Der Krieg im Nahen Osten hält weiterhin die Welt – und die Märkte – in Atem. Auch die deutsche Wirtschaft leidet darunter. Dennoch ging es für die Rheinmetall-Aktie nach unten, obwohl das Unternehmen starke Zahlen vorlegte.
- Indizes unter Druck: Der DAX sank im Wochenverlauf um 0,61 % auf 23.447 Punkte, während der Dow Jones mit einem Minus von 1,99 % deutlich stärker nachgab.
- Ölpreis-Volatilität: Infolge der Blockade der Meerenge von Hormus sprang der Ölpreis kurzzeitig auf 120 Dollar, pendelte sich nach politischen Interventionen aber bei rund 100 Dollar ein.
- Krise der Autobauer: Die Branche meldet dramatische Zahlen; Porsche verzeichnet einen Gewinneinbruch von 91 %, während VW den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 plant.
- Zins-Entscheidungen voraus: Am 18. und 19. März richten sich alle Augen auf die Fed und die EZB, die über den weiteren geldpolitischen Kurs entscheiden.
Der DAX ist im Wochenverlauf 0,61 % ins Minus gerutscht. Belastend wirken sich vor allem der Iran-Krieg und die damit einhergehende Störung der Weltwirtschaft aus. Der deutsche Leitindex notierte zuletzt bei 23.447 Punkte. Der Dow Jones rutschte sogar 1,99 % auf 46.558 Punkte ab. Der Nasdaq 100 kam mit einem Wochenminus von 1,06 % auf 24.380 Zähler.
Die Fokus-Themen der Woche
Erschüttertes Vertrauen: Die Deutsche Bank sieht sich erneut mit einer hohen Schadensersatzklage konfrontiert. Konkret geht es dabei um 700 Mio. Euro, die vier ehemalige Mitarbeiter fordern. Es geht dabei um die Nachwirkung der sogenannten „Santorini-Deals“. Die rechtlichen Probleme überschatten dabei die wirtschaftliche Stärke der Deutschen Bank – das Institut beendete 2025 mit Rekordzahlen –, weshalb es für die Aktie weiter nach unten ging. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 22 % an Wert verloren.
Wachstumsprognose gesenkt: Das Ifo-Institut und das Kiel Institut für Weltwirtschaft haben ihre Wachstumsprognosen nach unten angepasst. Der Iran-Krieg und der dadurch ausgelöste Ölpreisschock belasten die deutsche Wirtschaft. Zudem wird die Erholung derzeit hauptsächlich durch die expansive Finanzpolitik des Staates gestützt. Für die Zukunft sehen die Forscher zwei Szenarien.
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Enttäuschte Erwartungen: Rheinmetall hat für das abgelaufene Geschäftsjahre vorgelegt. Vor allem der Auftragsbestand markierte eine historische Bestmarke. Dennoch ging es für die Aktie nach unten. Vor allem bei der Prognose hatten sich die Investoren mehr erwartet. Der neue Krisenherd im Nahen Osten könnte dem Unternehmen jedoch neue Aufträge bescheren.
Was sonst noch wichtig war
Der Iran hält die Weltwirtschaft mit der Blockade in der Meerenge von Hormus weiterhin in Geiselhaft. Der Ölpreis stieg deshalb zu Wochenbeginn kurzzeitig auf 120 Dollar je Barrel. Nach beschwichtigenden Aussagen Donald Trumps, der Iran-Krieg sei schnell vorbei, fiel er wieder auf rund 80 Dollar. Inzwischen liegt er jedoch wieder bei rund 100 Dollar. Das belastet nicht nur die Verbraucher an den Tankstellen, sondern auch energiehungrige Industrieunternehmen. Der Westen – auch Deutschland – reagierte darauf mit der Freigabe von Ölreserven. Zudem soll ein neues Gesetz Wucher an deutschen Tankstellen verhindern. Langfristig wird jedoch nur eine Einigung mit dem Iran oder eine gewaltsame Öffnung der Handelsroute Linderung verschaffen. Dafür wären laut Militärexperten jedoch „Boots on the Ground“ nötig.
Auch ohne die zusätzliche Belastung steht die deutsche Automobilindustrie vor gigantischen Herausforderungen. Die jüngsten Finanzberichte der Hersteller zeigen, wie ernst die Lage ist. Porsche muss einen Gewinneinbruch um 91 % verkraften, VW um 44 %: Bei Mercedes ging es um 49 % nach unten. Volkswagen will deshalb bis 2030 50.000 Stellen abbauen. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Bedenklich ist auch die Situation der zahlreichen Zulieferer, die von den großen Herstellern abhängig sind. Sollten sie zunehmend auf günstige Konkurrenzprodukte aus Fernost setzen, könnte das das Aus für manche Unternehmen bedeuten – tausende Stellen wären bedroht.
Ausblick
Gleich zu Wochenbeginn (Montag, 16. März) liefert China frische Daten zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen. Da China der globale Wachstumsmotor ist, könnten schwache Zahlen die Sorgen vor einer weltweiten Abkühlung befeuern und besonders Rohstoffe sowie deutsche Exportwerte (Automotive/Chemie) unter Druck setzen.
Am Mittwochabend (18. März) legt die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung vor. Es wird zwar überwiegend erwartet, dass die Zinsen stabil bleiben, aber der Fokus liegt auf den sogenannten „Dot Plots“ (den Zinsprognosen der Mitglieder) und dem Tonfall von Jerome Powell. Einen Tag später entscheiden die Europäische Zentralbank, die Bank of England und die Schweizer Nationalbank über ihre weitere Geldpolitik.
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