Börsenwoche: Nvidia liefert – Entspannung im Nahen Osten?

Das Bild zeigt eine Nvidia-Grafikkarte.

Während die Verbraucher unter den hohen Preisen an den Tankstellen ächzen, ist es an den Börsen spürbar nach oben gegangen. Ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran sorgte an den Märkten für Aufatmen. Auch eine Stabilisierung des Ölpreises könnte daraus folgen. Die Erfahrung der letzten Wochen zeigt aber, dass Trump immer für eine (böse) Überraschung gut ist.

💡 Key Takeaways: Märkte & Konjunktur im Fokus
  • Starke Börsenwoche: Der DAX verbucht ein sattes Plus von 3,92 % und schließt bei 24.888 Punkten, gestützt durch eine leichte Erholung des Ifo-Geschäftsklimas im Mai.
  • Nvidia liefert Rekorde: Der KI-Gigant steigert seinen Umsatz massiv um 85 % auf 81,6 Mrd. Dollar, festsitzende Gewinnmitnahmen drückten den Kurs dennoch leicht.
  • KI-Fantasie & Fed-Wechsel: Gerüchte um einen OpenAI-Börsengang mit 1 Bio. Dollar Bewertung beflügeln Tech-Werte, während der neue Fed-Chef Kevin Warsh für einen härteren Zinskurs stehen könnte.
  • Ausblick & Feiertag: Am Montag bleibt die Wall Street wegen des Memorial Days geschlossen. Zum Wochenende richten sich alle Augen auf die deutschen Verbraucherpreise (Zuletzt: 2,9 %).

Angetrieben von einem starken Schlussspurt am Freitag verbuchte der DAX ein sattes Wochenplus von 3,92 % und schloss bei 24.888 Punkten. Neben der geopolitischen Entspannung halfen überraschend positive Konjunkturdaten aus der Heimat: Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz der Krisenherde leicht gewachsen. Der MDAX folgte dem Trend und schloss bei 32.108 Punkten.

An der Wall Street feierten die Anleger die achte Gewinnerwoche in Folge für den S&P 500 – eine beeindruckende Serie. Der absolute Star war diesmal jedoch der klassische Industrie- und Finanzsektor. Der Dow Jones stürmte mit einem Wochenplus von 2,13 % auf ein neues historisches Allzeithoch.

Die Fokus-Themen der Woche

Geschäftsklima mit leicher Erholung: Nach den heftigen Rückschlägen im März und April meldet sich die deutsche Wirtschaft mit einem ersten, wenn auch verhaltenen Lebenszeichen zurück. Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte, ist der vielbeachtete Geschäftsklimaindex im Mai überraschend leicht gestiegen. Es ist aber definitiv noch zu früh, um Entwarnung zu geben. Die zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre haben Spuren an der deutschen Wirtschaft hinterlassen. Bis diese Schäden ausgeglichen sind, werden eher Jahre als Monate vergehen.

Nividia mit neuen Rekorden: Der Grafikkartenspezialist Nvidia hat erneut geliefert. Der Umsatz stieg um 81,6 Mrd. Dollar, das entspricht einem Plus von 85 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Für die Aktie ging es dennoch nach unten. Das liegt wohl vor allem an Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie vor den Zahlen zugelegt hatte. Es zeigt aber auch, dass die Erwartungen an den KI-Primus hoch sind. Selbst kleine Schönheitsfehler in der Bilanz werden genau unter die Lupe genommen.

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Mutig in die Zukunft: Siemens treibt den Umbau zur „One Tech Company“ voran und profitiert vom globalen Ausbau der Energienetze. Die Neuordnung großer Divisionen und der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz soll Siemens noch agiler machen. Auch operativ läuft es bei dem deutschen Traditionskonzern. Für Aktionäre ist das Unternehmen auch aks verlässlicher Dividendenzahler weiterhin interessant.

Was sonst noch wichtig war

Nvidia ist nicht das einzige KI-Unternehmen, das derzeit im Fokus des Anlegerinteresses steht: Wirbel gibt es derzeit um den ChatGPT-Entwickler OpenAI. Berichte über einen potenziell bevorstehenden Börsengang mit einer Bewertung von über einer Billion US-Dollar elektrisierten die Anleger. Besonders die Aktie des Tech-Investors Softbank profitierte von dieser Fantasie und schoss in Asien um gut 20 % nach oben.

Neben KI-Fantasien spielt auch die Politik weiterhin eine Rolle an den Märkten. Am Freitag wurde Kevin Warsh offiziell als neuer Chef der US-Notenbank Federal Reserve im Weißen Haus vereidigt. Er übernimmt das Amt von Jerome Powell in einer kritischen Phase. Ungewöhnlich ist, dass Powell nicht komplett geht, sondern als einfaches Mitglied im Gouverneursrat verbleibt. Da Warsh für einen härteren, reformorientierten Kurs eintritt, dürften die internen Debatten spannend werden. Die Märkte stellen sich auf eine längere Phase stabiler oder gar steigender Zinsen ein. Auch wenn US-Präsident Donald Trump weiterhin auf Senkungen drängen wird.

Ausblick

Am Montag (25. Mai) feiert Amerika den Memorial Day – die US-Börsen bleiben komplett geschlossen. Es fehlen somit die gewohnten Impulse am Nachmittag. In Deutschland ist zwar Pfingstmontag, an den deutschen Börsen wird aber trotzdem ganz normal gehandelt. Ohne die Amerikaner dürfte das Handelsvolumen allerdings recht dünn bleiben.

Zum Wochenabschluss werden die vorläufigen Verbraucherpreise für Deutschland im Mai veröffentlicht. Zuletzt lag die Teuerungsrate bei 2,9 %. Ein weiteres Sinken könnte dem DAX pünktlich zum Wochenende neuen Schwung in Richtung der 25.000-Punkte-Marke verleihen.

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