ANSCHÜTZ + Company: Trotz Tankpreisbremse: Spritpreise im April auf höchstem Stand seit Start der Messungen von Clever Tanken

Emittent / Herausgeber: ANSCHÜTZ + Company

/ Schlagwort(e): Monatszahlen/Sonstiges

Trotz Tankpreisbremse: Spritpreise im April auf höchstem Stand seit Start der Messungen von Clever Tanken

04.05.2026 / 11:50 CET/CEST

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Trotz Tankpreisbremse:
Spritpreise im April auf höchstem Stand seit Start der Messungen von Clever Tanken

 

  • Super E10 im April rund 9 Cent, Diesel rund 10 Cent teurer als im März
  • Tankpreisbremse bremst Wettbewerb statt Preise
  • Tankrabatt drückt Spritpreise seit 1. Mai

Nürnberg, 4. Mai 2026. Autofahren in Deutschland war im April so teuer wie nie zuvor seit Beginn der regelmäßigen Auswertungen von Clever Tanken im Juni 2012 – trotz der zum 1. April eingeführten Tankpreisbremse der Bundesregierung. Nach Berechnungen des Verbraucherinformationsdienstes kostete der Liter Super E10 im vergangenen Monat durchschnittlich 2,0975 Euro und damit rund 9 Cent mehr als im März (2,0114 Euro). Für Diesel fielen bundesweit im Durchschnitt 2,2517 Euro pro Liter an. Das waren etwa 10 Cent mehr als im Vormonat (2,1542 Euro).

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer damit im April im Schnitt rund 503,40 Euro. Das waren 20,66 Euro mehr als im März und etwa 99,02 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Dieselbe Menge Diesel kostete im April 540,41 Euro, was rund 23,40 Euro mehr als im Vormonat und etwa 161,06 Euro mehr als im April 2025 bedeutete.

Laut Steffen Bock, dem Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken, waren die anhaltend hohen Rohölpreise infolge des Iran-Kriegs der Haupttreiber dieser Entwicklung. Zusätzlich führte die zum 1. April eingeführte Tankpreisbremse entgegen ihrer eigentlichen Zielsetzung zu steigenden Preisen. Bock rechnet für die kommenden Wochen weiterhin mit angespannten Energiemärkten und hohen Rohölnotierungen. „Zwar kann der seit dem 1. Mai geltende Tankrabatt die Preise an den Zapfsäulen bis zu seinem Auslaufen Ende Juni senken; wie stark die Entlastung aber tatsächlich ausfallen wird, dürfte maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Iran-Kriegs abhängen“, sagt Bock. 
 

Diesel im April 15,42 Cent teurer als Benzin

Der Preisabstand zwischen Super E10 und Diesel hat sich im April erneut zulasten von Diesel vergrößert. Während Diesel im März bereits 14,28 Cent pro Liter teurer war als Super E10, lag die Differenz im April bei 15,42 Cent – trotz des steuerlichen Vorteils von rund 20 Cent pro Liter für Diesel. Damit vergrößerte sich die Preisschere zwischen den beiden Kraftstoffsorten gegenüber dem Vormonat um weitere 1,14 Cent zulasten von Diesel.
 

Die günstigsten und teuersten Tanktage im April

Die günstigsten Tage zum Tanken von Super E10 waren im vergangenen Monat Sonntag, der 19. April, und Dienstag, der 21. April. An diesen Tagen kostete der Liter im Bundesdurchschnitt 2,0460 Euro. Diesel war am Mittwoch, dem 22. April, mit 2,1110 Euro am günstigsten.

Die höchsten Preise für Super E10 wurden am Sonntag, dem 5., und am Montag, dem 6. April, aufgerufen. An beiden Tagen kostete der Liter im Mittel 2,1840 Euro. Diesel war am Dienstag, dem 7. April, mit 2,4360 Euro am teuersten. 

