis diese Maßnahmen positive Effekte zeigten, so Hill bei der Bilanzvorlage. Zunächst werde der Umbau Geld kosten.
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Restrukturierung und Stellenabbau
Nicht nur in China, auch im Rest der Welt sind Veränderungen geplant. Um insgesamt leistungsfähiger zu werden, soll der gesamte Konzern im Rahmen des Pace-Programms restrukturiert und verschlankt werden. Bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen so Kosten in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar eingespart werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Lieferketten modernisiert und weitere Stellen abgebaut werden. Zudem soll das globale Geschäft künftig nur noch in drei statt wie bisher in vier Regionen aufgeteilt werden. So sollen Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden. Im indischen Bengaluru wird ein neuer Unternehmenscampus aufgebaut, um Kernkompetenzen und Technologielösung kosteneffizient zu bündeln.
Vorsichtiger Ausblick – Nike Aktie rutscht ab
Wegen der laufenden Umbaumaßnahmen und der anhaltenden Absatzschwierigkeiten hat das Unternehmen einen verhaltenen Ausblick für das Gesamtjahr veröffentlicht. Das Management rechnet mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 1,15 und 1,35 Dollar liegen.
Bereits kurz nach den Zahlen ging es für die Nike-Aktie 8,3 % nach unten. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 44,8 % an Wert verloren. Eine baldige Erholung ist angesichts des schwachen Ausblicks nicht zu erwarten. Langfristig sich muss erst noch zeigen, ob Nike in der angegebenen Größenordnung Kosten einsparen kanm. Auch die neue China-Strategie muss den Praxistest noch bestehen.
Zuletzt ist man auf jeden Fall besser gefahren, wenn man bezüglich der Nike-Aktie auf Pessimisten wie UBS-Analyst Jay Sole gehört hat. Wobei selbst ein Kurs von 42 Dollar mittlerweile eine deutliche Verbesserung wäre.
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