Im Oktober 2024 haben wir die Aktie des Automobilzulieferers ElringKlinger auf unsere Nebenwerteliste gesetzt. Das Unternehmen hat seine Hausaufgaben gemacht und sich schon frühzeitig auf die E-Mobilität spezialisiert.
- Operativer Turnaround läuft: Im Geschäftsjahr 2025 wurde der Jahresfehlbetrag massiv von 164 Mio. Euro im Vorjahr auf 10,6 Mio. Euro eingedämmt.
- Wachstumsimpulse in 2026: Das erste Quartal liefert dank Serienhochläufen im Segment E-Mobility ein bereinigtes Umsatzplus von 2,4 %; das bereinigte EBIT stieg auf 29,1 Mio. Euro.
- Deutlicher Substanzrabatt: Bei einem Kurs von rund 6 Euro (Marktkapitalisierung: 380 Mio. Euro) notiert die Aktie weit unter dem Eigenkapital-Buchwert von 686 Mio. Euro.
- Neues Kursziel definiert: Aufgrund der robusten Entwicklung erhöhen wir das mittelfristige Kursziel auf 7 Euro bei einer Dividendenrendite von 2,6 % (Stop-Loss: 5 Euro).
Für das Geschäftsjahr 2025 hatte das Unternehmen verbesserte Zahlen vorgelegt und diese Entwicklung setzt sich bisher im laufenden Jahr fort. Kein Wunder also, dass die Aktie unser Kursziel von 6 Euro zwischenzeitlich bereits geknackt hat.
Gewinnschwelle erreichbar
ElringKlinger zählt zu den führenden Zulieferern vor allem für die Automobilindustrie und die Kunststofftechnik und hat sich mit seiner zukunftsweisenden Batterie- und Brennstoffzellentechnologie, elektrischen Antriebseinheiten sowie dazugehörigen Komponenten und Baugruppen als Experte für Elektromobilität etabliert.
Das dürfte ein Grund dafür sein, dass ElringKlinger bislang vergleichsweise robust durch die schwierige Lage der europäischen Automobil- und Zulieferindustrie kommt, die unter schwacher Fahrzeugnachfrage, hohem Preisdruck und den Kosten der Transformation zur Elektromobilität leidet. Für das Geschäftsjahr 2025 konnte der Konzern jedenfalls ansprechende Zahlen vorlegen. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr zwar um 11 % auf 1,6 Mrd. Euro zurück. Das lag aber in erster Linie an dem Verkauf von zwei Konzerngesellschaften in der Schweiz und in den USA im Jahr 2024 sowie einer britischen Tochtergesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr.
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Ergebnisseitig erreichte ElringKlinger seine Jahresziele. Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 5,4 % am oberen Ende der Prognosespanne. Auch der operative Free Cashflow von 33,1 Mio. Euro sowie die Nettoverschuldungsquote von 2,0 bewegten sich im angestrebten Zielkorridor. Unter dem Strich stand zwar noch ein Jahresfehlbetrag von 10,6 Mio. Euro. Gegenüber dem Verlust von 164 Mio. Euro im Vorjahr deutet die Entwicklung jedoch auf eine deutliche operative Stabilisierung hin.
Erstes Quartal läuft gut
Dies gilt umso mehr, als das erste Quartal 2026 wieder Wachstum im laufenden Geschäftsjahr verspricht. Mit einem Konzernumsatz von 430 Mio. Euro übertraf ElringKlinger das vergleichbare Vorjahresquartal, bereinigt um die veräußerten Konzernteile, um 2,4 %. Treiber war vor allem der dynamische Hochlauf volumenstarker Serienaufträge im Geschäftsfeld E-Mobility. Das bereinigte EBIT stieg von 20,5 auf 29,1 Mio. Euro.
Für 2026 stellt der Vorstand ein leichtes organisches Umsatzwachstum, eine bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 % sowie einen leicht positiven operativen Free Cashflow in Aussicht. Parallel dazu steht der weitere Schuldenabbau im Fokus. Die bereinigte Nettoverschuldungsquote soll künftig in einer Bandbreite von 1,0 bis 2,0 liegen. Mittelfristig peilt das Unternehmen eine EBIT-Marge von rund 8 % des Konzernumsatzes sowie einen operativen Free Cashflow von 2 bis 4 % des Umsatzes an.
Höheres Kursziel
Neben den operativen Perspektiven sprechen weitere Argumente für die Aktie. Beim aktuellen Kurs von rund 6 Euro bringt ElringKlinger lediglich etwa 380 Mio. Euro auf die Börsenwaage und notiert damit weiterhin deutlich unter dem Buchwert des Eigenkapitals, das sich zum 31. März auf 686 Mio. Euro belief.
Zudem zahlte das Unternehmen auch 2026 unverändert eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie, was einer Rendite von rund 2,6 % entspricht. Sollte sich die gute operative Entwicklung 2026 bis zum Ende fortsetzen, erscheint auch eine leichte Anhebung der Ausschüttung realistisch. Wir erhöhen daher unser mittelfristiges Kursziel auf 7 Euro und das Stop-Loss-Limit sollte auf 5 Euro nachgezogen werden.
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Foto: © ElringKlinger