Städteranking im April: Super E10 in Stuttgart, Diesel in Bielefeld am günstigsten

Im monatlichen Preisranking von Clever Tanken unter den 20 größten deutschen Städten führte Stuttgart im April die Liste der günstigsten Super-E10-Tankstädte an. Dort kostete der Liter im Monatsmittel 2,0596 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgten Nürnberg mit durchschnittlich 2,0676 Euro sowie Bonn mit 2,0698 Euro pro Liter.

Die drei teuersten Super-E10-Tankstädte waren im vergangenen Monat Leipzig mit 2,1236 Euro, Dresden mit 2,1170 Euro und Hamburg mit 2,1061 Euro.

Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren Leipzig im Durchschnitt rund 509,66 Euro und damit etwa 15,36 Euro mehr als in Stuttgart, der Stadt mit den günstigsten Preisen.

Im Ranking der günstigsten Diesel-Tankstädte lag Bielefeld im April vorn. Autofahrende zahlten dort im Monatsdurchschnitt 2,2163 Euro pro Liter. Auf dem zweiten Platz folgte erneut Bonn mit 2,2227 Euro, auf dem dritten Platz Stuttgart mit 2,2336 Euro. Für Bonn war es bereits der zwölfte Monat in Folge unter den drei günstigsten Dieselstandorten Deutschlands.

In der Kategorie der teuersten Diesel-Tankstädte kam es im April zu einem Wechsel an der Spitze. Leipzig, das zuvor drei Monate in Folge die teuerste Diesel-Tankstadt Deutschlands gewesen war und seit insgesamt 16 Monaten ohne Unterbrechung zu den drei teuersten Standorten zählte – davon 13-mal auf Platz eins –, fiel im vergangenen Monat auf Rang vier zurück. Den ersten Platz belegte stattdessen Hamburg mit einem Durchschnittspreis von 2,2764 Euro pro Liter. Platz zwei sicherte sich, wie in den drei Monaten zuvor, Dresden mit 2,2751 Euro. Den dritten Platz belegte Hannover mit 2,2680 Euro. 

Erster Grund für die Entwicklung der Kraftstoffpreise im April: die hohen Rohölpreise

Die beiden zentralen Preistreiber an den Zapfsäulen in Deutschland waren im April die hohen Rohölnotierungen sowie die eingeführte Tankpreisbremse der Bundesregierung. 

Dabei standen die Rohölpreise massiv unter dem Einfluss des Iran-Kriegs, was direkte Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise in Deutschland hatte. Zu Monatsbeginn zog der Preis für ein Barrel (159 Liter) der für Deutschland wichtigen Nordseesorte Brent zunächst weiter deutlich an und erreichte zeitweise Tageswerte von rund 109 US-Dollar. Ausschlaggebend dafür waren die anhaltenden Angriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die Sorge vor Versorgungsengpässen infolge der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus, die zu den wichtigsten Handelsrouten für den weltweiten Öltransport zählt.

Am 8. April gerieten die Ölpreise dann deutlich unter Druck, nachdem der Iran und die USA eine befristete Waffenruhe sowie eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus angekündigt hatten. Der Brent-Preis fiel daraufhin kurzzeitig um rund 17 Prozent auf rund 91 US-Dollar je Barrel, was sofort auch zu fallenden Spritpreisen führte.

Die Entspannung hielt jedoch nur kurz an. Bereits wenige Tage später sorgten Zweifel an der Stabilität der Waffenruhe, neue Spannungen rund um die Straße von Hormus sowie stockende Verhandlungen zwischen Washington und Teheran wieder für Aufwärtsdruck. Bis zum Monatsende stieg der Brent-Preis deshalb erneut auf Tageswerte von bis zu 112 US-Dollar je Barrel. Während die Rohölpreise bis Monatsende erneut kräftig anzogen, fiel der Preisanstieg an den Zapfsäulen jedoch deutlich moderater aus.
 

