Trump hält weiterhin die Welt – und die Märkte – in Atem. An einem Tag leitet er strafrechtliche Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell ein, am nächsten will er mit präsidialen Verordnungen in die Geschäfte der Kreditkartenunternehmen eingreifen. Dann droht er europäischen Nato-Partnern mit heftigen Strafzöllen. Dieses Mal sollen sie aber nicht amerikanisches Fracking-Gas kaufen, sondern dem Verkauf Grönlands an die Vereinigten Staaten zustimmen.
- DAX beweist Resilienz: Während die US-Tech-Börse Nasdaq 100 um 0,92 % nachgab, hielt sich der DAX stabil über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten (+0,14 % auf Wochensicht).
- KI-Sektor mit neuem Schwung: Jefferies setzt ein neues Kursziel von 275 USD für Nvidia – das entspricht einem massiven Aufwärtspotenzial von rund 45 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
- Optimistische Gewinnprognosen: Analysten von FactSet erwarten für das vierte Quartal ein Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen von 8,2 %, was die Basis für eine freundliche Berichtssaison legt.
- Politisches Störfeuer: Trumps Vorstoß für eine Zinsdeckelung bei Kreditkarten auf 10 % sowie unvorhersehbare geopolitische Forderungen sorgen für anhaltende Nervosität.
Nach der Rekordjagd in der vergangenen Woche zeigte sich der DAX in der abgelaufenen Handelswoche kraftloser, hielt sich aber über der 25.000-Punkte-Marke. Auf Wochensicht bewegte sich der deutsche Leitindex 0,14 % nach oben. Der S&P 500 rutschte 0,38 % ins Minus, für den Nasdaq 100 ging es 0,92 % nach unten. Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Minus von 0,29 % ins Wochenende.
Die Fokus-Themen der Woche
Klöckner und Worthington Steel: Der US-Konzern Worthington Steel hat ein Übernahmeangebot für Klöckner & Co. vorgelegt. Und das kann sich sehen lassen. Das zeigt, dass deutsche Substanzwerte trotz Krisenstimmung hochattraktiv für strategische Käufer sind.
Trump vs. Banken: Donald Trump fordert eine Deckelung der Kreditkartenzinsen auf 10 %. Bei seinen Wählern könnte die Idee durchaus auf Gegenliebe stoßen. Dennoch wäre es ein drastischer Eingriff in die Wirtschaft. Wie genau der US-Präsident seine Forderung rechtlich umsetzen will, ist derzeit noch unklar.
JPMorgan wächst weiter: Der Startschuss der US-Berichtssaison ist gefallen. Den Anfang machten wie üblich die Großbanken. JPMorgan hat im Großen und Ganzen überzeugende Zahlen vorgelegt. Lediglich kleinere Schönheitsfehler trübten das Gesamtbild. Doch auch JPMorgan machte der Trump-Faktor zu schaffen.
Was sonst noch wichtig war
Neben all den politischen Vorgängen ist das Thema künstliche Intelligenz zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt. Vergangene Woche sorgte zumindest ein neues Kursziel für den KI-Superstar Nvidia für positive Impulse. Jefferies hat das Kursziel für Nvidia auf 275 Dollar angehoben. Damit trauen die Analysten der Aktie ein Kurspotenzial von rund 45 % zu.
Der US-amerikanische „Clarity Act“ zur Krypto-Regulierung droht zu scheitern, nachdem Coinbase-CEO Brian Armstrong überraschend seine Unterstützung zurückgezogen hat. Grund für den Rückzug ist vor allem ein Streit um Stablecoin-Erträge: Armstrong kritisiert, dass Banken-Lobbyisten Regelungen durchgesetzt hätten, die Krypto-Unternehmen die Auszahlung von Renditen an Kunden verbieten, was er als unfairen Schutz für traditionelle Banken sieht. Die Trump-Regierung reagierte verärgert auf das Veto und droht nun damit, das gesamte Gesetzespaket fallen zu lassen.
Ausblick
In der kommenden Woche werden weitere US-Unternehmen Quartalzahlen vorlegen. Darunter der Mischkonzern 3M und der Streamingdienst Netflix. Die Finanzberichte der Banken lassen auf eine freundliche Berichtssaison schließen. Auch die Analysten sind optimistisch: Dem Datenanbieter FactSet zufolge erwarten die Experten, dass die Gewinne der S&P-500-Unternehmen im vierten Quartal um 8,2 % gewachsen sind. Vor allem bei den Technologieunternehmen ist der Optimismus groß.
Die Stimmung an den Börsen wird aber wohl auch in der kommenden Woche von den Kapriolen des US-Präsidenten abhängen. Auch erfreuliche Berichte könnten sinkende Kurse zur Folge haben, wenn sie mit unerfreulichen Ankündigungen Trumps zusammenfallen. Wer vorbereitet sein will, sollte also auch die Politiknachrichten im Blick behalten.
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