Die Weltraumfirma SpaceX hat den größten Börsengang der Geschichte absolviert und die bisherige Rekordmarke des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco weit in den Schatten gestellt. Mit der Ausgabe von knapp 556 Mio. Aktien zu einem vorab vom Unternehmen festgelegten Festpreis von 135 Dollar nahm der Konzern rund 75 Mrd. Dollar ein.
- Historischer Rekordstart: SpaceX sammelt beim größten IPO der Geschichte rund 75 Mrd. Dollar ein; die Aktie schließt am ersten Tag mit einem Plus von 19 % bei 160 Dollar.
- Astronomische Bewertung: Der Konzern wird mit dem über 90-Fachen des Vorjahresumsatzes (19 Mrd. Dollar) bewertet – trotz eines Nettoverlusts von rund 5 Mrd. Dollar.
- Wachstumsmotor Starlink & KI: Über 9.600 Satelliten versorgen bereits 10 Mio. Kunden; zusätzliche Kursfantasie bringt die Integration von Musks KI-Schmiede xAI.
- Risikofaktor Zeitpläne: Die enormen Entwicklungskosten für das Starship von über 15 Mrd. Dollar und Elon Musks oft verzögerte Pläne mahnen Anleger zur Vorsicht.
Die SpaceX-Aktie hat einen starken Start an der Börse hingelegt. Bereits der erste offizielle Kurs lag mit 150 Dollar deutlich über dem Ausgabepreis. Im weiteren Handelsverlauf kletterte das Papier kurzzeitig bis auf 175 Dollar und pendelte sich schließlich bei 160 Dollar ein. Das entspricht einem Plus von 19 %. Gründer Elon Musk, der über Aktien mit Mehrfachstimmrechten weiterhin mehr als 80 % der Kontrolle behält, avanciert durch diesen Kurssprung und seine Tesla-Anteile rechnerisch zum ersten Billionär der Menschheitsgeschichte.
Auch frühe Geldgeber profitieren vom SpaceX-Börsengang. So hält die Investmentfirma Founders Fund von Peter Thiel laut dem Finanzdienst Bloomberg einen Anteil von etwa 3 %, der für rund 600 Millionen Dollar erworben worden sei. Diese Beteiligung ist zum Ausgabepreis mehr als 50 Mrd. Dollar wert.
Top-Analysen, exklusive Tipps & Markttrends – unabhängig und praxisnah.
24-mal im Jahr fundierte Börsenanalysen
Astronomische Marktkapitalisierung
Diese Marktkapitalisierung steht in einem scharfen Kontrast zur aktuellen Konzernbilanz. SpaceX wird an der Börse mit dem mehr als 90-Fachen des vergangenen Jahresumsatzes bewertet, während etablierte Tech-Giganten wie Nvidia oder Apple hier Faktoren von 20 beziehungsweise 10 aufweisen. Im vergangenen Jahr standen Einnahmen von knapp 19 Mrd. Dollar Nettoverlusten von rund 5 Mrd. Dollar gegenüber, und auch im ersten Quartal des laufenden Jahres setzte sich dieser negative Trend fort.
Die roten Zahlen resultieren primär aus den enormen Entwicklungskosten von über 15 Mrd. Dollar für die Großrakete Starship. Das Management hofft, dass diese im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge aufnehmen und die Transportkosten ins All drastisch senken wird.
Wie geht es nach dem SpaceX-IPO weiter?
Anleger zahlen bei SpaceX vor allem für die Aussicht auf künftige Einnahmen und neue Märkte. Derzeit wichtigster Erlösmotor ist der Satelliteninternet-Dienst Starlink, der mit etwa 9.600 Satelliten im Orbit weltweit gut 10 Mio. Kunden versorgt. In den kommenden Generationen sollen Smartphones ohne spezielle Bodenantennen direkt auf das Netz aus dem All zugreifen können. Zusätzliche Fantasie weckt die kürzlich erfolgte Integration von Musks KI-Firma xAI in den SpaceX-Konzern.
Elon Musk kann zudem auf eine treue Gefolgschaft im Internet zählen. Der Unternehmer fiel aber bereits in der Vergangenheit mit übertrieben optimistischen Zeitplänen auf. Viele der Entwicklungen, die er angekündigt hatte, wurden mehrmals verschoben und sind bis heute nicht zur Marktreife gelangt. Auf die Euphorie zum Börsenstart könnte also bald die Ernüchterung folgen.
Die Kapital Medien GmbH, der Verlag der Finanzzeitschriften AnlegerPlus, AnlegerPlus News und AnlegerLand ist eine 100-%-Tochter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.