Zweiter Grund für die Entwicklung der Kraftstoffpreise im April: die Tankpreisbremse

Neben den gestiegenen Rohölpreisen dürfte im April auch die neue Tankpreisbremse zu höheren Kraftstoffpreisen beigetragen haben. Darauf weist eine gemeinsame Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) hin. Die Forschenden analysierten dafür die Daten von rund 15.000 Tankstellen jeweils zwei Wochen vor und nach dem Inkrafttreten der neuen Tankpreisregelung am 1. April. Ihr Ergebnis: Die Gewinnmargen für Super E5 und Super E10 stiegen seit der Einführung der Maßnahme um rund 6 Cent pro Liter. Für Diesel sei der Effekt aufgrund der kriegsbedingt stark schwankenden internationalen Notierungen bislang hingegen noch nicht eindeutig quantifizierbar.

Laut der Studie führte die neue Regelung zwar zu besser vorhersehbaren Preisbewegungen im Tagesverlauf, aber zugleich auch zu höheren Durchschnittspreisen. Während Autofahrerinnen und Autofahrer früher mehrfach täglich von günstigen Preisfenstern profitieren konnten, konzentrieren sich die Preissteigerungen nun auf einen vorhersehbaren Zeitpunkt zur Mittagszeit. Vor allem zwischen Mittag und frühem Abend liegen die Preise der Untersuchung zufolge nun systematisch höher. Zwischen 8 Uhr morgens und kurz vor 12 Uhr mittags erreichen sie ihre Tiefpunkte.

Besonders deutlich stiegen die Margen laut den Forschenden nicht etwa bei großen Tankstellenketten, sondern bei kleineren Ketten und unabhängigen Tankstellen. Zudem zeigten sich regionale Unterschiede: In Süddeutschland erhöhten sich die Margen zusätzlich um bis zu 1,2 Cent pro Liter Benzin und um bis zu 2,4 Cent pro Liter Diesel.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, ordnete die Studienergebnisse in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ kritisch ein. Er gab zu bedenken, dass die Analyse nur die Preise, nicht aber die Mengen untersucht habe. Unklar sei geblieben, wie viele Autofahrer zu welchem Preis getankt haben. „Gut möglich, dass viele Autofahrer zu einem günstigen Zeitpunkt getankt und von der neuen Regelung profitiert haben“, sagte der oberste Wettbewerbshüter.
 

Ausblick: Weiterhin hohe Rohölpreise, geringer Wettbewerb durch Tankpreisbremse und temporärer Tankrabatt

Steffen Bock von Clever Tanken ist von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht. „Die 12-Uhr-Regel bremst den Wettbewerb – nicht die Preise. Damit verfehlt sie ihr Ziel. Auf diese sehr wahrscheinliche Entwicklung habe ich bereits lange vor der Einführung der Regelung hingewiesen.“ Viele würden den Mineralölkonzernen nun vorwerfen, die Situation für höhere Margen zu nutzen. „Ich sehe das differenzierter. Die Politik hat mit der Regelung den Wettbewerb geschwächt. Dass insbesondere kleinere Anbieter ihre Preise stärker angehoben haben, ist nachvollziehbar, da sie sich gegen Risiken absichern müssen. Gleichzeitig sind gerade diese Anbieter wichtig, um den Wettbewerb im Markt aufrechtzuerhalten“, sagt Steffen Bock.

Laut dem Experten dürfte Preistreiber Nummer eins in den kommenden Wochen und Monaten aber der Iran-Krieg bleiben. Solange sich keine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus abzeichnet, rechnen Marktbeobachter damit, dass der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf einem hohen Niveau von über 100 US-Dollar verharren könnte.

Zugleich wächst die Sorge, dass die Folgen des Konflikts die Energiemärkte noch über Monate hinweg belasten könnten. Die US-Bank Goldman Sachs hat ihre Prognose für den Brent-Preis im vierten Quartal bereits von 80 auf 90 US-Dollar je Barrel angehoben. Damit liegt die Erwartung der Bank weiterhin deutlich über dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs.

