Die Infineon-Aktie setzte ihre Rally am Montag mit einem deutlichen Kurssprung fort. Für gute Stimmung sorgte ein neues, sehr optimistisches Kursziel. Es gibt jedoch Experten, die inzwischen die Reißleine gezogen haben und vor allzu großer Euphorie warnen.
- Kurssprung von 4,84 %: Ein bullischer Kommentar von Bernstein Research ließ die Infineon-Aktie am Montag steigen.
- Breiter Analysten-Optimismus: Neben Bernstein hoben auch Jefferies (auf 96 Euro) und die Deutsche Bank (auf 90 Euro) ihre Kursziele für den Chiphersteller an.
- Wachstumstreiber KI-Infrastruktur: Der steigende Bedarf an modernen CPU-Serverarchitekturen und Energiemanagement-Lösungen verspricht Infineon bis zum Geschäftsjahr 2027 einen massiven Schub.
- Skepsis bei UBS: Die Schweizer Großbank behält trotz einer Kursziel-Anhebung auf 61 Euro auf die „Hold“-Bewertung bei; Experten warnen vor historisch hohen Bewertungskennziffern.
Für die Aktie des Münchner Chipproduzenten Infineon ging es am Montag 4,84 % nach oben. Für gute Stimmung sorgte unter anderem ein Kommentar von Bernstein Research. Das Analysehaus hat sein Kursziel für das Papier von zuvor 74 Euro auf nunmehr 102 Euro angehoben und bestätigten die Einstufung auf „Outperform“. Die Analysten begründen ihren extremen Optimismus mit einem strukturellen Wandel im KI-Sektor, den der breite Markt ihrer Ansicht nach noch unterschätzt.
Im Zentrum der These steht eine Renaissance von Hauptprozessoren, den sogenannten CPUs. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit im KI-Boom bisher fast ausschließlich auf die Grafikprozessoren von Nvidia und Co. konzentrierte, fordern die rasant wachsende Infrastruktur und moderne Rechenzentren nun zunehmend leistungsfähige CPUs. Da Infineon als Zulieferer von Energiemanagement- und Leistungshalbleitern tief in diese neuen Serverarchitekturen integriert ist, trauen die Bernstein-Analysten dem Konzern bis zum Geschäftsjahr 2027 einen massiven Schub bei Umsatz und Margen zu.
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Die Optimisten
Mit dieser bullischen Sichtweise steht Bernstein nicht allein da. Auch das Bankhaus Jefferies hatte kurz zuvor das Kursziel für die Infineon-Aktie deutlich von 75 auf 96 Euro angehoben und die Kaufempfehlung erneuert. Analyst Janardan Menon verwies ebenfalls auf die explodierende Nachfrage nach Power-Management-Lösungen für KI-Server, gepaart mit anziehenden Preisen. Zudem rechnet Jefferies mit einer spürbaren zyklischen Erholung im klassischen Automobilgeschäft.
In die gleiche Richtung argumentiert Deutsche Bank Research. Nach einer hauseigenen Investorenkonferenz hob Analyst Johannes Schaller das Kursziel auf 90 Euro an und verwies auf sehr positive Signale des Managements bezüglich des KI-Engagements und künftiger Margenverbesserungen.
Die Pessimisten
Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. So hat die Schweizer Großbank UBS die Reißleine gezogen und die Infineon-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft. Das Kursziel wurde inzwischen zwar wieder von 45 Euro auf 61 Euro angehoben, Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht bezüglich KI-bezogener Umsätze nur begrenztes Potenzial.
Das Analysehaus Warburg Research hat Infineon mit Verweis auf die jüngste Kursrally von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft, das Kursziel aber von 47 auf 84 Euro angehoben. Malte Schaumann verwies in seiner Neubewertung auf die deutlich verbesserten Nachfrageaussichten im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Die Bewertungskennziffern hätten inzwischen jedoch historische Höchststände erreicht, was die hohen Markterwartungen widerspiegele.
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