Mittelfristig könnte sich die Lage am Ölmarkt jedoch wieder etwas entspannen. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) das Ölkartell OPEC sowie den erweiterten Verbund OPEC+ zum 1. Mai verlassen, um künftig unabhängiger über Fördermengen und Preise entscheiden zu können. Zudem erhöhte die OPEC+ nach dem Austritt der VAE ihre Förderquote für Juni um weitere 188.000 Barrel pro Tag. Analysten sehen darin Signale dafür, dass das globale Ölangebot nach einer möglichen Öffnung der Straße von Hormus künftig steigen und die Preise mittelfristig unter Druck geraten könnten. Kurzfristig dürfte die geopolitische Unsicherheit die Märkte jedoch weiterhin dominieren.

Eine schnellere Entlastung an den Zapfsäulen verspricht hingegen der seit dem 1. Mai geltende Tankrabatt der Bundesregierung. Durch die temporäre Senkung der Energiesteuer könnte sich der Kraftstoffpreis rechnerisch um bis zu 16,7 Cent pro Liter senken.  Und tatsächlich sind die Preise zum Start der Maßnahme spürbar gefallen. So sank der Tagesdurchschnittspreis für einen Liter Super E10 von 2,110 Euro am 30. April auf 1,973 Euro am 1. Mai. Diesel verbilligte sich im selben Zeitraum von 2,197 Euro auf 2,062 Euro pro Liter.

„Trotzdem gilt: Ab 12 Uhr mittags steigen die Preise sprunghaft an. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten deshalb die Preise per App, Navigationssystem oder online vergleichen und – wenn es der Alltag zulässt – möglichst vormittags vor 12 Uhr tanken“, rät Steffen Bock.

Über Clever Tanken

Als weltweit erstes Unternehmen informierte die infoRoad GmbH mit ihrem Internetportal www.clever-tanken.de bereits im Jahr 1999 Autofahrer und Autofahrerinnen in Deutschland über die günstigsten Kraftstoffpreise der jeweiligen Umgebung. Seit 2013 ist Clever Tanken einer der ersten zugelassenen Verbraucherinformationsdienste bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Unterstützt von Recherchen des eigenen Teams werden damit täglich die Preise nahezu aller Tankstellen in Deutschland aktualisiert. Als besonderes Angebot erhalten die Nutzer der App von Clever Tanken außerdem eine exklusive HEM-Tiefpreisgarantie. Diese sichert ihnen den günstigsten Spritpreis aller Tankstellen im Umkreis von fünf Kilometern, der an der nächsten in diesem Radius liegenden HEM-Tankstelle eingelöst werden kann.

Der App-Bereich Clever Laden ergänzt das Angebot seit 2018 um Services rund ums elektrische Laden. Nach einem Update im Juli 2025 lassen sich hier erstmals in Deutschland auch die Preise für spontane Ad-hoc-Ladevorgänge abrufen und melden. So schafft Clever Tanken mehr Transparenz an öffentlichen Ladesäulen und baut sein Informationsangebot in Richtung Elektromobilität konsequent aus.

In Deutschland ist Clever Tanken Marktführer unter den Verbraucherinformationsdiensten zum Thema Spritpreise. Die gleichnamige Webseite wird monatlich circa fünf Millionen Mal aufgerufen, die Apps circa 20 Millionen Mal. (Stand: Juni 2025; Quellen: IVW – https://ausweisung.ivw-online.de/, AGOF Daily facts, Google Analytics).

Nicht nur Verbraucher greifen auf die Services von Clever Tanken zurück. Auch Anbieter wie HERE und Garmin verwenden die Datenbank, um ihre Nutzer über die aktuellen Spritpreise zu informieren. Print- und Rundfunkmedien nutzen den Dienst, um ihren Rezipienten die günstigsten Tankstellen in der Umgebung zu melden.

 

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Geschäftsführer: Steffen Bock
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Städteranking der Spritkosten für April 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

Städteranking der Spritkosten für April 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

Städteranking mit Durchschnittskosten für Diesel und Super E10 im April 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken

Städteranking mit Durchschnittskosten für Diesel und Super E10 im April 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken


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